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PicturaDie Band Pictura das sind: Marius Borjans Gitarre, Vocals, Growls, Mirko Weber Gitarre, Julian Fischer Drums und Daniel Woyke Bass. Gerade wurde ihr Album zum HardHarderHeavy Tipp des Monats Juli und da die Band sehr eigenständig ist, vieles komplett anders macht und immer für eine, ach was, für jede Menge Überraschungen gut ist, wurde das Quartett schnell zu einem Interview gebeten. "Expect the unexpected" könnte das Motto der Melodic Progressive Deather sein. Schauen wir mal was die Truppe uns zu sagen hat.
Bildnachweis: www.mikesiepmann.de

Datum:
 U.B., 28.06.2014

Wir fragten...
 Drei Jahre habt ihr in euer Debüt Album gesteckt (Debüt unter dem Bandnamen Pictura). Das ist selbst für ein kompliziertes Prog-Werk eine lange Zeit. Welche Widrigkeiten galt es zu überwinden? Wo lagen die größten Schwierigkeiten?

Julian: Zeit gelassen haben wir uns schon. Wir hatten ja keinen Zeitdruck und wollten es möglichst perfekt machen. Aber ein großes Problem gab es auch im Vorfeld die fehlende Kohle. Zwar konnten wir das Ding selbst produzieren und einen Teil der Aufnahmen in Eigenregie durchziehen, aber der Rest war noch teuer genug. Wir sind da nicht gerade auf Rosen gebettet. Für den Versuch, das Album mit der Demo-EP REBIRTH im Vorfeld zu bewerben, gab es leider auch nicht mehr als einen warmen Händedruck.


Was hat es mit dem Bandnamen Pictura auf sich?

Mirko: Nun, der Name greift die Bildlichkeit unserer Musik auf. Wir versuchen ja mit unserer Musik, abwechslungsreiche Landschaften zu zeichnen und den Hörer über diese Facette der Kunst zu fesseln.


Jetzt, nachdem das Album "im Kasten" ist wie schaut da euer Befinden aus. Überwiegt der Stolz auf das, was ihr geschafft habt, herrscht Erleichterung, dass die Sache endlich fertig ist oder ist da auch eine gewisse Leere da, weil die Herausforderung, das Ziel, erst einmal weg ist?

Julian: Ich selbst bin einfach nur verdammt stolz drauf.

Marius: Ohne, dass ich mich da jetzt als Egomanen hervortun will, muss ich sagen, dass das Album die einzige Metalplatte ist, die bei mir seit Monaten rauf und runter läuft. Das hat dann in meinen Augen an sich auch nichts mit Selbstverliebtheit zu tun. Meiner Meinung nach sollte man die Musik machen, die man selber hören würde und in dem Sinne ist das Album vollauf geglückt.


Im Titel des Albums steht "Part 1". das suggeriert, dass ein weiterer Teil zumindest geplant ist. Habt ihr schon Ideen für neue Songs? Wagt mal einen Blick voraus.

Julian: Ja, gut beobachtet. Und zwar haben wir beim Songwriting gemerkt, dass wir einen Haufen Material zu viel haben und das angesetzte Albumkonzept den Rahmen eines einzelnen Albums gesprengt hätte. Ein Teil des kommenden Albums ist also bereits geschrieben. Zum Beispiel der dritte Track auf der Rebirth-EP das ist die Demo-Version eines Teils des etwa 14-minütigen grande finales.

Mirko: Deshalb herrscht auch gerade nicht das Gefühl, dass ein Ziel fehlt. Dieses haben wir noch vor Augen, da wir das begonnene Konzept mit dem zweiten Album würdig abschließen wollen.


Direkt beim Debüt ein Konzeptalbum anzugehen, zeugt von Ehrgeiz und einem hohen Anspruch, den ihr an euch stellt. Seit ihr nach dem Motto "wenn schon dann aber auch richtig" gestartet oder was war die Motivation?

Marius: Da wir alle, und Julian im Besonderen, Fans von Literatur und Lyrik sind, hat es sich angeboten nicht nur auf musikalischer Ebene, sondern auch hinsichtlich der Lyrics mal direkt keine Kompromisse zu machen. Ich glaube, Julian hatte den entscheidenden Anstoß gegeben, weil er ein ziemlich ausgetüfteltes Story-Konzept im Kopf hatte, das uns alle direkt überzeugte. Für ein Album ein Konzept im Kopf zu haben, ob musikalisch oder textlich, finde ich gerade bei progressiver Musik sowieso unerlässlich, um nicht den Faden zu verlieren, was man da eigentlich gerade am fabrizieren ist.


