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Doro Pesch
 
Doro Pesch"Jede Platte ist ein Kampf, also ein Kampf für die Musik", gesteht die Metal-Queen Doro Pesch. Seit 25 Jahren hält sich die Düsseldorferin bereits im Musikbusiness. Auf ihrem neuen Album FEAR NO EVIL feiert sie diesen Geburtstag und flechtet geschickt musikalische Zitate aus der Vergangenheit ein. An einem kalten Freitag Nachmittag in Zürich gab die Düsseldorferin unserem Roger W. Auskunft über ihre Augenentzündung nach dem Jubiläumskonzert, über die Warlock-Namensrechte und wieso sie kaum je einen Tag frei hat.

Datum:
 R.W., 16.01.2009

Wir fragten...
 Dein neues Album heißt FEAR NO EVIL. Vor was hast du Angst?

Doro: Eigentlich vor gar nichts. Ich wollte einfach der Scheibe einen guten Titel geben, welcher positiv ist und sich aber trotzdem nach Metal anhört. Im Song "Night Of The Warlock" gibt es diese Stelle, die folgendermaßen lautet (singt vor): "Don't Fear The Evil, tonight is the night, tonight is the night." Als ich diesen Teil gesungen habe, merkte ich, dass mir diese Stelle sehr am Herzen liegt. Die hat mich irgendwie tiefer berührt, als alles andere. Und dann habe ich den Albumtitel aufgeschrieben, und Wochen später, als wir über den Titel der Platte gesprochen haben ist mir diese Textstelle wieder in den Sinn gekommen. Schließlich hatten wir aber einen anderen Titel gewählt und ein paar Wochen später haben wir unsere Meinung nochmals geändert und trotzdem den FEAR NO EVIL genommen. Und so ist es gekommen. Aber eigentlich ist der Satz im Song "The Night Of The Warlock" vorhanden. Er soll eine positive Botschaft sein im Stile von "Don't fear nothing, do it anyway".


Das hat ja auch etwas Kämpferisches, so wie die letzten beiden Alben-Titel WARRIOR SOUL und FIGHT.

Ja schon. Es geht ja auch bei fast jeder Platte um viel Kampf. Es ist zwar jeweils viel Freude und viel positive Energie dabei, aber es ist auch jedes Mal ein Kampf. Jede Platte zu machen ist ein Kampf, also ein Kampf für die Musik. Es hält sich so die Waage zwischen Highlights im Leben und dem immer währenden Kampf im Musikbusiness zu überleben. Jeder Musiker weiß wahrscheinlich jetzt, wovon ich spreche. Eine Platte zu machen bedeutet auch, dass man in dessen Prozess durch enorme Höhen und Tiefen geht. Das dann halt der Song richtig kommt und der Mix richtig ist. Das ist gar nicht so einfach. Mir ist auch bisher nie eine Platte locker von der Hand gegangen, mit Ausnahme der Live-Platte, weil da schon alles da war. Wir hatten ein geiles Konzert aufgenommen und die Songs waren alle schon da. Aber jede Platte ist ansonsten ein Kampf und dauert meistens ein Jahr. Ich meine, ich habe ja noch nie Kinder gekriegt, aber ich stelle mir das etwa ähnlich vor, wie das Schreiben und Aufnehmen einer Platte. Es ist also meistens wie eine Geburt. Kommt dazu, dass die meisten Aufnahmen auch ca. 9 Monate dauern. Und in dieser Zeit geht man also echt durch alle Emotionen bis es dann endlich mal geschafft ist.


Die größten Wehen sind dann auch eher zum Schluss oder eher schon beim Anfang bis die Songs mal im Grundgerüst stehen?

