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Hans Van Even
 
Hans Van EvenEin Mann mit vielen Talenten, Multi-Instrumentalist, Songschreiber, Designer und Künstler, alles das in Kombination ist Hans Van Even oder einfach HVE wie das Logo auf seinem Album. Lead-, Solo-, Bassgitarre, Piano, Keyboard und Arrangements Van Even kann alles und er macht es auch alles auf seinem erstaunlichen Album STARDUST REQUIEM. Wahrlich ein Hans Dampf in allen Gassen! Der Belgier stellte sich nicht nur als toller Musiker mit einer grundsoliden musikalischen Klassik Ausbildung, sondern auch als überaus umgänglicher und freundlicher Mensch heraus. Eine Kombination die ich natürlich nicht ungenutzt lassen wollte für ein Interview mit ihm. Und hier ist, was uns die "Belgische Hummel" zu sagen hatte.

Datum:
 U.B., 18.12.2014

Wir fragten...
 Hallo Hans, vielen Dank, dass du mir die Möglichkeit gibst, dir einige Fragen zu stellen. Ich habe dein erstes Solo Album STARDUST REQUIEM reviewed und war sehr beeindruckt. Daher bin ich natürlich motiviert mehr über dich als Musiker und Songschreiber herauszufinden.

Hans: Hallo Ulf, danke für die Einladung. Ich freue mich hier auf HardHarderHeavy zu sein.


Okay, dann legen wir mal los. Du warst bereits an den Aufnahmen zu mehreren Alben beteiligt aber STARDUST REQUIEM ist eben dein erstes Solo Album. Bedeutete das mehr harte Arbeit, Stress, Aufregung und Genugtuung ein komplettes Album für dich allein zu schaffen im Vergleich zur Arbeit als Session Musiker oder als ein Mitglied in einer Band?

Oh ja, es ist definitiv etwas anderes seine eigene CD zu erstellen als Aufnahmen für jemand anderen. Neben dem Komponieren und Spielen kommen noch einige andere Faktoren beim Entstehungsprozess der CD mit hinzu, es ist eben nicht nur das Songwriting und die Tonaufnahmen, besonders wenn man den Großteil der Produktion im Heimstudio selber macht wie es für STARDUST REQUIEM geschehen ist. Das war ein interessanter aber manchmal auch schmerzhafter Erfahrungsprozess mit einem glücklichen Ende.


Das erste Solo Album ist meistens ein Statement: „ Schaut mal her Leute was ich alles drauf habe." Was mir besonders auffiel ist das gesamte Paket von STARDUST REQUIEM, das tolle Cover Artwork, schönes Booklet und mehr als 75 Minuten Musik in allen erdenklichen Stilarten. Shred Metal, Melodic Rock, Jazz, Blues und Welt Musik, nur um ein paar zu nennen, und manchmal auch eine Verschmelzung von verschiedenen Stilen in einem Song. Es gibt nur sehr wenige Gitarristen die eine solche stilistische Vielfalt so perfekt darbieten können. Wir fallen da nur die beiden Andys ein, Andy Timmons und Andy James. Vielleicht hätten dich deine Eltern besser statt Hans, Andy nennen sollen. Was meinst du dazu?

Hahahah, vielleicht ja. Aus einem bestimmten Grund ist es mir nie gelungen mich nur auf einen musikalischen Stil zu konzentrieren. Ich war immer zu hungrig andere Stile zu entdecken und zu lernen und ich wechsele auch sehr häufig die Stile. Zu Hause höre ich oft Klassik, Jazz, Metal, Pop und Film Musik an nur einem Tag solange es mich bewegt. Okay, für mich spiegelt diese CD die Art und Weise wieder wie ich Musik höre.


Du scheinst ein richtiger Kosmopolit zu sein. Du wurdest in Belgien geboren, dein zweiter Name klingt als ob deine Vorfahren aus Holland kamen, dein Vorname ist Deutsch und du lebst in Frankreich. Ist das alles nur ein Zufall oder hatte das auch Auswirkungen auf dein extrem breit gefasstes Spektrum an musikalischen Interessen?

