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Interview: Rage
 
Rage - Victor SmolskiAm 15.10.2007 hatte Mario K. die Chance, Victor Smolski beim Mischen des neuen Albums im VPS-Studio in Hamm über die Schulter zu schauen. Nachdem in den neuen Song "Lost in the Void" reingehört wurde (kann man nur empfehlen, ein Ohrwurm, der super nach vorne geht), machte es sich der symphatische Gitarrist von Rage im Aufnahme- und Proberaum gemütlich, um die Fragen ausgiebig zu beantworten.

Datum:
 M.K., 15.10.2007

Wir fragten...
 Wie geht es dir und wie laufen die Arbeiten an CARVED IN STONE? Was ist fertig, was muss noch gemacht werden?

Victor: Ja, bei uns ist alles perfekt. Die Platte ist komplett aufgenommen, wir sind jetzt gerade am mischen und wenn alles gut läuft, sind wir nächste Woche mit dem Mix fertig.


Ihr habt angekündigt, dass es keine Experimente auf dem Album geben wird, sondern "nur" harte Riffs und Melodien. Was genau darf sich der Fan darunter vorstellen?

Auf der letzten Platte waren wir sehr experimentell und haben sehr viel ausprobiert mit Orchester und Instrumentalen, wirklich sehr kompliziert gemacht. Für diese Platte haben wir entschieden, es ein bisschen straighter zu machen. Es sind zehn wirklich sehr straighte Powersongs, richtig voll auf die Fresse. Ohne Orchester und ohne irgendwelche Instrumentalstücke, richtig knackige zehn Songs. Ein bisschen Richtung UNITY. Ich versuche, sehr kräftige und harte Songs zu machen. Das Arrangement beinhaltet bei uns immer kleine Überraschungen. Gefällt uns sehr. Es sind alles gute Livesongs geworden.


Habt ihr nach der Tour im Sommer diesen Jahres zusammen mit dem Lingua Mortis-Orchester erstmal mit dem Klassik-Thema abgeschlossen?

Abgeschlossen nicht, aber wir machen erstmal eine Pause. Es macht tierisch Spaß mit Orchester zu spielen, wir haben eine Tour mit fünf Konzerten gemacht. Wacken war das letzte, den Auftritt haben wir aufgenommen. Diese Aufnahme wird als Bonusmaterial für die neue CD verwendet. Wir müssen schauen, wie das Material geworden ist und es schneiden. Wir haben schon den Rough Mix gesehen, dieser gefällt uns sehr gut. Da gibt es keine Probleme. Mit dem Orchester haben wir für nächstes Jahr einige Angebote für Konzerte. Aber das ist sehr, sehr teuer und sehr schwierig zu finanzieren.
Es hat Spaß gemacht, aber wir sind keine Orchester-Band. Wir haben viel Spaß dabei, zu dritt auf der Bühne zu rocken und das machen wir.


Wann habt ihr mit dem Songwriting für CARVED IN STONE angefangen?

Bis jetzt haben wir ca. 3-4 Monate gebraucht. Wir haben nie Probleme mit Ideen für Songs, wir komponieren alles ziemlich schnell. Das praktische bei uns ist, dass wir hier im Studio proben können und alle Ideen direkt auf Band landen. Das kann man sich dann mit guter Qualität anhören und das komprimiert Zeit.


Wie entsteht ein typischer Rage-Song? Bringt ihr eure Ideen und Songs einzeln mit in den Proberaum oder schreibt ihr die Songs als Trio gemeinsam?

Im Prinzip schreiben wir die Songs mit Peavy zusammen. Bei mir ist es eher so, dass die Songs fast fertig sind. Bei Peavy ist es so, dass er Ideen, Melodien und Akkorde mitbringt und wir das dann gemeinsam arrangieren. Er schreibt auch alle Texte. Arrangement und Endversion machen wir eher nach der alten Schule: Wir jammen einfach, bis uns etwas gefällt. Die Feinarbeit wie Keyboard und Soli mache ich später im Studio. Aber erst rocken wir, bis es uns allen wirklich gefällt!


