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Axel Rudi Pell
 
Roger W. - Axel Rudi Pell - Crazy B.
© Rockstation
TALES OF THE CROWN heißt das neue Album von Axel Rudi Pell, und bietet typische Melodien für die treue Fanschar. Anlässlich seines Konzertes im Z7 packte Roger W. die Gelegenheit, um zusammen mit Cracy Beat (C.B.) von Metalfactory und Günti (G.S.) von Rockstation dem Gitarren-Magier ein paar Fragen zu stellen. Dabei verriet uns der ehemalige Steeler-Gitarrist, wer Mike Terranas böser Zwilingsbruder Bob ist, wieso plötzlich Engl-Verstärker viel besser sind als diejenigen von Peavy und was aufsässige Fans so alles von ihm verlangen. Zudem gestand er uns, dass er in den 80er Jahren mal fast eine Band mit dem Mad Max'er Michael Voss gegründet hätte.

Datum:
 R.W./C.B./G.S., 30.01.2009

Wir fragten...
 Hallo Axel. Wie lief der Tourstart in Würzburg?

Axel: Die erste Show war mehr eine öffentliche Probe. Also da war der Fluss noch nicht ganz so drin. Wir haben okay gespielt. Wir haben zwar einen Song abgebrochen, weil wir bei dem plötzlich alles durcheinander geworfen haben. Das war beim neuen Song "Ain't Gonna Win". Als wir den anfingen, hat Mike (Terrana, Schlagzeuger) ein anderes Intro gespielt, als wir es gewohnt waren. Und ich dachte mir: "Was macht der denn jetzt". Da habe ich "Stop" gesagt und wir fingen noch einmal an. Das Publikum war schon am Lachen. Dann fingen wir also noch einmal an und es kam wieder ein anderes Intro, das dieses mal zu langsam war. Und Johnny (Goeli, Sänger) meinte: "Maybe it's a good idea to play another song." (Vielleicht sollten wir lieber ein anderes Lied spielen.) Und so haben wir dann ein anderes Lied gespielt. Das erste Konzert war also noch ein Bisschen chaotisch. Aber ansonsten war alles cool bis jetzt.


Ist das normal, dass es so zwei, drei Konzerte braucht, bis es rund läuft?

Ja, irgendwie schon. Das war aber auch die erste Show. Und die war auch gut. Wir spielten zwar erstmal eher auf sicher und guckten mal, ob alles klappt. Das ging dann bis auf die eine Sache auch super und Berlin war anschließend richtig cool. Das war schon schön. Wir haben viel mehr Leute bei den Shows als noch bei der letzten Tour, der Mystica-Tour. Das sieht man ja auch heute. Wir haben sehr viele Tickets bereits im Vorverkauf verkauft.


Und wie erklärst du dir diese steigende Popularität?

Die Band wir einfach immer besser (lacht). Also ich bin ein musikalisches Genie und deswegen halt. Nein, das war jetzt nur ein Scherz.


In Bochum spielt ihr ja dieses Jahr drei Konzerte anstelle der üblichen zwei.

Ja, es sind dieses Mal drei. Wir haben dieses mal auch gleich zwei Konzerte angesetzt, weil wir letztes mal erstmal nur eines angekündigt hatten. Das war aber relativ schnell ausverkauft, weswegen wir dann zwei gespielt haben. Und dieses mal dachten wir, wäre es gut, gleich zu Beginn zwei Konzerte zu planen. Wir waren gespannt ob das klappt. Ich habe jetzt nicht damit gerechnet, dass wir noch eine dritte Show spielen können. Aber die zweite Show war dann auch bereits Anfang Dezember ausverkauft, weshalb wir uns gesagt haben, dass da noch ein weiterer Bedarf ist. Außerdem haben die Leute auch immer noch die Ticketstationen angerufen und gesagt, dass sie da ebenfalls noch hin möchten. Und das diese Konzerte am Ende der Tour sind, geht das auch, dass wir da noch eine Show dran hängen können. Wenn es jetzt Mitte der Tour gewesen wäre, hätte das nicht geklappt. Und jetzt ist der Vorverkauf der dritte Show auch schon so gut, dass wir schon sagen können, dass auch die dritte Show am Abend ausverkauft sein wird. Und das ist schon cool. Das hatten wir auch noch nie, dass wir dreimal hintereinander ausverkaufen.