Wir lebten ziemlich nahe zur holländischen Grenze in einem kleinen Dorf genannt "Oud-Turnhout" (Belgien) und ich habe noch einen Onkel der in Deutschland lebt. Familienangehörige in Holland habe ich nicht so weit ich weiß, von daher bin ich mir nicht sicher ob das einen Einfluss auf meine Musik hatte. Ich denke der wichtigste Einfluss warum ich so viele verschiedene Stile höre war meine Schwester Hannelore, sie hatte einen fundierten Musik Hintergrund und führte mich in die verschiedenen Musikstile ein. Hinzu kommt, dass man in den frühen 80er nicht diese Möglichkeiten hatte, wenn man Musik lernen wollte, wie man sie heute hat. Kein Internet und keine Musikschulen für moderne Musik, es gab eben nur Schulen für klassische Musik und sobald ich mir sicher war für meinen Lebensunterhalt Musiker zu werden, fing ich an klassische Musik zu erlernen. Und das war auch gut so denn je mehr ich Klassik hörte um so besser gefiel sie mir. Ich wollte kein Musiker im Bereich Klassik werden aber das Grundwissen was ich während meiner Studienjahre erworben hatte, half mir eine Menge in meiner Karriere. Nach dem Abschluss des Gymnasiums wollte ich moderne Stile erlernen und hörte von einer Jazz Schule die sich Jazz Studio Belgium nannte. Es war am Anfang schon richtig schwer Jazz zu erlernen aber es half mir neue Stile zu entdecken und ich begann Fusion Jazz zu lieben. Es war auch wichtig für mich, dass ich Piet Slangen traf. Er war mein erster Lehrer und als Theater Komponist in experimenteller Musik involviert. Ich erinnere mich, dass wir einige Konzerte spielten nur mit einer Stimmgabel und elektrischen Gitarren die spezielle Effekte hervorriefen. Er erfand eine völlig neue Art zu spielen die zugleich sehr erfrischend war. Als ich in den 90er nach Frankreich zu meiner Frau zog, traf ich auf einige andere Musiker die Einfluss auf mein Spiel hatten. Mein guter Freund Garlo hatte definitiv Einfluss auf meine Musik. Garlo machte „Wind of Guitars" auf der CD auf einigen Songs. (die Gitarrensaiten werden vom Wind zum Schwingen gebracht) Ich hatte außerdem die Gelegenheit mit ihm in Japan zu spielen. Alle diese Begegnungen halfen mir dabei die verschiedenen Musikstile schätzen zu lernen.


Wenn wir einen näheren Blick auf all deine Aktivitäten und Talente werfen muss ich schon sagen, du bist ein ausgesprochen interessanter Mensch. Neben deinen tollen musischen Fähigkeiten bist du auch noch so eine Art Künstler. Du arbeitest als Grafik Interface Designer und warst Co- Designer der Washburn Parallaxe Gitarren Modelle. Da ist es dann auch keine große Überraschung, dass du das Cover Artwork zu STARDUST REQUIEM selber gestaltet hast. Als der liebe Gott die Talente vergab hast du anscheinend alles geschnappt und für mich blieb nichts übrig, wie schade. Ich hoffe du fühlst dich wenigstens schuldig!

Hahahah, um ehrlich zu sein ich bin mir gar nicht sicher ob ich sooo talentiert bin. Ich fühle mich eher wie jemand der sehr lernbegierig ist und der sehr hart gearbeitet hat. Für mich geht es mehr in die Richtung 5% Talent und 95% Arbeit. Aber ich bin sehr glücklich, dass ich so viele Künstler treffen durfte die meinen Horizont erweitert haben. Was die grafischen Talente betrifft, mein Großvater, Mutter und Schwester sind die Maler in der Familie und um ehrlich zu sein bin ich nicht so besonders was das Malen angeht. Ich bin interessiert am Design von Musiksoftware Interfaces und habe Musicworks.fr ins Leben gerufen was seit über 10 Jahren ein Nebenjob für mich ist und eine angenehme Abwechslung zu meinem musikalischen Schaffen darstellt.