Womit wird sich das Album lyrisch befassen? Gibt es ein übergeordnetes Thema oder ist jeder Song eine in sich abgeschlossene Story?

Es ist kein Konzeptalbum, jeder Song hat eine eigene Story. Auf unserer Homepage ist ein Studioreport, da steht etwas zu jedem Song. Peavy hat das kurz zusammengefasst.


Um zurück zum Bonusmaterial zu kommen: Wird der Auftritt von Wacken als DVD oder Live-CD beiliegen?

Wir wollen eine DVD machen, es sind supergeile Bilder. Wacken war der Überhammer, wir haben vor knapp 40.000 Leute gespielt. Macht schon Spaß, die Stimmung war genial. Wir und das Orchester haben super gespielt und hatten einen richtig guten Sound. Das muss man auf DVD bringen, das muss man sehen. Wird die DVD nur einer Special Edition beiliegen oder ist sie auch bei der Standardversion dabei?

Das ist momentan noch nicht geklärt wie das genau veröffentlicht wird. Wir möchten eine Package mit CD und DVD machen. Die DVD möchten wir sozusagen umsonst anbieten, also für den Preis der normalen CD bekommt man die DVD dazu.


Wie stellst du dir das Artwork vor? Gibt es schon Ideen?

Wir haben schon angefangen. Es ist noch nicht fertig, aber wir haben ein paar coole Ideen. Thomas Erhardt macht das Artwork. Wir hatten dafür schon eine Fotosession, supergeile Bilder. Ich glaube, die Grafik wird genau so gut. Und wie du dir vorstellen kannst, wird bei CARVED IN STONE viel mit Steinen zu sehen sein. (lacht)


CARVED IN STONE wird euer zweites Studioalbum für Nuclear Blast sein. Welche Gründe waren ausschlaggebend für den Labelwechsel von Steamhammer zu Blast?

Im Prinzip sind beide sehr gute Plattenfirmen. Es sind jedoch zwei verschiedene Stile in der Arbeitsweise der Labels. Der Stil von Nuclear Blast gefällt uns besser, es gibt ein bisschen mehr persönlichen Kontakt. Man kann die Leute einfacher kontaktieren und es geht alles schneller. Wir sind voll zufrieden mit Nuclear Blast, die Jungs machen einen guten Job!


Mit André Hilgers haben Rage seit Anfang des Jahres einen neuen Drummer. Wie kamt ihr auf ihn?

Ich kenne André schon lange. Ich hab vor vielen Jahren eine Platte von Silent Force produziert, auf der er trommelte. Ich habe für die INTO THE LIGHT-CD, die ich fürs 20jährige Jubiläum von Nuclear Blast produziert habe, einen Drummer gesucht. Bass, Gitarre und Keyboards habe ich selber eingespielt und André dann für ein paar Songs eingeladen. Er hat einen super Job gemacht und sehr schnell gespielt. Er hat am Ende von den acht Songs fast alle eingetrommelt. Danach haben wir einen Song, "Terrified", den ich für Rage komponiert habe, gespielt. Es hat uns sehr gut gefallen, da er sehr schnell verstanden hat, was wir möchten. Es hat einfach gepasst.
Was noch dazu kommt: Er war viele Jahre großer Rage-Fan und kennt im Prinzip alle Songs. Als wir ihn zur ersten Probe einluden, konnte er schon alles trommeln. Das war für uns sehr einfach. Menschlich ist er wirklich sehr locker, die Kopfschmerzen, die wir vorher hatten, haben wir mit ihm nicht mehr.


Zuvor habt ihr euch von Mike Terrana getrennt. Was waren die Gründe hierfür?