Wie groß ist diese Konzerte-Halle denn?

So 1750 Personen passen da rein.


Ist doch beachtlich.

Das ist okay. Also mit Gästelisten sind dann immer so 2400 - 2500 Leute.


Die Zeche ist das?

Ja.


Ich denke die ist bei euch genau so berühmt wie bei uns das Z7?

Ja, alles klar. Das ist auch so ein Kult-Tempel.


Wie läuft der Verkauf des neuen Albums "Tales Of The Crown"?

Der läuft eigentlich gut. Er ist aber zumindest am Anfang nicht so gut gelaufen wie die "Kings And Queens". Am Anfang waren die Zahlen leicht rückläufig, aber mittlerweile ist es gut in der Spur. Im Endeffekt, also so in drei, vier Jahren wird die genau so gut verkauft worden sein wie z.B. die "Mystica", oder wie die anderen Alben davor auch. Bei den Leuten ist es mittlerweile so, dass viele das Album zuerst illegal runterladen, sich die Scheibe anhören und sich sagen, dass sie sich das Album ja immer noch kaufen können. Viele vergessen es dann leider (lacht). Aber es ist schon so, dass die Verkaufszahlen langsam zunehmen. Ich verkaufe auch von den anderen Scheiben immer noch jedes Jahr ein paar hundert Stück. Also von jeder einzelnen, und das ist schon cool.


Ich habe das Gefühl, dass das neue Album irgendwie lebendiger und abwechslungsreicher geworden ist als die Vorgänger. Wie siehst du das?

Das sehe ich genau so. Es ist ein Bisschen flüssiger geworden.


Wie geht ihr im Studio vor? Seit ihr alle am gleichen Ort oder wie geht das?

Ich bereite die Aufnahmen zu Hause vor und brenne mir selber CDs, wo alles drauf ist. Also wo ich alles selber spiele, aber ohne Schlagzeug. Da ist ein Takker drauf, der die Geschwindigkeit vorgibt. Ich spiele dann alle Rhythmus-Gitarren, die Solo-Gitarren, singe auch selber die Melodien und mache auch den Bass teilweise. Und gehe dann ins Studio und mache dasselbe noch mal mit dem Toningenieur Charlie Bauerfeind zusammen. Dann kommt zuerst der Mike (Terrana, Schlagzeuger). Mit ihm gehe ich alle Lieder noch einmal durch. Wir hören uns den Bass, die Gitarren und den Gesang nochmals an, und entscheiden dann, welches Schlagzeug dazu passen würde. Wenn der Mike fertig ist, spiele ich erstmal die Rhythmus-Gitarren auf Mikes Schlagzeug völlig korrekt drauf, also mit allen Spuren. Und dann kommt der Bassist, und ich gehe mit ihm das gleiche nochmals durch und wir schauen, welche Bassspuren zu den jeweiligen Liedern passen. Anschließend kommt der Ferdy und spielt die Keyboard-Spuren ein. Und wenn der fertig ist, spiele ich die Sologitarren drauf. Zum Schluss kommt der Gesang. Diesmal haben wir es sogar so gemacht, dass Johnny (Gioeli, Sänger) gar nicht in Deutschland war, sondern drüben in seinem Studio gesungen hat. Er wohnt ja an der Amerikanischen Westküste. Und deshalb haben wir das per Skype gemacht. Ich habe ihn gesehen, wie er im Studio mit den Kopfhörern stand. Er hatte die Webcam an. Und wir sind dann die Songs durchgegangen und haben uns darüber unterhalten. Er hat sich dann Notizen gemacht, und gemeint "Axel, I know exactly what you mean" (Axel, ich weiß genau, was du meinst). Also hat er sich die Sachen aufgeschrieben und dann jeweils ein bis eineinhalb Songs über Nacht eingesungen. Und am nächsten Tag hat er es mir vorgespielt, ebenfalls für Skype. Anschließend haben wir darüber diskutiert. Ich habe zum Teil noch kleine Änderungen eingebracht, die er dann nochmals aufgenommen hat. Wobei ich glaube, dass ein Song sofort 100% gepasst hat, wo wir dann auch keine Änderungen mehr vornehmen mussten. Das war richtig cool so. So hat es funktioniert.