Nun gut, Talent ist eine Sache und ich gebe zu, du hast hart gearbeitet. Du studiertest für 5 Jahre an der Highschool of Classical Music and Arts als du noch sehr jung warst und 3 Jahre am Jazz Studio Belgium. Das erklärt zum Teil deine Fähigkeit so viele verschiedene Stile mühelos zu spielen. In welchem Alter hast du dich entschlossen Musiker zu werden und deine Passion in der Musik zu suchen?

Wir hatten eine Orgel zu Hause und ich begann mit 6 damit zu experimentieren, zur gleichen Zeit wurde ich Mitglied in einem Jungen Chor in der Schule. Ursprünglich wollte ich mit 10 Schlagzeug spielen aber meine Eltern empfanden das als zu laut. Meine Schwester hatte eine Gitarre herum liegen und eines Tages begann ich darauf zu spielen. Als ich dann fast sämtliche Saiten gerissen hatte entschloss sich meine Mutter mir meine erste Akustikgitarre zu kaufen. Meine Schwester nahm mich mit auf einige Konzerte und der Film Woodstock mit den Darbietungen von Jimi Hendrix und Alvin Lee schlugen bei mir so richtig ein. Als ich dann 13 wurde war mir klar, ich werde meinen Lebensunterhalt mit Musik verdienen.


Gitarren Shred Meister Michael Angelo Batio hat auch Musik studiert und hat einen Bachelor of Arts. Er studierte Piano und Gitarre und, jetzt darfst du mal raten,.....Jazz! Diese Studien scheinen sich ja offensichtlich bezahlt zu machen. Was würdest du sagen, wie wichtig war das Studium auf dem Wege der Musiker zu werden der du jetzt bist?

Du hast recht Ulf. Ich glaube dieser Mix von beidem ist interessant. Klassische Musik verleiht dir die technischen Grundkenntnisse (Noten lesen, Musik schreiben, Musik Theorie und Geschichte) und die Schule (Rikso) war sehr gut denn du hattest 10 Stunden Musikunterricht die Woche mit einigen ausgezeichneten Lehrern wie Raphaëlla Smits, Freddy Vanderkoelen & Marcel Onsia, nur um einige zu nennen. Auf der anderen Seite vermisste ich den kreativen Teil der Musik in der Schule und das ist der Grund warum ich richtig froh bin Jazz gelernt zu haben am Jazz Studio. Es half mir die kreativen und improvisierten Aspekte zu entwickeln.


Du hast von 1993 bis 2000 als Gitarrenlehrer am College of Contemporary Music in Bordeaux gearbeitet. Andere bekannte Gitarristen hatten oder haben immer noch diesen Job, zum Beispiel die zwei Joes, Joe Satriani und Joe Stump. Fördert das Unterrichten deiner Meinung nach auch die spielerischen Fähigkeiten des Lehrers?

Ja, unterrichten ist für mich vielleicht so gar so wichtig wie ein Instrument zu erlernen da es dich zwingt dein Wissen zu formulieren und zum Schüler zu transportieren. Während ich unterrichtete half es mir einige meiner Techniken weiter zu entwickeln und es ist cool zu beobachten wie sich ein Schüler verbessert auf die gleiche Weise wie du an die Sache ran gegangen bist.


Ich habe bereits erwähnt, da gibt es den Künstler neben dem Musiker Hans Van Even. Im Internet bin ich auf eine Malerin gestoßen, Hannelore Van Even ist ihr Name. Hannelore ist wie Hans ein deutscher Name. Daher hatte ich schon vermutet, dass sie deine Schwester ist. Du hast ja eben erwähnt, sie ist tatsächlich deine Schwester und nun ist es klar, die ganze Familie scheint sehr talentiert zu sein. Übrigens mag ich ihre Bilder sie sind sehr schön.

Gut beobachtet Ulf. In meiner Familie haben wir alle deutsche Namen und Hannelore ist meine Schwester und mein Bruder Herwig war ein Drummer und wurde schließlich ein DJ. Wir alle erhielten eine künstlerische Ausbildung von unserer Mutter her. Meine Schwester ist in der Tat eine talentierte Malerin und all ihre Arbeiten hatten großen Einfluss auf mein künstlerisches Leben, eventuell wäre gar kein Musiker aus mir geworden ohne den Einfluss meiner Schwester.