Wir hatten einfach überhaupt keinen Spaß mehr mit der Band. Mike hat nur über seine Solokarriere nachgedacht, es war keine Freundschaft mehr. Klar, es ist Business und wir machen einen Job, aber ich denke, diese ganzen Rockbandgeschichten existieren nicht ohne Freundschaft. Wir verbringen sehr viel Zeit zusammen und gehen auf Tour, da muss eine Freundschaft sein. Sonst macht es überhaupt keinen Spaß. Mit Mike war es sehr schwierig, weil er wirklich...(Victor überlegt einige Sekunden) Naja, ich möchte hier nicht ins Detail gehen. Wir sind sehr froh, dass diese Sache vorbei ist und wir haben wieder den Spaß gefunden, welchen wir vor einem Jahr verloren haben. Außerdem glaube ich, dass André vom Sound besser zu uns passt als Mike, da er sich nicht so egoistisch aufs Schlagzeugarrangement konzentriert. Er spielt mehr mit der Band und ist auch bei Konzerten sehr tight.
Uns geht es nicht nur persönlich, sondern auch musikalisch jetzt viel besser.


Besteht noch Kontakt zu Mike?

Überhaupt nicht. Wir hatten schon ein Jahr vor der Trennung fast keinen Kontakt mehr. Jetzt ist da gar nichts mehr.


Wie wäre die Stimmung bzw. die Situation, wenn ihr z.B. mit Masterplan gemeinsam auf einem Festival spielt und euch Backstage über den Weg laufen würdet?

Ich glaube, dass wir nicht so wirklich heiß darauf sind, uns zu sehen. Wir haben mit ihm im Prinzip keine Probleme. Ich finde es sehr, sehr traurig, dass er nach acht gemeinsamen Jahren sagt, dass alles, was er mit uns gemacht hat, voll scheiße war. Vor ein paar Jahren meinte er noch, das was er gespielt hat wäre das beste, was er je gemacht hat. Nach der Trennung war das dann alles Mist. Daraus kann ich nur das Fazit ziehen, dass er nicht ehrlich war und nicht gemacht hat, was er mag. Wenn er Sachen spielt, die er nicht mag, nur damit er Geld dafür bekommt, glaube ich, dass er den falschen Beruf hat.


Wo siehst du sonst noch weitere Unterschiede zwischen André und Mike, persönlich und auch musikalisch?

André ist nicht so egoistisch und arrogant, sondern eher ein Kumpeltyp.


Kurz nach diesem Interview tretet ihr bei der TV Total Stock Car Crash Challenge zusammen mit den Dicks on Fire auf. Was erwartest du dir davon?

Ah, das wird einfach viel Spaß werden. Ein bisschen Party, feiern und auf der Bühne abrocken. Normalerweise möchte ich fahren, aber fahren und spielen geht nicht (lacht).


Wie kommt es zu dieser Zusammenarbeit?

Mit Stefan Raab gibt es schon lange Kontakt. Damals produzierte Stefan den Soundtrack zu "Schuh des Manitu", auf dem unser Song "Straight to Hell" ist. Den Song wollten wir auch gemeinsam spielen, aber es passt von der Zeit leider nicht. Ich glaube, wir machen noch etwas zusammen.


Auf deiner Homepage ist zu lesen, dass du beim nächsten Stock Car Rennen selbst mitfahren möchtest. Du betreibst ja als Hobby Rennsport, aber hast du Erfahrung mit Stock Car?

Mit Stock Car Racing nicht. Ich habe mich die letzten Jahre mehr auf Langstrecke sowie Touringmeisterschaft konzentriert. Davor fuhr ich Rallye. Ich glaube nicht, dass Stock Car mich fasziniert. Langstrecke ist wirklich das, was mir am besten passt. Speziell die Nordschleife, die gefährlichste und bekloppteste Strecke der Welt (lacht). Dieses Jahr war ich sehr erfolgreich und habe zwei erste Plätze gewonnen und zwei Klassensiege. Das ist eine Hammerleistung und macht mich sehr glücklich.


Um noch einmal auf Wacken zu sprechen zu kommen: Demnächst ist der Wacken Open Air-Auftritt von euch bei Premiere zu sein. Eigentlich war dort die Show von In Flames geplant, die Band wollte jedoch nicht ausgestrahlt werden und hat laut Wacken-Homepage "besondere Behandlung" verlangt, um ausgestrahlt zu werden. Was denkst du über dieses Verhalten?

