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Osssy
 
Osssy - Oswald 'Osssy' PfeifferEin Rechtschreibfehler soll Schuld sein, dass sich bei Ossy das dritte 's' eingeschmuggelt hat. Interessant, aber nicht das, was unser Marc S. vom Multi-Instrumentalist Oswald "Osssy" Pfeiffer wissen wollte. Hier stand neben einem kurzen Ausflug in die Welt des Fußballs vor allem sein neues Album SERUM im Fokus. Ein Doppel-Album, dass es in sich hat...

Datum:
 M.A., 05.03.2012

Wir fragten...
 Hallo Osssy! Ich hoffe, Du bist guter Dinge und froh, dein erstes Album unter eigener Flagge auf den Markt gebracht zu haben! Ich war vom überwiegenden Teil des Albums sehr begeistert, vor allem der Wahnsinnssound hat mich schwer beeindruckt. So, jetzt aber genug der Lobhudelei.
Beginnen wir dieses Interview: Hannover 96 befindet sich derzeit auf dem 7. Tabellenplatz der Bundesliga, nur einen Punkt hinter Bremen (meiner Mannschaft!). Bist Du zufrieden mit dem derzeitigen Status Quo?


Ossy: Na klar! Seitdem Dete und meine Person regelmäßig in der Hannoveraner AWD Arena singen, spielt die Mannschaft auch raketenmäßig, haha! Nein, im Ernst - es ist schon ein tolles Gefühl, vor allem in Europa mitspielen zu dürfen. Ich freue mich total über den "Höhenflug" und hoffe, dass es uns gegönnt wird. Schließlich hatte sich Hannover 96 Jahrzehnte mehr oder weniger im unteren Mittelmaß platziert.


Die Frage hatte natürlich einen Hintergrund. Du bist als Stadionsänger bei Hannover 96 aktiv. Wie war die Stimmung beim letzten Heimspiel?

Wie immer großes Kino! Es gibt wenige Künstler, die von sich behaupten können, in regelmäßigen Abständen im Stadion performen zu können! Immer wieder Gänsehaut und eine gesunde Portion Lampenfieber. Die beste Droge überhaupt! ;) Eins ist klar: Die Fans haben den Titel "Alte Liebe" zu dem gemacht, was er ist - einem Hit! Geschrieben wurde die Nummer übrigens von den Hannoveranern Kai Hoffmann und Martin Hylla, umgetextet von Dete Kuhlmann, dann erst arrangiert und eingesungen von mir und Dete... Man darf nie vergessen, wo man her kommt - und wer einem geholfen hat!


Nun möchte ich aber doch endlich auf Deine Person zu sprechen kommen. Du bist seit rund 20 Jahren als Produzent tätig und hast u.a. mit Größen wie Toto, Laith Al Deen und Gunther Gabriel (das ist im übrigen eine interessante Mischung!) zusammengearbeitet. Wie bis Du in diesem Business gelandet und wo liegen Deine musikalischen Wurzeln?

Haha, stimmt - wenn man das so liest, ist das wirklich eine lustige Mischung... Meine Wurzeln kann ich gar nicht so richtig definieren. Als Kind und Jugendlicher habe ich durch die Arbeit meines Vaters im Ausland ständig den Wohnort gewechselt. Das hat sich - wie ich finde positiv - auf meine Auffassung ausgewirkt. Mich haben ständig unterschiedlichste Musikstile umgeben, irgendwie fand ich alles gut und inspirierend. Ferner haben mich meine Eltern erzogen, nichts grundsätzlich abzulehnen. Alles hat irgendwie seine Berechtigung - auch in der Musik... Na ja, fast alles! ;)
Grundsätzlich tendiere ich aber zu gitarrenorientiertem Rock. Meiner Meinung nach sind die Beatles - nach J.S. Bach - die Erfinder der Pop und Rockmusik. Mit George Martin haben sie Alben produziert, die nach über 50 Jahren klanglich und vor Allem kompositorisch immer noch Vorreiter sind! Der heutige Begriff AOR ('Adult-oriented Rock' Anm. d. Red.) beschreibt meiner Meinung nach am besten meinen Geschmack.
Das Produzieren war bei mir ein schleichender Prozess. Heutzutage kann man das sogar in Schulen wie S.A.E. lernen, doch das bringt bei talentfreien Menschen rein gar nichts. Wenn man weiß, wie man einen Kompressor bedient oder was pre-delay ist, heißt das noch lange nicht, dass man geschmackvolle Aufnahmen produzieren kann. Das ist wie bei jeder Kunst! Als es der Industrie noch gut ging, waren bei Produktionen immer Tontechniker und Produzent berechtigterweise getrennte Posten! Heute musst du, wie ich es immer nenne, ein "Oktop" sein - also alles gleichzeitig können...
In den 80er Jahren war ein Besuch im Studio ein teurer Spaß. Bei mir fing es im Grunde wie bei den meisten Producern an. 2-, dann 4-, dann 8-, dann 16- und schließlich 24-Spur Maschine. Ich hatte das große Glück, dass meine Lebensgefährtin Anca Graterol, die auf dem Album den Titel "Out of Control" gesungen hat und auch im Live Line-Up mit Git/Keys/Voc dabei ist - Anfang der 90er mit Steve Mann das Frida Park Studio übernommen hat. So konnte ich endlich in ausgemessenen Räumen arbeiten, was übrigens das Allerwichtigste ist! Shit in = shit out! Heißt: Schlechtes Signal ist und bleibt schlecht! Da nutzt dir die Beste Studiotechnik nichts!
Anca und Steve haben mir schlagartig 20 Jahre Erfahrung und Kontakte geschenkt!