Auf deiner Web Seite (http://www.hansvaneven.net/) sah ich ein Foto von zwei Händen mit schwieligen Fingerspitzen die dazu noch grün und blau waren. Finde das Foto im Momnet nicht mehr. Zeigte es deine Hände? Um die Finger so zu misshandeln mußt du üben wie ein Wahnsinniger.

Ja, das war ein Foto von meinen Händen, ich glaube es wurde aufgenommen direkt nachdem ich "Flight of the Belgian Bumble Bee" für das Album geübt hatte. Nichts Schlimmes, die meisten Gitarristen die ich kenne haben schon ähnliches nach intensivem Üben durchgemacht.


Auf einem der Lieder auf STARDUST REQUIEM spielt Tony MacAlpine zwei Gast Soli. MacAlpine ist bekannt für Neoclassical Metal und Fusion Jazz. Daher muss er deine erste Wahl gewesen sein für ein Gast Solo. Wie bist du mit ihm in Kontakt getreten und war es schwierig ihn zu überzeugen den Job zu machen?

Das ist eine lange Geschichte. Tony MacAlpine ist seit ich zum ersten Mal das Album MAXIMUM SECURITY hörte einer meiner Lieblingsgitarristen, das hat mich echt umgehauen. Für meine CD dachte ich sofort an ihn für ein Gitarren Duel für den Song "Stardust Requiem" aber es ist eine Sache einen Traum zu haben und eine andere ihn zu realisieren. Tony ist ein sehr beschäftigter Musiker, ich habe einige Male versucht ihn zu kontaktieren über seine Web Seite, aber es gelang mir nicht ihn zu erreichen. Nun kommt der Zufall ins Spiel, durch meine Arbeit als Designer fertigte ich einige Grafik Arbeiten für Nomad Factory und der Besitzer Bernie Torelli war ein guter Freund von Tony MacAlpine der einige der CAB Aufnahmen für ihn machte. So war es leichter den Kontakt zu Tony herzustellen. Ich brauche nicht zu sagen wie froh ich war als er sagte er mochte den Song und er würde auf dem Stück spielen. Als er dann seine Soli schickte muss ich zugeben hatte ich eine Träne im Auge, er hat einen tollen Job gemacht und die Soli passen perfekt zu dem Stück. Das Gleiche gilt für Brett Garsed, beide sind fantastische Musiker und coole Typen, ich hatte echtes Glück sie beide auf meiner CD zu haben, da ging ein Traum in Erfüllung.


STARDUST REQUIEM der Titel des Albums genau wie das Cover sind irgendwie Science Fiction inspiriert. Bist du ein SF Fan? Michael Angelo Batio hat mir mal in einem Interview erzählt das er SF liebt. Ist das vielleicht eine weitere Parallele zwischen dir und Batio?

Nun nicht direkt ein Fan aber ich mag schon einen guten SF Film. Aus einem Grund führte mich die Absicht hinter der CD die Frage "wo kommen wir her, wohin gehen wir" in die SF Richtung. Es stellt den Kreis des Lebens dar angefangen mit dem Song "Angeli ex Galaxia" und es endet mit der "Farewell"-Triologie.


Auf dem Cover der STARDUST REQUIEM sehe ich einige Astronomische Zeichen. Diese Zeichen erscheinen auch als Einlegearbeiten auf dem Griffbrett deiner neuen Siggi Braun Stardust Signature Gitarre. Nun wissen wir von deinen künstlerischen Fähigkeiten und deinem Job für Washburn Gitarren. Hast du die HVE Gitarre allein entworfen oder waren die Leute von Siggi Brown Fine Young Guitars auch daran beteiligt?

Das Meiste stammt von Siggi Braun und seinem Team da es auf seiner populären O-Design Gitarre aufbaut. Es ist fantastisch mit Siggi Barun zusammen zu arbeiten. Er hat sehr gute Ideen ist aufgeschlossen, sehr geduldig und lustig. Ich habe die Pickups ausgesucht, Hardware, Inlays und die Farb-Optionen. Der Name HVE Stardust war eine naheliegende Verbindung zu meiner CD. Siggi schlug einige andere Ideen vor und die Wahlmöglichkeiten der Hölzer basierend auf meinen Stilen zu spielen, ich habe noch nie jemanden getroffen der so begeistert Gitarren baut.