Schwer zu sagen. Ich weiss nicht, was da los ist. Kann sein, dass es wirklich nicht gut aufgenommen ist oder Aussetzer von Bild oder Ton gab. Irgendwo kann ich schon nachvollziehen, dass bei einer schlechten Aufnahme die Band nein sagt. Ich weiss nicht, wer da etwas falsch gemacht hat.


Euer Auftritt wurde als Ersatz angekündigt. War die Ausstrahlung eures Sets sowieso vorher schon geplant?

Wir hatten vorher schon ein Angebot dafür, waren aber nicht sicher, ob wir es machen. Wir möchten auch vorher sehen, was da genau aufgenommen wurde und wie die Qualität ist. Weisst du, bei solchen Konzerten ist es wirklich schwierig: Festivals sind anstregend, man hat keinen Soundcheck. Bei eigenen Headlinerkonzerten in Hallen hast du vorher Soundcheck und es stimmt alles. Aber bei Festivals ist Chaos, auch in Wacken. Da ist genau so viel Chaos wie bei allen anderen Festivals, es ist nicht besser. Es ist sowohl technisch als auch musikalisch eine Glückssache. Wenn du auf die Bühne gehst, machst du nir Linecheck und spielst dann. Du hast keinen oder schlechten Monitorsound und spielst einfach scheiße. Wir sind alle Menschen, keine Roboter. Wenn du dann auf der Bühne stehst und nichts hörst, dann spielst du auch nicht wirklich tight. Und wenn man nicht gut in Form war oder die Band nicht gut gespielt hat, wirst du das Endprodukt nicht mögen. Dies kann auch ein Grund für In Flames sein.
Die Soundqualität ist immer eine Glückssache: Man braucht eine richtig gute Crew. Die Videocrew vom Wacken ist keine persönliche und hat dementsprechend keine Ahnung, wie und was du spielst. Bei Gitarrensoli wird dann der Bassist gezeigt oder bei Mitsingparts der Schlagzeuger. Bei uns war es noch schwieriger, wir hatten noch fünfzig Leute Orchester dabei. Die drei Kameramänner auf der Bühne waren völlig überfordert und haben teilweise völlig falsche Bilder geliefert (lacht).


Was planen Rage für den Rest des Jahres?

Übernächste Woche sind wir beim Nuclear Blast-Festival in der Schleyerhalle in Stuttgart. Dort spielen wir einige INTO THE LIGHT-Songs und ein paar Ragesongs mit Gästen auf der Bühne. Danach gehen wir für ein Konzert nach Belgien und auf eine ziemlich lange Russlandtour. Dann gibt es eventuell einen Videodreh zur neuen Platte. Dann ist immer noch nicht klar, was mit Südamerika ist. Da gibt es immer Hin und Her, es ist sehr schwierig mit den lokalen Promotern: Du buchst die Tour, alles ist okay...dann wird abgesagt, die Firma verschwindet jetzt zum zweiten Mal. Da unten ist sehr viel Abzocke und Verarsche, es ist sehr schwierig. Mir ist der scheiß Promoter egal, für mich ist es sehr, sehr schade, dass am Ende die Fans verarscht werden. Sehr oft werden Tickets verkauft und dann gesagt, dass die Band abgesagt hat. Die Fans bekommen ihr Geld nicht zurück, das finde ich grausam. Den Bookern, die das machen, würde ich am liebsten auf die Fresse hauen. Es ist für die Fans traurig, dass die Band nicht kommt. Irgendwann sind die Fans auf die Band sauer, da immer angekündigt und gecancelt wird. Das ist unschön. Doch bei Ländern in Südamerika muss man immer mit so etwas rechnen.


Im Frühjahr 2008 steht die Tour mit Edenbridge und Aspect an. Was erwartest du hiervon?

Schwer zu sagen. Bis jetzt weiß ich, dass es eine sehr lange und harte Tour wird mit sehr wenigen Day Offs bzw. Pausen. Es geht mindestens sechs Wochen, eventuell zwei Monate lang. Jeden Tag zwei Stunden Show. Wir haben zwei Supportbands und es wird sehr anstrengend. Aber egal wie anstrengend, es macht immer Spaß. Man ist zwar jeden Abend voll kaputt und im Arsch, aber du kriegst die Energie von den Fans zurück.