Das kommt immer auf die Platte an. Also bei der FEAR NO EVIL hatte ich mir viele Ideen schon im Vorfeld überlegt und meistens habe ich ein kleines Notizbüchlein dabei, damit ich immer alles schön aufschreiben kann, wenn mir eine Idee kommt. Ich habe zudem meistens auch einen kleinen Recorder dabei, damit ich gleich darauf singen kann. Aber bei dieser Platte waren bereits drei, vier Songs gesetzt. Ich wollte "Herzblut" auf jeden Fall schreiben und "Celebrate", also einen Song zum Feiern für das 25. Jubiläum. Und ich glaube "The Night Of The Warlock" gab es auch bereits. Diese drei waren auf jeden Fall schon mal da. Und der Rest ging eigentlich ganz gut von der Hand. Die größten Schmerzen kamen dann erst zum Schluss bei den Wehen. Das war dann wieder einmal richtig hardcore. Manchmal haben wir aber auch Platten gehabt, wo der Anfang ein Bisschen stressiger war, weil keiner gute Songideen hatte. Aber bei dieser Platte war vor allem das Ende das Härteste. Weil...
Wir hatten uns fast ein Jahr lang auf das 25 jährige Jubiläum vorbereitet, welches wir vor ein paar Wochen in meiner Heimatstadt Düsseldorf gespielt haben. Und dann waren die letzten paar Wochen und Monate davor wirklich so heftig. Das war die Hölle. Und alle haben mich gedrängt, dass auch die Platte noch fertig werden muss. Und so war man hin und her gerissen. Zusätzlich waren wir noch auf Tour. Zum ersten Mal überhaupt haben wir in China gespielt. Wir haben damals ein paar Monate lang täglich fast 20 Stunden gearbeitet. Als das Konzert zu Ende war, bin ich dann auch sofort sehr krank geworden. Also ein paar Stunden darauf war ich bereits im Krankenhaus in der Notaufnahme und da ging dann gar nichts mehr. Aber ich musste danach noch die Platte fertig machen. Schließlich habe ich die Scheibe am 19. Dezember abgeliefert und hatte danach noch Zeit, um einige Sachen fertig stellen zu können. Und jetzt bin ich glücklich, dass die Sache fertig ist und auch so raus gekommen ist, wie wir uns das vorgestellt haben.


Bist du denn nach dem Konzert zusammengebrochen?

Ich hatte eine Augenentzündung und ich dachte zuerst ich hätte vielleicht die Pyros ins Auge gekriegt. Die Augenentzündung ist jetzt aber schon ziemlich abgeschwollen. Als ich mich dann um 6 Uhr morgens ins Bett gelegt habe und total vom Konzert erschöpft war, bin ich irgendwann aufgewacht und konnte mein linkes Auge nicht mehr aufmachen und das Gesicht war angeschwollen. Ich wusste nicht, was denn jetzt los sei. Und dann fing ein paar Stunden später auch noch das rechte Auge an. Das war so dramatisch. Schließlich hat mich unser Tourmanager ins Krankenhaus gefahren, wo ich stundenlang warten musste und es schlimmer und schlimmer wurde. Das war eine riesige Entzündung. Das habe ich dann für Wochen gehabt. Wir hatten dann noch ein einziges Konzert am 28. Dezember mit Orchester in Holland, mit ganz vielen Gästen und das konnte ich dann auch nicht absagen. Schließlich habe ich das gemacht und habe natürlich Kontaktlinsen getragen. Und dadurch schwoll das Auge natürlich wieder an, weil es noch nicht richtig ausgeheilt war. Auch jetzt kämpfe ich da immer noch, weshalb ich die dunkle Brille anhabe. Sonst nehme ich immer Kontaktlinsen, aber es geht momentan einfach nicht. Aber es ist schon wieder viel besser. Ich merke meistens nach Fertigstellung der Platte, einer richtig heftigen Tour oder was Wichtigem, dass der Körper dann sagt, dass ich jetzt erstmal eine Auszeit haben muss. Ich kann immer nur genau so lange den Körper schinden, wie ich muss und danach bin ich meistens tot krank. Das ist aber in der ganzen Band so.