Wie kam das mit seinem Sohn Branton zustande?

Als Johnny in seinem sehr kleinen Aufnahmeraum aufgenommen hat, war die Tür irgendwie nicht abgeschlossen, und sein Sohn ist ins Studio gelaufen. Er hatte diesen Song im Kopf gehabt und hat am Ende einfach mitgesungen, weil ihm sein Vater das einmal vorgesungen hatte. Das fanden wir dann beide so lustig, dass wir es drauf gelassen haben. Das ist also einfach so durch Zufall passiert.


Ja, das ist eine witzige Sache. Ihr habt ja bald das 10-jährige Jubiläum in dieser Besetzung, wenn ich das richtig rechnet habe.

Das ist bereits das elfte Jahr.


Das elfte schon? Wie hältst du diese Bande zusammen?

Ich zwinge sie mit viel Geld (lacht).


Das habe ich mir bereits gedacht.

Scherz beiseite. Wir verstehen uns super. Und das Geheimnis liegt wohl darin, dass wir uns nicht jede Woche sehen, dass jeder wo anders wohnt und wir nicht permanent auf einander hocken. Wenn diese Band zum Beispiel drei- bis viermal pro Woche proben würde, dann würde sie nicht funktionieren. Dann gäbe es spätestens nach zwei Monaten Mord und Totschlag. Es ist also schon gut, wenn wir uns nur selten sehen, und dann nur direkt vor einer Tour proben. Das hat schon seine Vorteile. Da freut sich dann auch jeder, die anderen wieder zu sehen. Und wir haben jetzt tierisch viel Spaß auf den Tourneen.


Wer ist eigentlich Mikes böser Zwilling Bob?

Den gibt es gar nicht. Mike ist manchmal ziemlich cholerisch, wenn er irgendwas nicht rafft oder meint er habe was gerafft und ich es eigentlich anders gemeint habe. Dann kommt er dann "Ahh, you fucking hole, what do you mean", und schmeißt dann die Drumstiks rum und meint dann nur, "Sorry it's not Mike, it's my evil twinbrother Bob." Das ist so praktisch sein zweites "ich". Aber das ist bei dieser Produktion nicht passiert.


Da war alles in Ordnung.

Ja, da war alles in Ordnung. Ich habe auch in meine Dankesliste geschrieben "Thanks to Mikes evil twinbrother Bob for not showing up." Okay, er hat manchmal an die Türe geklopft, aber nur leicht und war dann wieder weg.


Ihr schreibt ja auch sonst sehr viele Sachen in eure Booklets. Auch sehr viele interessante Anekdoten. Jonny schreibt zum Beispiel, dass ihr für ihn wie seine Schwestern seit, die er nie gehabt hat.

Ja genau (lacht).


Ihr geht ja auch sonst offen mit den Fans um. Ihr habt zum Beispiel auch dieses mal vor Veröffentlichung viele Soundschnipsel auf eure Homepage gestellt. Diese haben viele Diskussionen in eurem Gästebuch ausgelöst. Siehst du dir diese Gästebucheinträge an, und reagierst du darauf?

Also reagieren tu ich überhaupt nicht drauf. Ich sehe sie mir auch nicht jeden Tag an und habe keinen inneren Zwang nachzusehen, ob da jetzt was Neues steht. Ich mache das so sporadisch. Also wenn ich mal Zeit oder Lust dazu habe. Ich sage mal einmal pro Monat. Manchmal alle zwei Wochen, manchmal gucke ich auch jede Woche einmal rein, manchmal auch zwei Monate lang gar nicht. Das ist aber auch okay so. Ich lese es mir dann aber auch meisten ganz durch. Manchmal muss ich sehr schmunzeln. Und manchmal denke ich mir auch "ah... geht's noch?". Aber das ist okay. Ich reagiere aber auch nicht drauf. Weil jeder hat eine eigene Meinung. Wenn einer schreibt: "Die neue Platte ist aber irgendwie komisch geworden", dann ist das auch sein eigenes Ding. Ich habe damit kein Problem, auch wenn da Kritik drin steht.