Was plant ihr nach dieser Tour? Stehen Festivalauftritte an?

Ja, wir haben schon ein paar Festivals bestätigt. Es stehen Sommerfestivals und ein paar Einzelgigs an. Im Sommer reanimiere ich Mind Odyssey, meine alte Band. Da wird eine neue Platte veröffentlicht und da habe ich dann auch ein bisschen was zu tun.


Im Moment arbeitet ihr an einer Best Of-CD von Mind Odyssey. Kannst du uns etwas dazu erzählen?

Ja, es wird eine Best Of von allen vier schon veröffentlichten Platten. Also ein Best Of vom ganzen Backkatalog. Noch dazu haben wir einen neuen Song aufgenommen, zu dem es auch ein Video gibt. Im Moment bin ich in letzten Gesprächen mit Plattenfirmen, wo, wie und wann die Platte veröffentlicht wird. Es wird aber definitiv im nächsten Jahr soweit sein. Und wenn das Album veröffentlicht ist, gehen wir vielleicht auf eine kleine Minitour.
Es macht schon ziemlich Spaß. Der Sänger (Mario Le Mole, Anm. der Red.) kann nach seiner langen Ohrenerkrankung wieder singen. Diese war wirklich gefährlich, jetzt ist aber Gott sei Dank alles okay.


Wann gibt es von dir wieder Solo was zu hören?

Schwer zu sagen. Ich habe schon ein par Ideechen gesammelt. Wenn das nächste Jahr locker läuft und viel Zeit ist, dann mache ich Ende nächsten Jahres vielleicht etwas. Ich habe eine sehr interessante Idee und ein ganz neues Thema gefunden.


Du spielst nun seit 1999 bei Rage. Was waren für dich in den acht Jahren die Highlights und Negativerlebnisse schlechthin?

Das schlimmste Erlebnis war ein heftiger Busunfall in Russland. Ein eingeschlafener Autofahrer ist mit voller Wucht, mit 120 km/h, in unseren Nightliner geknallt. Das war super heftig, unser Drumtechniker hat sich ganz schwer am Kopf verletzt. Und weil ich als einziger russisch verstehe war ich mit ihm durch die ganzen Krankenhäuser unterwegs. Was ich dort gesehen habe, hat mir für die nächsten paar Jahre gereicht. Das beste Erlebnis ist schwer zu sagen. Ich muss schon sagen, dass der Auftritt mit Orchester in Wacken was ganz besonderes war. Das erlebt man nicht alle Tage. Der erste Auftritt in Wacken war zwar auch Hammer, direkt nach einer Woche Zusammenarbeit damals. Der Russlandauftritt in St. Petersburg, wo wir die Live-DVD aufgenommen haben, war auch für mich auch etwas spezielles, da es ein Heimspiel war. War schon sehr geil. Und dieses Jahr Wacken war auch ein absolutes Highlight.


Welches ist, deiner Meinung nach, das Beste Album aller Zeiten?

Keine Ahnung, ehrlich. Wirklich schwer zu sagen. Ich habe Probleme, zu sagen: "Diese Platte ist wirklich perfekt". Es gibt auf jeder Platte ein paar Songs die für mich Füller sind. Für mich speziell und mich in der Rockschiene bewegend bzw. eine sehr schöne Erinnerung ist PHYSICAL GRAFFITI von Led Zeppelin. Das war die erste Platte, die ich so richtig laut gehört habe. Von der verzerrten Klampfe war ich richtig fasziniert. Diese Platte hat mich dazu bewegt, die Gitarre zu nehmen und die Riffs nachzuspielen. Aber es gibt wirklich so viele geile Platten. Wenn wir jetzt zum Beispiel die progressive Zeit nehmen hat AWAKE von Dream Theater sehr viel bewegt. Danach hat sich bei vielen Bands musikalisch sehr viel verändert.
Das Problem bei mir ist, dass ich sehr viel Musik höre und es schwer ist, da die Beste zu finden. Da ich zwischendurch Produzent bin, bekomme ich von vielen Plattenfirmen immer aktuelle Platten. Ich habe Berge von CDs und muss das irgendwie komprimieren, dass ich im Auto immer etwas höre. Ich hab so viel Musik in meinem Kopf.