Naja, so ein freakiges Aussehen mit dem geschwollenen Auge passt ja auch ganz gut zu gewissen düsteren Songs auf dem neuen Album.

Ja genau. (lacht)


Gewisse Sachen sind ja sehr düster geworden.

Ich liebe eigentlich alle Songs auf der Platte. Also positive Sachen wie z.B. "Celebrate", der halt echt zum abfeiern ist und mich ein Bisschen an "True Steel" und "All We Are" erinnert. Aber auch düstere Sachen mache ich gerne. Und dunkle Sachen. Ich mag das ganze Spektrum, von superhart bis supersensibel.


Das neue Album ist sehr vielfältig geworden, während das letzte Album WARRIOR SOUL eher mystisch war.

Das würde ich auch sagen. Das neue Album repräsentiert gut die letzten 25 Jahre. Von Sachen, die mich an die 80er Jahre erinnern über ganz moderne Dinge. Z.B. ein Song wie "The Night Of The Warlock" erinnert mich auf Grund des langen Intros an die 80er Jahre. "Running From The Devil" ist dagegen eher harter Gitarrensound und eher modern. "Caught In A Battle" ist der härteste Song, den wir in den letzten 25 Jahren geschrieben haben. Viele Fans haben sich gewünscht, dass wir wieder einmal etwas mit nur mit Doublebass machen. Und das haben wir nun auch getan und hatten auch sehr viel Spaß daran. Es gibt auch einige Hymnen und Balladen. "Herzblut" z.B., welches ich sehr gerne mag und "Walking With The Angels" ist ein Duett mit der Tarja (Turunen, Ex-Nightwish). Ich wollte unbedingt einen Song über die Kraft der Engel schreiben und dachte mir dann, dass jemand mit einer Engelsstimme dazu super passen würde. Ich habe dann Tarja gefragt und das hat sich dann super getroffen, weil sie gerade eine Winteredition ihrer Platte geplant hatte. Und so habe ich mit ihr den Song "The Seal" gesungen und sie auf unserer Platte "Walking With The Angels".


Da habt ihr euch also beide gegenseitig einen Gefallen gemacht?

Ja, genau. Das hat gut gepasst. Wir kennen uns auch bereits seit vielen Jahren. Das letzte Mal, als wir uns gesehen haben war, als die Regina Heinrich, die Boxerin, für die ich einige Einzugshymnen geschrieben habe, ihre Karriere beendet hat. Das war letztes Jahr. Die Tarja hat einen Song gesungen und ich habe einen gesungen. Und da haben wir uns gesagt, dass es eigentlich super wäre, mal was zusammen zumachen. Ich habe schließlich mit der Platte angefangen und als dann der Song "Walking With The Angels" entstand, dachte ich mir, dass das vielleicht etwas für die Tarja wäre. Ich habe ihr den Song dann geschickt und so hat sich das super ergeben.


Ich habe in einem aktuellen Interview mit dir folgende Aussage gelesen: "Ich glaube ich habe mich in all den Jahren nie ausgeruht. An einen richtigen freien Tag kann ich mich nicht erinnern."

Ich weiß zwar nicht mehr genau, wann ich das gesagt habe. Aber eigentlich ist es immer noch genau so. Ich glaube es gab nie einen freien Tag. Das wüsste ich jetzt nicht mehr.


Wieso denn nicht? Verlangt es das Musikgeschäft, dass du 100%, 7 Tag die Woche dran bist, damit du nicht untergehst?