THE EQUILIBRATION OF MINDS Part I, so sperrig der Albumtitel auch ist, passt sehr gut zur anspruchsvollen Musik. Easy Listening geht anders. Euch war bestimmt klar, das Progressive Death Metal nur einen überschaubaren Kreis von Musikfreunden anspricht. Und doch habt ihr euch ganz bewusst für diesen Stil entschieden. Ich schließe daraus, dass euch die Anerkennung einer breiten Schicht eher egal ist und ihr genau die Musik machen wollt, die ihr für richtig haltet. Liege ich da richtig?

Julian: Naja, ehrlich gesagt hat sich diese Erkenntnis erst mal entwickeln müssen. Klar, wir haben nie damit gerechnet, eines Tages die dicken Platinalben einzufahren. Aber schon, dass man sich zumindest im Prog-Bereich einigermaßen durchsetzt. 8 Jahre harte Realität haben aber schwer am Enthusiasmus gekratzt. Überraschenderweise hat sich gerade dieser Prog-Sektor als der verbohrteste von allen herausgestellt, kein Witz. Da heißt es einerseits sehr oft "ihr habt Growls? Ok, dann hör ich mir das aus Prinzip nicht an", oder "wo sind denn eure Djent-Teile?" Von einer Mitarbeiterin eines bekannten Prog-Labels haben wir zum Beispiel mal zu hören bekommen, dass sie "verkopfte Scheiße wie uns" nicht ausstehen kann. Zum Vergleich mal ein extremes Gegenbeispiel: Wir haben schon öfter mal in einem Club gespielt, wo fast nur Punker rumlaufen. Da werden wir immer aufs Wärmste empfangen. Das zeigt auch, dass es weniger um die angeblich zu schwierige Musik geht, als das fehlende Image, die Szenezugehörigkeit und so einen Quatsch. Wenn da kein Beatdown, kein Djent, kein Wass-weiß-ich drin ist, kommt das für viele aus Prinzip nicht in Frage. Ich persönlich als Möchtegern-Berufsmusiker muss mich auch anderweitig orientieren. Aber gut, dann macht man die "verkopfte Scheiße" halt für sich und die paar Leute, die es interessiert.


Bei dem Titel kommt mir sofort der SF Film EQUILIBRIUM mit Christian Bale in den Sinn. Da geht es darum, dass die Menschen ein Medikament einnehmen, was all ihre Gefühle und Emotionen unterdrückt und sie zu seelenlosen Geschöpfen macht die ihre gesamte Individualität eingebüßt haben. Habt ihr euch von dem Film inspirieren lassen? Was wollt ihr mit dem Konzeptalbum zum Ausdruck bringen? Welche Botschaft möchtet ihr zum Hörer transportieren?

Julian: Ich kann mich zwar kaum an den Film erinnern, aber lustigerweise passt das einigermaßen. Thema ist grob gesagt, die Verrationalisierung des Menschen und seiner Natur. Da muss ich jetzt leider ein bisschen theoretisch werden. Unfrei ist für mich derjenige, der unwissentlich seiner Neigung widerspricht. Da wirst du Anwalt und machst dein Leben lang nichts anderes, nicht weil du eine Neigung dazu verspürst, sondern weil es um Dinge wie Sicherheit, Geld, Ansehen und Angst vor dem Anderssein geht. Dann bist du plötzlich 60, starrst nachts an die Decke und merkst, dass du noch nie deiner Neigung gefolgt bist und deine damit verbundenen Emotionen unterdrückt hast. Da gibt es aber noch die Welt der Kunst. Wer sich als normaler Mensch mit Kunst beschäftigt, tut dies ja sozusagen grundlos, um seiner selbst willen. Es bringt ja nichts Materielles. So gesehen empfehlen die Lyrics und die Geschichte das, was schon passiert, wenn man sich das Album anhört Musik zu hören.


Ihr legt viel Wert auf anspruchsvolle Lyrics, die zu meiner Überraschung von eurem Drummer Julian verfasst werden. Das ist ungewöhnlich da meist der Sänger dafür zuständig ist. Hast du, Julian, da so eine dichterische Ader oder liegt dir diese Aufgabe besonders?

Julian: Anspruchsvolle Lyrics ergeben sich so. Wäre ja komisch, wenn man bei der Musik über Bier singt. Ich bin unheimlicher Fan von der deutschen Literatur des 18. und des beginnenden 20. Jahrhunderts. Ein Germanistik-Studium hat dann noch dazu beigetragen, die spießbürgerlichen Vorurteile über Goethe, Schiller und Co. abzutragen. Jetzt weiß ich: das waren teilweise ganz krasse Rock 'n' Roller.