Einer bittet euch, dass ihr an einem Konzert einen Song spielen sollt, damit er seine Ex-Freundin wieder rumkriegt. Habt ihr den Song gespielt?

Also das ist wirklich kein Mist: Wir kriegen so viele Mails an meine Management-Adresse, die dann mir weitergeleitet werden, mit Songwünschen für unsere Konzerte. Wir müssten bei jedem Konzert fünf oder sechs Ständchen bringen weil jeder irgendwie schreibt: "Ja meine Frau hat dann Geburtstag, dann könntet ihr ja diesen Song spielen." Dann hat einer schon mal für ein Konzert in Wacken gefragt, wir müssten unbedingt den und den Song spielen, weil er bei einem vorigen Konzert von uns dort seine Frau getroffen habe. Und sie kommen jetzt zusammen an Wacken. Und dann müsste ich aber unbedingt auch noch Grüßen übers Mikrofon. Wenn wir das sowas machen würden, dann würden wir nur noch Geburtstagständchen spielen. Und das geht natürlich nicht. Das können wir nicht tun.


Du hast ja vor kurzem von Peavy zu Engl gewechselt. Wie kam der Deal mit Engl zustande? Oder warum hast du gewechselt?

Ich muss dazu sagen, dass ich jetzt Jahre lang mit dem Peavy gespielt habe und die Sachen klingen auch gut. Ich will die jetzt nicht schlecht machen, aber es ist einfach so, dass der Peavy-Service unter aller Sau ist. Das heißt also, wenn irgendwas kaputt ist und ich was Neues brauche, dann läuft das über England, weil die nicht mehr in Deutschland sitzen. Früher gab es einmal eine zweite Niederlassung in Deutschland, die aber vor mehreren Jahren aufgelöst wurde. Und der Service ist einfach scheiße. Und das hat nicht mehr funktioniert. Und die Engl-Leute, als eigentlich einer davon, die laufen mir schon seit zig Jahren hinterher. (näselt) "Warum spielst du denn keine Engl-Verstärker? Komm doch zu Engl!" Und ich sagte dann jeweils: "Geh mal weg mit dem Dreck!" Dazu muss ich sagen, dass ich früher in den 80er Jahren mal einen Engl-Verstärker getestet habe, und da klangen die aber wirklich noch schrecklich. Das war damals bei Tommy Newton von Victory in Hannover im Studio, als wir eine Platte mit Steeler gemacht haben. Da kam einer und meinte: "Du musst Engl spielen!" "Ich will keinen Engl!" "Hör dir das doch wenigstens einmal an". Und ich sagte: "ist scheiße". Damals habe ich aber auch noch Marshall gespielt. Und irgendwann habe ich mir dann gedacht: "Okay, so viele Leute spielen jetzt Engl, da könnte doch was dran sein". Und dann habe ich den mal angerufen. Der sitzt auch noch in der gleichen Stadt wie ich, in Bochum. "Hier ist der Axel". "Ah, der Axel? Jetzt willst du Engl spielen!" "Also nur mal ausprobieren, aber wenn es klappt, dann schon". "Ja, komm vorbei." Und bin da rein in den Laden, und da hatten die wirklich jedes einzelne Modell aufgebaut und an die Boxen angeschlossen. Ich habe ein paar Stunden lang alles durchgetestet und musste dann zugeben, dass das cool klingt. "Das klingt definitiv besser als früher." "Ja, wir entwickeln uns ja auch weiter." Und dann habe ich mit denen einen Endorsement-Vertrag ausgehandelt. Und es ist schon cool. Das ist jetzt die erste Tour, wo ich Power-Ball-Verstärker spiele. Ich wollte eigentlich einen Fire Ball haben, aber das hat nicht geklappt, weil da irgendwas mit der Kanalumschaltung nicht funktioniert. Die haben jetzt erst einen neuen Proto-Typen und den wollte ich auch nicht unbedingt mitnehmen, weil ich dann auf der Bühne vielleicht einen kleinen Stromschlag gekriegt hätte. Mit Prototypen muss man immer vorsichtig sein. Aber Engl ist echt cool. Ich bin total positiv überrascht.