Naja, vielleicht habe ich ja die Tage nach der Tour nicht mitgerechnet, wo dann gar nichts mehr geht. Also meistens bin ich dann so krank, dass ich nicht einmal mehr aus dem Bett rauskomme. Aber so richtig freie Tage gab es eigentlich nicht. Wenn man auf Tour ist und dann mal einen freien Tag hat, dann ist es meistens ein Reisetag, wo man von A nach B kommt. Oder wie jetzt so eine Promotion-Tour. Also selbst wenn man in die schönsten Städte kommt sitzt man schließlich in irgendeinem Hotel oder einem Club und macht Interviews. Da kann man dann auch nicht viel was anderes machen. Bei einer Produktion sitzt man wiederum Tag und Nacht im Studio, und da ist dann auch nicht viel mit Urlaub oder freien Tagen. Höchstens wenn dann einer schlapp macht. Dann denkt man schon, dass man mal einen Tag frei machen kann. Aber das ist eigentlich selten.


Legst du dir diesen Stress denn selber fest, oder kannst du gar nicht anders?

Es kommt immer darauf an. Am Anfang denkt man immer, och, da ist aber noch ganz viel Zeit. Oder es passiert so wie jetzt im Moment. Da wird eine Tour gebucht und ich weis noch gar nichts von der Tour. Wahrscheinlich weis ich mehr, wenn ich nach Hause komme und dann wieder mit dem Booker rede. Dann kommt er dann und sagt mir, das und das und das und da und da und da. Und so kommt dann immer ziemlich viel zusammen. Zuerst denkst du, dass wir dann super Zeit haben und es nur ein paar Festivals sind und schließlich werden dann meistens die Zwischenräume zwischen den Festivals mit kleineren Gigs zugebucht. Schließlich kommt dann die Tour und wenn es erst einmal anfängt zu rollen kommen plötzlich zu den zwei, drei Ländern ganz viele weitere dazu. Und schon ist das Jahr wieder rum und es kommt irgendwer und der sagt, dass wir bald wieder eine neue Platte machen müssen. Somit geht es wieder ans Songschreiben und ich denke dann "Oh Gott!".
Also meistens ergibt sich das dann so. Immer wenn ich denke, dass ich dieses Jahr ganz viel Zeit habe, dann ergeben sich ein paar Sachen und ich habe schließlich fast keine Zeit mehr. Also auch so unvorhergesehene Sachen. Also jetzt vor dem 25 Jahr Jubiläum dachte ich mir, dass ich auf keinen Fall so viel machen möchte, und mich auf die Jubiläumsfeier konzentriere, auf das Proben und auf die Gäste. Und dann kam halt plötzlich die Anfrage und das Angebot aus China. Und das war dann so eine "Jetzt oder vielleicht nie"-Chance. Also haben wir auch das gemacht. Es war dann auch echt grandios, anders und sehr interessant. Da hatte ich dann auch Stress. Und wir mussten lange Strecken fliegen. Das war auch hardcore. Ein paar Wochen später war das Jubiläumskonzert mit all den Gästen. Es war das längste Konzert, welches wir jemals gespielt haben. Es ging etwa 3 Stunden und 20 Minuten. Ich kann mich noch erinnern, wie mich jemand vor einem Jahr angestupft hat und meinte: "Hey Doro, in einem Jahr ist das 25. Jubiläum." Und ich mir gedacht habe, dass in einem Jahr ja noch soweit weg ist. Und auf einmal war es bereits in einer Woche. Die Zeit verging so schnell. Es ist also meistens so, dass sich die Sachen einfach ergeben. Aber wenn es dann mal rollt, ist es auch blöd "Nein" zu sagen. Es ist ja ein gutes Zeichen. Ich kenne das auch anders.
Also Mitte der 90er, wo Metal und Rock nicht mehr angesagt war und der Grunge dann alles niedergemäht hat, da hatten wir dann viel Zeit. Da habe ich auch viel Sport und viele andere Sachen gemacht. Aber da waren wir dann auch nicht glücklich. Also wenn es ein wenig Action gibt, ist das auch ganz gut. Als Musiker gibt es glaube ich nichts Tödlicheres als rum zu sitzen. Das merke ich bei meinen Bandmitgliedern, wenn ich auf Promotion-Tour bin. Wenn die dann zu Hause sind, melden die sich bereits nach zwei Tagen und fragen, was ich denn gerade mache und ob wir nicht wieder auf Tour gehen könnten. Und dann muss man halt zuerst die Promotion machen. Aber es ist eigentlich wirklich ein Full-Time-Job, da gibt es nicht viel anderes. Deswegen bin ich auch nicht verheiratet und habe keine Kinder, nichts. Das hat sich nie ergeben.