Wenn ich mir die Bandfotos von euch betrachte, so seht ihr gar nicht nach Progressive Death Metal aus. Keine von oben bis unten eintätowierten Arme, keine rebellischen Frisuren und auch kein martialisches Outfit. Ihr seid eher die netten Jungs von nebenan. Auf ein Brutalo Image legt ihr somit keinen Wert. Und doch habe ich das Gefühl, dass die härteren Töne genau euer Ding sind. Wollt ihr euch da bewusst von anderen Bands mit dem bekannten düster Image abheben?

Julian: Nicht bewusst. Es ist eher so, dass wir uns für irgend ein Image nicht verbiegen wollen. Vor allem Mirko und Marius reagieren da allergisch drauf. Ich selbst finde ein gemäßigtes Imagekonzept ja gar nicht so verkehrt und habe auch schon mal ein bisschen gebohrt, aber da ist nichts zu machen. Aber in erster Linie geht's halt um Musik und auch ich finde die Faxen einiger zum Teil bekannter Image-Bands ziemlich peinlich.

Mirko: Mittlerweile haben wir ja auch ein einheitliches Bandoutfit, wenn wir live spielen. Ob man allerdings lange Haare haben muss, um Progressive Death Metal zu spielen, würde ich doch eher bezweifeln. Da finde ich es interessanter, nicht dem Einheitsbrei zu entsprechen.


Was mir auf eurem Album besonders gut gefallen hat, ist die schlüssige Verbindung von knackig harten Parts mit melancholisch sanften Abschnitten. Euch gelingt der Spagat zwischen eigentlich unvereinbaren Gegensätzen. Für mich ist dieser harte Kontrast und die damit verbundenen überraschenden Wendungen das Besondere, was eure Musik ausmacht. Wie seht ihr das?

Marius: Ich glaube, das war bei uns ein absolut natürlicher Prozess. Ich für meinen Teil bin dafür muss ich mich in Hinblick auf Meisterwerke wie Blackwater Park ja nicht schämen vor allem von Opeth stark beeinflusst worden. Die haben den besagten Spagat der Extreme quasi erfunden und perfektioniert. Ab HERITAGE haben sie sich dann komplett umorientiert, was ich aus künstlerischer Sicht absolut respektiere - aber der Dampf war dann irgendwie weg. Naja, auch wenn man natürlich nicht als Copycat dastehen will, kommt man nicht ganz drum herum, die Musik machen zu wollen, die einen geprägt und berührt hat.


Da wir gerade von Gegensätzen sprechen, die Vocals sind teils abgrundtiefe Growls und teils sehr eingängiger Clean Gesang. Das findet man auch nicht häufig. Gegensätze, hell- dunkel, schwarz- weiß, mal aggressiv mal sanft, fallt ihr musikalisch gesehen gern von einem Extrem ins andere?

Marius: Für mich bleibt Musik, und vor allem das Musik-Machen, auf lange Sicht nur dann spannend, wenn man die Abwechslung pflegt. Das ist bei meinem persönlichen Musikkonsum nicht anders, morgens etwas Dillinger Escape Plan, abends ein bisschen Efterklang das Leben ist nicht nur schwarz, oder nur weiß, sondern oftmals etwas von beidem. Ich finde, das darf sich auch in der Musik widerspiegeln.

Mirko: Ich denke das ist auch genau das, was uns als Band ausmacht. Jeder bringt diverse Musikstile und den persönlichen Geschmack mit ein und solange sich ein Part stimmig in den Song einordnet, gibt es wirklich keine Tabus.


Beim Anhören des Albums wurde ich mehrfach an die Band Wintersun erinnert. Wintersun spielen Melodic Death Metal und progressive Teile fehlen im Gegensatz zu euch komplett, aber den Wechsel von fetten Riffs und filigranen sanften Parts hat Wintersun auch. Mich würde interessieren, ob die Band euch auch zusagt.

Julian: Tja, geht so. Kann mich erinnern, dass Mirko und ich das erste Album damals ganz gut aufgenommen haben. Wir haben uns doch sehr stark von solcher Musik weg-entwickelt. Aber sicher, das war schon ordentlich gemacht.

Mirko: Was uns mit Wintersun verbindet ist natürlich die ewige Produktionszeit für das Album. Obwohl uns Wintersun da sogar noch übertroffen haben, soweit ich weiß.