Ist in diesem Falle Marshall nur noch was für alte Leute?

Nein, nein. Ich meine, ich würde jetzt auch weiterhin Marshall spielen, wenn es wirklich einen Marshall-Amp geben würde, der so gut klingt, wie ein Engl oder ein Peavy. Von Framos gibt es diesen Cobra-Head-Deckel, der auch geil klingt. Den habe ich jetzt bei der Doro-Show gespielt. Das ist auch cool. Aber bei Marshall fehlt mir immer so ein Bisschen die letzte Kante. Es ist so, dass du zum Beispiel bei Engl einen Amp nehmen kannst, und der genauso original klingt wie der nächste Amp aus der gleichen Baureihe. Bei Marshall hast du zehn Amps, und von denen klingt vielleicht einer gut, obwohl es das gleiche Modell ist. Das kommt immer drauf an. Und das ist immer so ein Knackpunkt bei Marshall. Ich habe das im Studio einmal getestet. Ich ging da zu unserem Musikladen in der Nähe und habe gesagt, dass ich einen gut klingenden Marshall brauche. Und die meinten, ich solle mir einen aussuchen, denn die würden alle gut klingen. Wenn ich im Studio bin, klingen da neun von zehn scheiße. Und das war dann zuviel.


Wie war das Jubiläumskonzert von Doro. Du hast ja da mit ihr und Udo Dirkschneider (U.D.O.) East meets West gespielt?

Also Udo war da leider nicht da.


Udo war nicht da?

Nein, der war nicht da. Udo sollte singen, hat aber abgesagt. Ich habe dann zusammen mit Chris Boltendahl von Grave Digger und Doro "East meets West" gespielt. Das war cool und eine geile Nummer. Bis auf das Ende. Weil ich mich auf der Bühne so schön lange hingelegt habe. Ich habe mich verabschiedet und die Show war gut. Ich habe mich verabschiedet, renne zurück im Dunkeln, und sprinte so nach hinten, gucke aber nicht nach links, und da stand eine Monitor-Box auf dem Boden mit Gitarre, die noch an war und habe einen Satz genommen und bin umgeflogen. Es gab dann auch einen riesen Krach, das haben aber vielleicht nur 30, 40 Leute gesehen. Und dann kam der Sanitäter weil das Bein sehr Dick wurde, weil ich auf eine Kante gefallen war. Es war nicht so schön. Und der meinte: "Ohh, das könnte gebrochen sein." Ich konnte aber laufen und es ging mir gut. Ich sagte ihm: "Ich muss gleich nochmals für das Medley auf die Bühne, wo alle Gäste dabei sind." Und der Sanitäter: "Du gehst nirgends mehr hin! Du gehst ins Krankenhaus. Das muss geröntgt werden. Wenn das angebrochen ist, reicht ein Schritt und das Bein ist durch." Dann ging ich also röntgen, aber da war nichts. Da habe ich leider dann die After-Show-Party verpasst. Ich habe mich noch kurz mit Rudolf und Klaus von den Scorpions unterhalten, wir haben uns fett gelacht über alte Geschichten von früher aus Bulgarien. Aber dann konnte ich leider an der Party nicht mehr teilnehmen.


Bei einem Bruch wäre das wohl das Aus für die aktuelle Tour gewesen?

Ja, aber zum Glück ist nichts passiert. Das hätten wir uns auch nicht erlauben können.


Ich werde das Interview für ein Live-Special bringen. Kannst du dich noch an die Aufnahmen zum ersten Live-Album mit Jeff Scott Soto erinnern?

Ja, auf jeden Fall. Die haben wir in Hamburg und in Bochum aufgenommen.


Was für Erinnerungen hast du daran? Waren das eher gewöhnliche Konzert wie jede anderen?

Ja, auf jeden Fall. Es war eine normale durchschnittliche Pell-Show.


Die war also schon repräsentativ?

Für die damalige Zeit sicherlich. Das würde ich so sehen.