Im gleichen Interview hast du erwähnt, dass du in den ganzen Jahren nie irgendwelche Reichtümer angehäuft hast. Aber das Einkommen reicht schon?

Ja, also das Einkommen reicht, dass man das alles machen kann, Spaß hat und einen schönen Tourbus, gute Bühnenshow und so. Also eigentlich habe ich immer das, was ich gekriegt habe, wieder in solche Sachen investiert. Und Reichtümer habe ich nach wie vor nicht angehäuft. Ich finde die Reichtümer sind halt all die tollen Erinnerungen, die man gesammelt hat und da wo man überall hingekommen ist, z.B. in so viele Länder und Städte. Das hätte ich mir nie gedacht. Das ist so für mich der Reichtum. Ich bin auch kein materialistischer Mensch, nach wie vor nicht. Ich brauche auch nicht viel. Also ein kleines Bettchen im Tourbus, das ist schon gut. Aber ansonsten brauche ich eigentlich sehr wenig. Ich hatte auch nie Interesse daran, reich zu werden. Ich war auch nie jemand, der sich irgendwann einmal ein Haus kaufen wollte. Es gibt viele Musiker, die sich sofort ein Haus kaufen, wenn dann einmal die Platte erfolgreich ist. Aber ich möchte auch gar nichts haben, wo man sich daran binden muss.


Ich werde dieses Interview auch in einer Radio-Sendung benutzen, wo ich Live-Aufnahmen von dir sende. Dein einziges Live-Album ist 1993 raus gekommen.

(...schaut mich fragend an)


Also ich meine Live-Album hast du erst eines. Live-DVDs gibt es ja bereits mehrere. Aber bei den neuen DVDs war nie eine Live-CD dabei. Wieso nicht?

Hm... wieso nicht? Also meistens wird das mit der Plattenfirma abgekaspert. Wir haben eben darüber gesprochen, dass wir von unserem 25 Jahr Jubiläum eine Live-CD raus bringen könnten. Da laufen auf jeden Fall Gespräche. Aber ob das dann wirklich so sein wird, weiß ich nicht. Und 1993 hatte die Plattenfirma die Idee einer Live-Platte. Das haben wir dann gemacht und es war super. Vielleicht dachte man auch, dass wenn man eine DVD macht, nicht mehr so die Notwendigkeit einer Live-Platte besteht. Aber die Idee fände ich schon schön. Es sind aber auf jeden Fall Gespräche im Gange.


Was für Erinnerungen verbindest du mit dieser 93er Live-CD?

Es ist mit einer meiner Lieblings-CDs. Sie ist wahnsinnig schwer zu bekommen. Es gibt sie noch ganz selten im Internet. Ich finde es eines der schönsten Alben von mir. Es hat wahnsinnig viel Power, viel Gefühl und man hört halt auch die ganze Atmosphäre und die Fans. Das hat halt keine andere Platte. Also Studioplatten kommen in Sachen Live-Feeling da nicht ran, wenn es Live richtig abgeht. Wir waren gut drauf als Band, haben gut zusammengespielt und mit den Fans war es eine Einheit. Die Live-Atmosphäre war halt echt magisch. Das kann man im Studio nicht fabrizieren. Und die Fans sind bei uns eigentlich immer die wichtigsten Bandmitglieder. Das ist ganz wichtig. Besonders bei mir. Die Fans sind mir das Allerwichtigste. Und wenn ich merke, dass wir Live einen guten Draht haben und wir ein gutes Feedback kriegen, dann kann ich auch immer viel besser singen, als wenn die Fans nicht da sind. Wenn ich dann im Studio sitze und da nur ein Tontechniker und vielleicht ein Gitarrist ist, dann denkt man nach ein paar Wochen schon, wo denn die Fans sind.