Es ist eigentlich schon überflüssig zu erwähnen, dass die HVE Gitarre eine der schönsten ist die ich je gesehen habe, unglaubliches Design und eine überragende Lackierung. Die Gitarre ist der Speed of Light und der Armored Flame die Dean Guitars für Batio baut ebenbürtig.

Danke, ich stimme dir zu das Resultat ist fantastisch. Es ist die beste und schönste Gitarre die ich je gespielt habe, sie ist sehr komfortabel und deckt ein breites Spektrum an verschiedenen Stilen ab.


Die eigene Signature Gitarre zu besitzen muss dich doch stolz machen. Und du bist da in guter Gesellschaft von bekannten Gitarristen die von Siggi Braun endorsed werden wie Timo Tolkki, Victor Smolski und Alex Beyroth.

Oh ja, ich bin sehr stolz meine ganz eigene Gitarre zu besitzen und ein Teil der Siggi Braun Familie zu sein. Anfang September lud mich Siggi Braun ein zu seiner 20th Anniversary Party zu kommen und es war erstaunliches Erlebnis so viele frohe Gesichter und Musiker zu sehen.


Auf YouTube habe ich ein Video gefunden da spielst du von Malmsteen die "Triology Suite Op 5" und zeigst dazu die over- under Grifftechnik von Batio. Nun ist der Malmsteen Song an sich schon schwer genug. Wie fühlt sich das an wenn man so mit over- under eine Show veranstalten kann, vielleicht wie ein Motorrad Champion der mit einem Power Wheelie über die Ziellinie rauscht?

Ich denke es gibt da zwei Seelen in jedem Künstler, die erste steht für die Musik und die andere will gern eine Show für das Publikum machen. Jimi Hendrix und viele andere haben es gemacht und Michael Angelo Batio treibt es auf die Spitze. Es war mein Job als Vorführender der mich motivierte die over- under Technik zu erlernen um ein bisschen mehr an Zuhörern auf mich aufmerksam zu machen und ich kann bestätigen es hat tatsächlich funktioniert. Ich denke es macht Spaß so lange das Musikalische nicht darunter leidet. Ich habe nur einige Licks auf diese Art zu spielen gelernt und ich bin damit sicher nicht so gut wie Batio!


Deine vielen Talente habe ich schon angeführt aber ich sollte mal darauf hinweisen, du spielst auch Bass, Klavier, Keyboards und Drums. Ist das Erlernen eines neuen Instruments für dich eine natürliche und einfache Sache?

Was mein eigenes Spielen betrifft, mussten wir in der Schule Klavier lernen, etwas Drums spielen und den Bass, daher habe ich da einiges an Grundkenntnissen und ich würde sehr gern mehr Zeit damit verbringen diese Instrumente zu spielen. Aber um ehrlich zu sein bin ich kein so guter Pianist, Drummer und Bassist. Zum Glück gibt es heute Computer die einem dabei helfen das zu spielen was wir in unserem Kopf hören. Die meisten Drums und Bässe wurden aber von richtigen Musikern gespielt. An den Drums haben wir Philippe Ravez, Leo Isnard, Michel Fourcade und am Bass den exzellenten Goran Vujic aus Deutschland.


STARDUST REQUIEM beginnt mit dem Song "Angeli ex Galaxia" hier kommt deine klassische Ausbildung deutlich zum Tragen. Als nächstes folgt der Titel Track "Stardust Requiem" der eine super Melodie besitzt mit einigen kräftigen Killer Gitarrenriffs, abgerundet durch Shred Metal Attacken. Das ist eine ziemlich ungewöhnliche Mischung die aber so gut funktioniert. War es deine Absicht direkt am Anfang einen Song zu schreiben der völlig anders ist und dem mit zwei Tony MacAlpine Soli noch das Sahnehäubchen oben drauf zu setzen?