Was ist denn für dich das beste Album von Rage ohne deine Beteiligung?

Puh, THE MISSING LINK. Das Album hatte für diese Zeit insgesamt einfach einen wirklich coolen Sound. Das war Metal, wie er zu der Zeit sein musste. Insgesamt muss ich über Rage vor mir sagen, dass mir die Zeit mit Manni Schmidt viel besser gefällt. Er hat viel getan für die Band. Danach mit zwei Gitarristen fand ich von der Gitarrenarbeit etwas schwächer, da gab es aber auch interessante Platten wie XIII.


Und mit dir an der Gitarre?

Keine Ahnung, ehrlich. Für mich ist jede Platte was ganz besonderes. Ich mache mir nie Gedanken, was jetzt besser oder schlechter läuft, da ich bei jeder Platte alles gebe was ich in diesem Zeitraum an Technik geben kann. Und Alben sind wie Kinder für mich, jede Platte hat was besonderes. Ich will ehrlich sagen, dass ich mit allen zufrieden bin. Ich sehe keine einzige Platte, die wir gemacht haben, die scheiße ist oder nicht geklappt hat. Wir haben jede Platte so gemacht wie wir es in dem Moment mochten. Es gibt viele Diskussionen, dass WELCOME TO THE OTHER SIDE nicht so richtigen Sound wie UNITY und SOUNDCHASER hat. Klar, aber wir haben damals auch etwas anderes probiert. Rage ist eine Band, die keine Angst hat etwas anderes zu probieren. Ich persönlich habe absolut keinen Bock, von Platte zu Platte immer das gleiche zu spielen, so wie viele andere Bands es machen. Die spielen im Prinzip die gleichen Songs mit kleinen Veränderungen in Riffs und Melodie, aber immer mit dem selben Sound und der gleichen Form. Darum haben wir bei der letzten Platte und auch davor etwas ausprobiert und bei UNITY ein Instrumental gemacht. Wir experimentieren, möchten nach vorne schauen und immer etwas besseres finden. Wir leben dafür und das macht es interessant.
Ich möchte einfach nicht "beruflich" von Platte zu Platte gehen und damit mein Geld verdienen. Das ist nicht der Grund warum ich Musik mache.


Hast du einen Gitarristen als Vorbild bzw. wer ist in deinen Augen der Beste?

Ich denke, da gibt es keinen besten. Immer diese Vergleiche da...jeder Gitarrist hat etwas anderes. Jeder hat seinen Stil und man kann es nicht vergleichen, genau so wenig wie welche Farbe besser ist, schwarz oder weiß?
Bei Gitarristen ist das genau so. Jeder ist anders. Da gibt es Petrucci, der technisch perfekt ist, aber vielleicht nicht so einen geilen Sound wie Jeff Beck hat. Und Beck hat vielleicht nicht so eine schnelle Technik wie Steve Vai und Vai komponiert nicht so gute Songs wie Satriani und so weiter. Jeder hat sein Ding und ich glaube, diese Vergleiche wer der schnellste oder sowas ist, das ist alles Quatsch. Gitarre spielen ist kein Sport und es geht nicht darum, wer der schnellste ist. Es können alle schnell und technisch sein, aber trotzdem muss man mit Gefühl und Eiern spielen. Als ich anfing, Gitarre zu spielen, habe ich von vielen Gitarristen etwas gelernt. Das waren ehrlich gesagt Unbekannte. Meine Favoriten sind zum Beispiel Gitarristen, die keine Sau kennt.
Ich finde, dass ein Musiker ehrlich sein muss und das spielen soll, was er fühlt und kann. Da gibt es immer diese Sprüche von Fans: "Ah, er spielt irgendwelche bekloppten Soli" oder "Der Gitarrist passt nicht zum Metal" oder sowas. Metal-Solo definieren kann man nicht. Gitarristen, die versuchen, bekanntere zu kopieren und deren Soli nachzuspielen, sind völliger Quatsch. Das ist kompositorisch sehr schwach und man muss so ehrlich sein und das spielen, was man fühlt. Musiker sind keine Kellner und keine Diener. Wir machen nicht was jemand bestellt. Wir sind Künstler, wir machen das, was und wie wir fühlen und das, was wir am besten können. Musiker müssen ehrlich zu sich selber sein.