Vor zwei Jahren hast du mal in Bern gespielt.

Ja?


Da hast du vor nur zwei bis drei Reihen gespielt, aber diese sind voll abgegangen, und du hast auch Gas gegeben.

Ich kann mich erinnern. Aber egal wie viele Leute vor der Bühne stehen, versuche ich immer 120% zu geben. Oder bei 120% anzufangen. Aber es spielt für mich keine Rolle ob es sich nun um ein riesiges Festival oder um einen kleinen Club handelt. Also wenn einer da ist, oder sagen wir zwei Fans, dann ist der Abend gerettet.


Eine Frage die ich dir nun zum dritten Mal stelle, ist die zu den Namenrechten von Warlock. Gehören die jetzt endlich dir?

Ja genau. Oh, da kann ich ja endlich eine Frage beantworten, die ich nicht schon vorher beantwortet habe. Wo immer dasselbe langweilige Zeugs kommt (lacht): Ja, ich habe diese Namensrechte seit zwei Jahren wieder. Und ich darf also den Namen Warlock verwenden. Wir haben jetzt auch beim 25. Jubiläum zusammen gespielt. Haben da eine kleine Reunion gemacht. Der einzige der nicht vom Original-Line-Up dabei war, war der Basser, aber wir haben da Nick, unseren Doro-Bassisten genommen. Es hat sich ganz toll angehört. Wir haben vielleicht auch vor, irgendwann wieder etwas zusammen zu machen. Vielleicht bei ein paar Festivals. Das ist auf jeden Fall nicht ausgeschlossen. Und jetzt darf man auf jeden Fall. Es war halt immer ein Hick Hack mit den Namensrechten und jetzt ist wieder alles möglich.


Liegt das daran, dass der, der die Namensrechte besessen hat jetzt verstorben ist?

Also derjenige war ein Teil des Grundes, wieso wir uns damals nicht mehr Warlock nennen durften. Das war sowieso eine ganz heftige Zeit. Das war für uns ein totales Desaster, ein totaler Schock. Ich wollte nie eine Solokarriere machen. Und dann mussten wir uns halt anders nennen und Plattenfirma schlug dann Doro vor, damit sich die Fans am ehesten mit uns identifizieren können. Ein Jahr später hätte sich die Band dann wieder in Warlock umbenennen können, schlug die Plattenfirma vor. Aber das ging dann massiv länger. Als dann in den 90er Jahren Metal nicht mehr so angesagt war, war der Namensstreit auch kein Thema mehr. Aber in den letzten Jahren wurde mir dann bewusst, dass ich den Namen unbedingt wieder haben wollte. Und jetzt seit zwei Jahren geht es wieder. Aber es hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, das derjenige verstorben ist. Das war derjenige, der uns damals gemanagt hat. Ich weiß nicht aus welchen Gründen er gestorben ist. Aber das war jetzt unabhängig davon. Es gab da auch noch andere Leute, die an diesem Namen interessiert waren. Es war eigentlich uferlos. Der Stress hielt über viele Jahre an.


Herzliche Gratulation noch nachträglich dazu. Wir sind am Ende des Interviews. Hast noch ein paar Grußworte an deine Fans?

Ja. Ich freue mich wahnsinnig, bald wieder die Fans Live zusehen. Wir sind gerade dabei, uns eine schöne neue Bühnenshow auszudenken. Wir werden viele neue Songs spielen aber auch die alten Highlights. Ich freue mich und hoffe, dass es euch allen gut geht. Viele Grüße für das neue Jahr und vielen Dank für den Support in all den 25 Jahren. Die Fans sind das Wichtigste für mich und das wird auch immer so bleiben. Man sieht sich!



 
 
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