Die letzte Live-DVD ist vor einem Jahr raus gekommen und hat sehr viel Bonusmaterial drauf. Auch Aufnahmen aus dem Z7. War das so ein Wunsch, beim Bonus-Material noch was drauf zu setzen? Die letzte Live-DVD ist ja noch nicht so lange her.

Also die war fünf Jahre vorher. Wir dachten uns, es sei einfach wieder an der Zeit und es hat sich einfach so ergeben. Weil das Rock Hard-Festival sowieso gefilmt wurde. Da waren sowieso überall Kameras, und da musste ich nicht extra eine Crew engagieren, die für viel Geld hergekommen wären. Das wurde sowieso gefilmt. Und wir haben uns gesagt, dass wir uns das anschließend angucken werden und wenn das Material in Ordnung ist und wir einigermaßen gut gespielt haben, dann machen wir eine DVD davon. Und das Bonusmaterial kam dazu, weil wir als Co-Headliner nur 75 Minuten spielen durften. Da habe ich mich gefragt, was wir damit machen sollten. Denn die 75 Minuten sind eigentlich zu wenig für eine normale DVD. Und dann kam mir die Idee mit den Bootlegs, die ich dann in meinem Archiv durchgesehen habe, um damit das Ganze ein wenig aufzufüllen. Da sind ja Aufnahmen dabei, die zeigen, wie es eben an Konzerten ist. Also zum Teil mit Scheiß-Sound aus dem Camcorder. Aber das ist halt so, wie es damals war. Ich meine viele Leute haben uns gefragt, was der Scheiß soll. "Interessiert mich nicht", oder ein paar Leute "darauf hätte er auch verzichten können". Und andere haben es als sehr interessant empfunden. Es sind zwar zum Teil drei oder viermal die gleichen Songs drauf, aber alles klingt ein Bisschen anders. Weil verschiedene Jam-Parts drin sind und so. Und das war der Sinn.


Ein Teil von dem wurde auch hier im Z7 aufgenommen.

Ja genau, so drei oder vier Stück.


Und manche Songs unterschieden sich schon. Sie sind nicht immer genau gleich gespielt.

Nein.


Das ist dann auch der Beweis dafür, dass du improvisierst und nicht immer das gleiche Solo spielst.

Ja, ja. Das kann zwar manchmal nach Hinten losgehen. Wenn der Mike mich zum Beispiel anguckt wie eine Kuh wenn es blitzt, oder nicht mehr weiß was jetzt läuft. Ich mache es teilweise auch gerne, wenn der Jonny einen Song ansagt, und ich dann etwas anderes spiele. Es gibt dann immer ein völliges Entsetzen der anderen.


Das heißt du spielst andere Songs an oder andere Soli?

Ich spiele die nur an, höre dann aber auf damit. Das wäre sonst ganz peinlich. Vorallem bei Songs, die wir noch nie geprobt haben, oder die gar nicht von Pell sind.


Also Cover-Songs hast du ja genug gespielt auf dem letzten Album. Also z.B. "Love Gun" und diese ganzen anderen.

Ja schon.


Bist du denn immer noch zufrieden mit dem UNLOCKED DIAMOND-Cover-Album?

Ja, absolut. Ich finde es mittlerweile sogar besser, als kurz nach dem Aufnehmen. Ich habe es mir vor kurzem nochmals angehört, also bevor wir angefangen haben zu proben. Da habe ich es mir nochmals komplett einmal durchgehört. Aber ich bin so sentimental (lacht). Also das war schon in Ordnung. Ich finde es immer noch cool.


Für mich ist es auch ein Axel Rudi Pell-Album, und das trotz fremder Songs.

Absolut.


Euer Stempel ist drauf.

Das war auch der Sinn der Sache.


Wie schwer war es, diese Songs in Axel Rudi Pell-Gewand zu kleiden?

Eigentlich nicht so schwer. Weil ich mir vorher, als ich mir die Songs rausgesucht habe, schon überlegte, wie das so ungefähr klingen müsste. Und ich weiß ja auch, wie das die anderen umsetzen können. Das hat eigentlich gut funktioniert. Also war nicht so schwer.