Du wohnst auch in Hamm, was sagst zu unserer lokalen Musikszene?

Leider ist Hamm nicht mehr so musikalisch wie früher. Als ich nach Hamm zog, '93 oder'94, gab es hier sehr viel mehr Musik. In vielen Kneipen haben viele gute Bands gespielt, zum Beispiel meine alten Kumpels von damals, die Crusader-Jungs. Das waren sehr gute Bands, die viel live gespielt haben.
Heute findest du kaum Live-Konzerte in Hamm. Selbst der Hoppegarden ist nicht mehr das, was er früher einmal war. Die Kulturwerkstatt probiert da, irgendwas zu machen, es ist aber sehr schwierig. Die Szene ist schwach geworden, die Leute gehen viel weniger zu Konzerten als früher. Uli von der Werkstatt gibt jedoch nicht auf und pusht das immer weiter. Wir haben da auch etwas zusammen aufgebaut, ich mache da eine Musikschule und versuche, meine Schüler mit Bands zusammen zu bringen. Hoffentlich etabeliert sich das wieder.
Ich finde es sehr schade, dass ich keine Zeit mehr für den Tenne-Club mehr habe, was ich früher gemacht habe. War auch eine sehr schöne Möglichkeit für Bands, live zu spielen. Da gab es auch einige richtig geile Konzerte. Ich glaube, ich habe ein faires Angebot auf die Beine gestellt. Für mich gab es keinen Gewinn, eher Minus. Ich habe viel Zeit und Nerven investiert um das Ganze am laufen zu erhalten. Es war eine sehr gute Szene und wirklich cool, wenn da am Abend 400-500 Leute kommen. Man kennt diese Leute und es war eine sehr gute Metalszene, hat richtig viel Spaß gemacht. Leider muss ich aufgeben, weil ich absolut keine Zeit mehr habe. Ich habe versucht, es an andere Leute weiter zu vermitteln. Ohne mich und meine Kontrolle ist es jedoch überhaupt nicht gelaufen.


Hast du noch letzte Worte oder Grüße an unsere Leser?

Ich glaube, dass alles absoluter Quatsch ist, wenn Leute sagen, dass die Rock- und Metalszene stirbt. Die Metalszene wächst wieder, wir sehen das auf Konzerten. Immer mehr und mehr junge Leute kommen. Die Jungs müssen absolut keine Panik haben, dass zu wenig Zuschauer nachkommen. Aller Musiker sollten versuchen, viel zu spielen. Es gibt immer Möglichkeiten, es nach oben zu schaffen, wie man einen Deal bekommt, eine Platte aufnimmt oder auf Tour geht. Immer weiter träumen und 100 Prozent geben. Wenn man lange genug träumt und alles macht, zahlt sich das irgendwann aus. Das wird wahr.
Ansonsten für Nicht-Musiker: Probiert, Newcomerbands zu unterstützen. Nicht jammern, dass der Eintritt fünf Euro kostet und Bier drei Euro. Veranstalter und Bands müssen auch die Kosten reinholen. Einfach alles kostet Geld und für Bands ohne Sponsoren und Unterstützung ein Konzert auf die Beine zu stellen, ist wirklich schwierig. Für Veranstalter ist das Halle mieten und veranstalten auch sehr viel Risiko.
Also nicht jammern, mehr unterstützen und auf Konzerte gehen und einfach Spaß haben!


Vielen Dank!



 
 
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