Stichwort Toto: Da ich ein großer Verehrer von Simon Phillips bin, muss ich einfach die Frage an Dich als Insider stellen, wie der Meisterdrummer denn privat so drauf ist. Er macht immer einen sehr bescheidenen, netten und lockeren Eindruck. Ist das nur Gehabe für die Medien, oder ist er tatsächlich so?

What you see is what you get! Der Mann ist so. Wenn Arschlöcher einen "auf nett machen", merke ich das sofort. Simon ist eine liebenswerte, bescheidene Person - und einer der besten Drummer der Welt - mit weltbestem Sound!


Die technische Entwicklung im Bereich der Aufnahmetechnik (u.a. auch im Homerecording-Bereich) hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Hat diese Entwicklung Deine Arbeit erleichtert oder komplizierter gemacht?

Beides stimmt. Vor 20 Jahren hätte ich meine Produktion schneller abgeschlossen, da die Mittel erschöpft gewesen wären. Heute kann man basteln bis ins Nirvana, somit aber leider auch vieles entweder zerstören oder zu glatt zu bügeln. Was das Produzieren der meisten anderen Bands angeht, bin ich allerdings sehr froh über die Entwicklung. Bei vielen Kapellen gilt mein Job eher der "Schadensbegrenzung". Da ist das Editieren am Rechner ein Segen! Und dass Digital "kalt" klingt, ist übrigens grober Unfug - man muss nur wissen wie es reagiert!


Dein Album SERUM ist noch auf CD erschienen. Glaubt man den Presseberichten, ist damit bald Schluss. Wie stehst Du zu dem Thema, dass in naher Zukunft Musik nur noch in digitalem Format erhältlich sein soll?

Da triffst du bei mir genau ins Schwarze mit dieser Frage! Mein Manager hat mich gefragt, ob ich wirklich noch eine CD veröffentlichen möchte. Ja, ich will! Ich bin ein haptischer Mensch. Wenn es möglich ist, möchte ich Kunst anfassen können. Ich vermisse die Doppel-LP! Aufklappen, viel Platz für Grafik, Infos, Foto... Auch der ganze "Akt" des Musikhörens: Auspacken, auflegen... Man hat sich die Zeit genommen, das hatte etwas Meditatives! Aber klar, ich muss mich auch anpassen und die Zeit verläuft nun mal nur in eine Richtung - bis zur Erfindung der Zeitmaschine, haha! Ich befürchte nur, dass der Wert der Musik immer mehr gen Null geht, da zu viele kein Rechtsbewusstsein haben und illegal runter laden. Das wird leider zur Folge haben, dass immer weniger Geld für Produktionen da sein wird etc. Die Wurst ist, was das angeht, schon gelutscht und es gibt keinen Weg mehr zurück. Bleibt abzuwarten, wie die neuen Medien genutzt werden...


Nun möchte ich etwas detaillierter auf SERUM zu sprechen kommen! Warum hat es so lange gedauert, bist Du Dein erstes eigenes Album eingespielt hast? War es der Zeitmangel oder laugt einen der Produzentenjob kreativ derart aus, dass keine Ideen für eigenes Material übrig bleiben?

Erstes trifft zu; eindeutig Zeitmangel. Die Songs waren schon lange fertig komponiert, ich habe immer zwischen anderen Produktionen meine eigenen Sachen aufgenommen, leider zu wenig aus der Hand gegeben und zum Teil krampfhaft versucht, die Atmosphäre alter Vierspur-Demos zu reproduzieren, was im Grunde nicht klappen kann! Der Zeitgeist einer Aufnahme ist ein konservierter Moment. Das sage ich immer den Bands, die ich produziere! Es verhält sich wie bei einem Psychiater, der sich selbst nicht heilen kann, haha! Das wird beim nächsten Album anders. Wahrscheinlich lege ich das Producing komplett in Anca's Hände - und den Mix in Steve's. Das, was du jetzt hörst, sind eigentlich die letzten "Rough Mixe", sprich eher ein Zwischenstand! Abgeschlossen hab ich das Album, als ich nachts "Phantomspuren" gehört habe. Heißt: Instrumente, die schon längst gelöscht waren. Da hab ich zu mir selbst gesagt: "OK, das war's. Du bist definitiv nicht mehr objektiv." Dann den letzten Stand exportiert und ab zum Mastering-Studio. Übrigens: Die ersten sieben Songs des Folgealbums sind bereits fertig.