Bei den teils doch sehr schwierigen Stücken könnte ich mir gut vorstellen, da steckt sehr viel Feinabstimmung und massig Arbeit dahinter. Wie regelt ihr das wenn es mal Unstimmigkeiten beim arrangieren eines Songs gibt. Wird dann so lange getüftelt, bis alle zufrieden sind, oder wie geht ihr da vor?

Julian: Jeder kriegt 'ne Keule in die Hand und wer am Schluss noch steht, hat Recht. Nein, bei diesem Album wurde tatsächlich so lange gebastelt, bis alle zufrieden waren. In den wenigen Zweifelsfällen entscheidet immer die Mehrheit.

Marius: Das ist das Schöne daran, wenn man sich als Band über 8 Jahre lang gut zusammen eingespielt hat. Im Idealfall gibt es am Ende kaum noch Reibungen und das ist uns glücklicherweise besonders in den letzten Jahren wunderbar gelungen.

Mirko: An einigen Stellen merkt man auch, dass jemandem von uns irgendein Aspekt der Musik gerade besonders wichtig ist. Da haben wir über die Jahre auch gelernt, mal ein Auge zuzudrücken, auch wenn man gerade vielleicht anderer Meinung ist.


Eure Songs sind atmosphärisch dicht. Ein besserer Ausdruck fällt mir momentan nicht ein. Wie stark spielen eure Emotionen und euer Gefühlsleben bei den Stücken mit?

Julian: Schwer zu sagen. Klar, vor allem am Anfang geht ohne Emotion und Inspiration gar nichts. Aber grad beim Ausformulieren von musikalischen oder textlichen Ideen braucht es eine Menge Handwerklichkeit. Mir zum Beispiel tropft da nicht die Träne aufs Papier, wenn ich Lyrics schreibe, aber alles in Allem ist es schon eine Sache des Gefühls.

Mirko: Trotz aller Handwerklichkeit beim Komponieren der Stücke, sollte das Endresultat doch genau eines tun: Die Menschen, die sich die Zeit nehmen, die Musik anzuhören, emotional zu packen und für eine kurze Zeit alles andere vergessen zu lassen.


Über die Verbindung Musik und Texte haben wir schon gesprochen. Kommen wir zum Cover des Albums. Da ist die Silhouette einer Großstadt zu sehen mit viel Leuchtreklame. Es könnte der Times Square in New York sein. Ich vermute da einen Zusammenhang mit den Texten würde es aber gern von euch hören, warum habt ihr dieses Cover gewählt?

Mirko: Das hast du richtig erkannt, es handelt sich tatsächlich um den Times Square in New York. Ich habe das Bild damals als Grundlage für das Artwork genutzt, weil der Times Square für mich ein, wenn nicht das Symbol der zunehmenden Hektik im Alltag und der Verrationalisierung des Menschen im Allgemeinen ist. Julian hat ja bereits gesagt, dass dies eines der zentralen Themen der Platte ist, von daher ist das Cover ein weiterer Ausdruck dieses Grundkonzepts.


Ihr seid noch auf der Suche nach einem Label und euer Album mit Booklet gibt es momentan nur als Download, was ich sehr schade finde. Da so der Zielkreis der Leute die das Album kaufen eingeschränkt ist. Tut sich in Richtung Vermarktung durch ein Label da noch was und was könnt ihr tun, um eure Musik an den Mann oder die Frau zu bringen?

Julian: Dass es keinen Tonträger gibt, liegt einzig und allein am besagten Problem mit der leidigen Kohle. Das erste Album EXPRESSIONIST, damals unter dem Namen Beltane raus gebracht, haben wir auf CD raus gebracht wir sitzen jetzt noch auf 'nem großen Teil der Kopien. Das neue Album hatten wir erfolglos mit der physischen Demo-EP REBIRTH bei Labels beworben. Es blieb halt die Option, das Ganze nur digital raus zuhauen oder mit dem Release noch länger zu warten, bis einer von uns im Lotto gewinnt. Wir sind da auch ein bisschen desillusioniert, was das große Anbiedern bei Labels und Fans angeht. Wir machen halt einfach unser Ding und wir freuen uns über jeden, der Bock hat, sich das reinzuziehen.


Da es sich um ein Konzeptalbum handelt, wird eine durchgehende Geschichte erzählt, die der Protagonistin Spes. Die behandelte Thematik ist bei euch zwar anders, erinnert mich aber an METROPOLIS Part 2, SCENES FROM A MEMORY von Dream Theater. Die Person Spes lebt in einer mechanischen Welt in der die Menschen auf ihre Funktionen reduziert wurden und keine Gefühle mehr zeigen. Der Song "Streets" ist dann auch von der Musik der düsteren Thematik angepasst. Nur das Ende ist heiter und sanft. Was hat es damit auf sich?