Gerade diese Phil Collins-Nummer klingt ja sehr nach Pell.

Da haben wir noch einen Extra-Part eingebaut und noch ein Bisschen mehr Gitarre rein getan. Ich fand den Song schon immer cool, aber so ein Bisschen was fehlte mir, ein kleiner Tick. Obwohl ich das Original jetzt nicht schlecht machen möchte, um Gottes Willen. Das ist ja auch cool. Aber es ist halt eine andere musikalische Richtung.


Auf der Homepage in deiner Playlist findet man den Rock'n'Roll-Song von Michael Schenker.

Oh, die ist ganz alt, diese Playlist. Ja?


Gilt das noch? Weil ich habe mich gefragt, wieso es gerade der Song ist? Liegt es an Graham Bonett?

Weil ich den Song von dem Album mit am Besten und die anderen Songs nicht so prickelnd fand.


Vom Riffing her?

Von der Melodie und vom Gesang. Also das Riffing ist cool. Von daher fand ich die anderen Sachen auch nicht schlecht, aber ich fand gerade die Gesangsleistung von Bonnet eigentlich richtig cool. Also vor allem was er mit dem Chorus gemacht hat. Das ist eine alte Playliste, ich habe die seit ein paar Jahren nicht mehr erneuert. Die Homepage wird sowieso erneuert. Ab März oder so kommt eine komplett neue Homepage.


Ja, ich denke es ist an der Zeit.

Ja, da ist viel altes Zeug drauf. Das hat man heute nicht mehr. Die wird auch ganz anders aussehen. Ein anderer wird die auch füllen. Aber das ist okay so.


Was sind deine aktuellen Favoriten?

Meine Favoriten momentan?


Ja, deine aktuelle Playlist?

Oh, das kann ich dir gar nicht sagen. Also im Moment sicher jeden Abend Pell (lacht).


Ja logisch.

Ich höre momentan überhaupt keine Musik, weil mit das am Abend reicht.


Für welche Bands würdest du denn ein Konzert-Ticket kaufen?

"SIXX: A.M.". Das ist zum Beispiel auch einer meiner Favoriten im letzten Jahr, die finde ich relativ cool. Also von der Melodie her, habe ich das Nikki Sixx nicht zugetraut. Dass der so ein Ding raus haut, was mal nicht ganz anders ist als Mötley Crüe aber wo meiner Meinung nach mehr Musikalität drauf ist. Die haben auch einen Super-Sänger. Das finde ich eigentlich sehr passend.


Wenn ich mir so Bands ansehe wie The Answer, Black Stone Cherry oder Shinedown, dann sind das neue Bands, die aber wieder den Blues mit drin haben. Was New-Metal oder Modern-Rock-Bands nicht so haben. Ist das eine Rückkehr zu den Wurzeln, oder wie siehst du das?

Das kann sein, aber ich muss dir jetzt gestehen, dass ich die Bands nicht kenne. Also von den Namen her zwar schon, aber ich habe bis jetzt nicht einen Song von denen gehört, weil mir das in den letzten Monaten irgendwie durchgegangen ist. Ich hatte überhaupt keine Zeit.


Ihr spielt ja heute wieder mit Michael Voss und Mad Max zusammen. Das ist ja nicht das erste Mal. Ist da zwischen euch eine spezielle Freundschaft oder Beziehung? Oder kennt ihr euch schon länger?

Also ich kenne Michael Voss schon seit etwas 1983. Wir haben früher mal mit Steeler im Vorprogramm von Mad Max gespielt. Das war glaube ich 1985 in Münster im Joffel, das weiß ich noch. Und das war eigentlich ganz cool. Wir haben damals die erste Pell-Tour gespielt, also die Metal-Hammer-Road-Show 1991. Und da war er noch bei Casanova und die hatten dann auch nach uns gespielt. Den Voss kenne ich schon seit so vielen Jahren. Und wir wollten sogar einmal zusammen eine Band gründen. Das weiß fast gar keiner. Das war wahrscheinlich 1985. Da war er, und der Gitarrist von Casanova, ich und ein anderer Blonder. Das wären dann so die "Four Blonds" gewesen. Keine Ahnung. Aber das ist schon so lange her. Da ist nie was daraus geworden. Wir haben da mal kurz ein paar Wochen darüber gesprochen, und dann war es wieder erledigt.