Du bist ein echter Multi-Instrumentalist. Welche Instrumente auf SERUM sind von Dir bedient worden?

Im Grunde alle - bis auf die Gäste, die im Booklet stehen.


Verliert man nicht irgendwann den Überblick, wenn man sich neben dem Producing auch auf das Einspielen diverser Instrumentalspuren konzentrieren muss?

Es ist schon schwer gewesen, aber Anca hat mir oft geholfen und Tontechnik gefahren, wenn ich z.B. Drums eingespielt habe... Wie gesagt, ich werde definitiv Einiges mehr aus der Hand geben, da ich Menschen um mich habe, den ich vertrauen kann!


Sind die Songs auf SERUM allesamt auf Deinem Mist gewachsen oder hast Du Songwriting-Partner oder gar vielleicht Songs von Fremdkomponisten verwendet?

Alle Titel sind von mir, bis auf die Texte von "All I can do", "Rendezvous", "Out of Control", "Situation", die sind von Anca. Außerdem stammen 50% der Musik von "Out of Control" und "Situation" auch von ihr.


Bei der äußerst genialen Nummer „Out of Control“ musste ich grinsen, da hier das Gitarrenthema von "Another Brick in the Wall" verwendet worden ist, was jedoch so perfekt in den Song integriert wurde, dass es einem zunächst gar nicht so recht auffällt. War dies beim Songwriting-Prozess bereits vorgesehen oder eher eine spontane Idee, die sich beim Recording ergab?

Solche Sachen ergeben sich bei mir immer spontan, und mir ist es dann in solchen Momenten völlig egal, ob es offensichtlich nach etwas klingt, was es bereits gibt! Gerade der Titel hat ja gar nichts mit Pink Floyd zu tun! Dieses eigentlich im Scherz bei der Gitarrensound-Suche gespielte Lick passte so geil, dass ich gesagt habe: "Alles klar, dann ist das eben so!"


Du machst keinen Hehl aus Deinen musikalischen Vorlieben. So zitierst Du in dem Song "All I can do" die Beatles, "Certain Things" wiederum ist eine Hommage an Queen und mit der Knallernummer "Situation" zeigst Du David Coverdale mal gediegen, was eine Harke ist! Stimmt also das Gerücht, dass Musiker ihre Songs in erster Linie für sich selbst schreiben?

Haha! Was mich angeht: Ein definitives JA! Ich habe die Titel ja nicht im Auftrag komponiert und produziert. Es ist im wahrsten Sinne ein Teil der Essenz meines bisherigen Schaffens! Viele meiner Kollegen haben mir beispielsweise abgeraten, das Mellotron beim Titel "All I can do" zu verwenden - das sind diese typischen melancholischen Beatles-Streicher - weil sie meinten, das klänge zu original. Meine Antwort: "Klar! Für diese Atmosphäre gibt's halt diesen Sound! Warum soll ich krampfhaft nach etwas Anderem suchen?"


Einige Deiner Songs sind sehr poppig und kommerziell ausgefallen und schielen auf die Charts. "I’ll get over You" beispielsweise ist doch das perfekte Futter fürs Format Radio. Kalkül oder Zufall? Besitzt Du etwa das Geheimrezept dafür, wie man einen Hit schreibt?

Das wäre schön! Ist aber nicht so, das weiß zum Glück keiner - und jeder und ALLES kann erfolgreich werden! Ganz ehrlich? OK! Titel wie "Brown Eyes" und "Rendezvous" sind nun mal auch ein Teil von mir! Ich liebe 80er-Popballaden genauso wie Rammstein, Kenny G, Chicago oder Charlie Parker! Was "I'll get over You" angeht, hast du das richtige Gefühl gehabt! Den Titel schrieb ich nach dem letzten Konzert der Fury's auf der Gilde-Parkbühne 2008 in Hannover und wollte ihn eigentlich auf Deutsch irgendwem anbieten, was aber nicht funktionierte. Dann habe ich den englischen Text geschrieben, und der landete auf meinem Album. Gegen Format Radio-Rotation hätte ich nichts einzuwenden! Das Schöne ist aber unterm Strich, dass ich mache was ich will! Das sollte eigentlich jeder Künstler!


Wie sehen Deine Tournee-Pläne für das laufende Jahr aus?

Na ja, die meisten Festivals sind bereits im Vorjahr verplant worden. Mein Album ist am 24.02.2012 erschienen. Daher werden wir wohl vereinzelt spielen und erst für 2013 eine längere Tour planen...


Osssy, ich danke Dir herzlich für die Zeit, die Du Dir trotz Deines sicherlich randvollen Terminplans genommen hast, um unseren Lesern einen Eindruck von Deiner Musik und Deiner Tätigkeit als vielbeschäftigter Produzent zu vermitteln. Ich wünsche Dir viel Erfolg mit SERUM und alles Gute für die anstehenden Gigs. Im übrigen wünsche ich Hannover 96 eine erfolgreiche Saison, wenn ich auch hoffe, dass sie letztendlich hinter Werder Bremen landen;-)

Fair und sportlich ist das Wichtigste! Danke für das Interview!
Os





 
 
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