Julian: Zu Dream Theater kann ich leider nichts sagen. Findest du das Ende tatsächlich heiter? Dann haben wir vielleicht was falsch gemacht. Nein, also wenn du die Lyrics an dieser Stelle vergleichst da entschließt sich Spes zur Flucht aus der Stadt, auf ihren isolierten Dachboden, den "Ivory Tower" des dann folgenden Tracks. Es geht ihr also zuerst mal um die Ruhe vor der Großstadt-Hektik und ihrer mechanischen Kälte.


Beim Track "Spheres" wacht Spes in einer Traumwelt auf in der Harmonie herrscht. In den Lyrics wurde gar ein Zitat von Schiller verarbeitet. Für eine harmonische Traumwelt ist die Musik nach anfänglichem zarten Auftakt aber ganz schön deftig. Was steckt da für eine Intention dahinter?

Julian: Die beiden Welten wechseln sich ja im Verlaufe des Albums Song für Song ab. Da wäre es doch extrem langweilig gewesen, jeweils einen harten und sanften Song abzuwechseln. Ich finde, dass dynamisch nicht gleich böse sein muss. Ich empfehle zum Beispiel jedem Banausen, der Growl-Vocals prinzipiell als böse und aggressiv ablehnt, er soll mal auf ein Death-Metal Konzert gehen. Ich habe neulich erst Obituary auf dem RockHard-Festival gesehen, da hatten alle ein dickes Grinsen im Gesicht;) Und gerade "Spheres" ist ja ein Song, in dem Spes von den verschiedenen Eindrücken der Traumwelt überwältigt wird, was in der Wechselhaftigkeit des Songs aufgegriffen wird.


Ihr habt es offensichtlich mit den Dichtern. Der Text von "Peace" ist von Goethe inspiriert, entnehme ich dem Booklet. "Peace" ist so etwas wie der kurze Ruhepol des Albums mit Akustikgitarre und sehr gefälligem Gesang. War das von euch als kleine "Verschnaufpause" eines ansonsten nicht gerade leicht verdaulichen Prog-Albums gedacht?

Marius: Ein kleines Interlude, um ein wenig die Atmosphäre zu lockern, ist doch eigentlich nie verkehrt. Es darf halt nicht zum Selbstzweck werden. Das Stück funktioniert aber auch so, für sich genommen. Das war uns schon wichtig.


Auf "Cycles" gibt es ein Outro mit klassischem Piano. Eine der vielen Überraschungen des Albums. Unerwartete musikalische Wendungen werden ohnehin reichlich serviert. Habt ihr das bewusst eingebaut um für Abwechslung zu sorgen oder ist das euer ganz persönlicher Stil?

Marius: Wir haben bei den meisten Songs darauf geachtet, dass sie nicht nur für sich stehen, sondern auch im Kontext des Albums stehen. Daher haben wir einige, meist an die Story angelehnte Zwischenparts an Anfang und/oder Ende der Songs gepackt, um ein flüssiges Hörerlebnis zu garantieren. Das Outro von "Cycles" ist erst recht spät hinzugekommen, als uns klar wurde, dass wir noch eine kleine Einleitung für "Ivory Visions" brauchen, etwas, das der ruhigeren Stimmung des Songs entgegen kommt.


Den Abschluss bildet "Ivory Visions", ein toller Song, der eingängigste des Albums, mit verhalten positiver Atmosphäre, wenn da nicht das harsche und abrupte Ende wäre. Ich dachte zuerst, dass die Geschichte positiv endet, aber das Ende ist wie ein Spannung aufbauender Cliffhanger einer Fortsetzungsgeschichte. Wollte ihr den Hörer da absichtlich im Unklaren lassen?

Marius: Da war die Idee vor allem, mit so was wie 'ner kleinen Bombe zu enden - auch um den Hörer wachzurütteln, denn das war es ja noch nicht. Part II der Reise kommt ja noch.


Damit wären wir dann auch mit dem Interview auf der Zielgeraden. Ich darf mich für eure spontane Bereitschaft, das Interview zu machen, recht herzlich bedanken. Wenn ihr den Lesern von HardHarderHeavy auf diesem Wege noch eine Botschaft schicken wollt, so ist jetzt Gelegenheit dazu.

Mirko: Erst mal vielen Dank für das interessante Interview. Und einen großen Dank an alle, die sich heutzutage noch die Zeit nehmen, einem nicht direkt zu durchschauendem Album den Raum zu geben, den es benötigt!


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