Nach Steeler, kam ja Volker (Krawczak, Bassist) wieder zu dir, Peter ging zu EMI-Music, und was ist aus den anderen geworden? Hast du da noch Kontakt mit denen?

Also eigentlich nicht. Der Drummer von damals, der Jan Yildiral, den treffe ich ab und zu mal. Der hat jetzt drei Reisebüros aufgemacht. Und das schon seit längerer Zeit. Er ist damit relativ erfolgreich und der spielt glaube ich noch Schlagzeug in einer Coverband. Da bin ich mir aber nicht ganz sicher. Aber ich sehe ihn durch Zufall so alle ein, zwei Jahre. Der andere Gitarrist, der Thomas Eder, der studiert glaube ich immer noch, und der wird wohl auch in 20 Jahren noch studieren. Ich habe keine Ahnung was der macht. Den habe ich das letzte Mal bei Peter Burtz 40. Geburtstagsfeier gesehen. Vor ein paar Jahren war das. Aber da haben wir auch kaum miteinander gesprochen. Er hat schon früher nie was erzählt und an dieser Feier hat er mal gesagt: "Hmmm!" (lacht) Und das war schon einmal ziemlich viel.


Also feine Unterschiede.

Ja, feine Unterschiede. Man wird halt älter.


Und so die anderen ehemalige Axel Rudi Pell-Mitglieder?

Die sehe und höre ich eigentlich auch selten. Jeff hat uns letztes Jahr verpasst. Oder vielleicht vorletztes Jahr, als wir am Sweden-Rock gespielt haben. Da war Jeff mit Talisman da, war da aber auch noch bei Journey dabei. Und Jeff hat mich während der Heaven & Hell-Show auf dem Gelände gesucht, hat mich aber nicht gefunden. Er hat dann den Volker getroffen und hat mich schön grüßen lassen. Aber ich habe ihn leider nicht selber gesehen. Ich habe aber auch immer noch seine E-Mail-Adresse und wir schreiben uns so alle zwei, drei Jahre, mal eine E-Mail. Und Rob Rock ist eigentlich auch noch okay. Ich habe auch auf irgendeinem Album von ihm ein Solo gespielt. Ich weiß zwar nicht mehr genau, ob das auf dem vor- oder vor-vorletzten Album gewesen ist. Die waren ja auch einmal im Vorprogramm von uns unterwegs.


Und von Charlie (Huhn, der erste Sänger) hörst du nichts mehr?

Das mit Charlie ist eine witzige Sache. Der war letztes Mal auch auf dem Sweden-Rock. Da hat Charlie mit der Band Foghat gespielt. Er singt jetzt bei Foghat. Ich wusste zwar, dass die da sind. Aber er hatte wohl den falschen Pass und versuchte zu uns zu kommen, weil wir auf der großen Bühne und er auf der kleinen Bühne gespielt hatte. Er versucht zu uns rein zu kommen, um mir Guten Tag zu sagen. Das hat mir aber keiner erzählt, und die Security-Leute haben ihn nicht durchgelassen, weil er den falschen Pass hatte, das falsche Armband für diese Bühne. Und er hat sich da wohl ziemlich aufgeführt, und durfte da dann trotzdem nicht rein. Und mir hat das keiner erzählt, weil ich sonst raus gegangen wäre und ihn reingeholt hätte. Und so haben wir uns dann ebenfalls verpasst.


Noch eine andere Frage: Was ist das für eine Firma, welche Johnny in den USA leitet?

Da musst du Johnny Fragen. Ich blicke da selbst nicht durch. Es hat irgendwas mit E-Commerce zu tun. Die haben das jetzt aber mit einem Umzug wieder teilweise gewechselt. Ich kann es dir echt nicht sagen. Es hat auf jeden Fall viel mit Computer zu tun und... weiß ich nicht. Das macht er übrigens mit seinem Bruder zusammen. Den beiden gehört die Firma.


Das wär's, vielen Dank Axel für das Interview.

 
 
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