Ich wollte ein Intro für die "Stardust Requiem"-Melodie schreiben und komponierte meine Idee mit einem Armenischen Duduk (ein Holzblasinstrument einer Flöte ähnlich) und fand dann eine ältere Orchester Passage die ich schon 2002 geschrieben hatte, die war das fehlende Verbindungsstück zwischen dem Intro und der Stardust Requiem Melodie. Es ist schwer zu erklären auf welche Art einem die Ideen kommen, manchmal zwingt man sich dazu zu komponieren und es passiert einfach nichts, dann eines Tages kommt eine tolle Idee aus dem Nichts, es gibt da eine Art Magie in dem Prozess die das bewirkt und deine Einflüsse spielen hier immer eine wichtige Rolle. Für diese Melodie waren es bei mir Dream Theater, Symphony X, Joe Satriani, Tony MacAlpine, Yngwie Malmsteen.


Du hast mehrere sehr emotionale Stücke auf dem Album, "N-Land" ist eines davon. Der Fokus liegt auf dem kristallklaren Gitarren Sound, eine Art Demonstration wie gut eine E-Gitarre klingen kann. Ich schätze das ist einer deiner Lieblingssongs?

Ja, den mag ich wirklich gern, der Titel kommt von einem Mix aus den Namen meiner Kinder, meine Tochter Ewena und mein Sohn Erland und das Stück zeigt meine stärker von Jeff Beck beeinflusste Seite meines Spiels mit dem Tremolo Hebel.


Rimsky- Korsakovs "Flight of the Bumble Bee" war immer eine Herausforderung für viele Musiker. David Garrett spielte das Stück auf seiner Violine und Joey von Manowar verwandelte ihn in ein donnerndes Bass Solo. Du konntest auch nicht widerstehen mit deiner eigenen Interpretation und was für eine beeindruckende wie ich gestehen muss. Hochgeschwindigkeits Tapping mit aggressiv brummendem Klang der mich tatsächlich an eine Hummel erinnert. Vorsicht vor dem Stachel der Hummel!

Vergiss aber nicht das ist eine belgische Hummel. Das Einzige was du bedenken musst, sie trinkt Bier. Nein, mal ernsthaft, ich bin mir bewusst, dass eine Vielzahl von Musikern den Hummelflug in der Vergangenheit gespielt hat und meine Version ist die natürliche Weiterentwicklung der von Jennifer Batten und Keith Marcello aber eben auf einer 7- saitigen Gitarre und einen Ton tiefer gespielt. Aber der magische Teil kommt von dem Komponisten Marc DallÀnese der ein absolut unglaubliches Arrangement für Orchester geschrieben hat. Ich denke der Mix aus 7-saitiger Gitarre und dem Orchester macht es zu etwas sehr Speziellem. Marc ist ein großartiger Filmmusik Komponist und ich hatte echt Glück, dass er dieses Arrangement für mich gemacht hat.


Kommen wir zu einem meiner Lieblingslieder nicht nur auf diesem Album. "Walking in the Air" von Howard Blake war der Titel Track für einen Zeichentrickfilm.Weil die Melodie so gut ist haben mehrere Musiker bereits eine Cover Version davon gemacht. Ich kenne eine von Celtic Woman und eine weitere von Nightwish mit den Vocals von Tarja Turunen. Bevor ich deine Version gehört habe hätte ich es nie für möglich gehalten, dass der Song ohne Gesang funktionieren würde. Deine Gitarre ersetzt die Vocals und dein Spiel ist einfach brillant. Dein Cover ist sogar noch emotionaler und berührender als das Original. Die Gitarre klingt als ob Gary Moore aus den guten alten Zeiten von "Empty Rooms" und "Parisienne Walkways" zurück wäre. Das Original von "Walking in the Air" hatte nie einen fröhlichen Klang was für einen Zeichentrickfilm eher ungewöhnlich ist, aber deine Version die ist ja sooo traurig. George Harrison hatte den Song "While my guitar gently weeps". Tut mir Leid Mr. Harrison wenn ich das jetzt sage aber Hans Van Even kann eine Gitarre weinen lassen dagegen klingen sie nur wie ein Amateur. Ganz egal wie oft ich deine Version höre Hans, ich habe immer eine Träne im Augenwinkel und Gänsehaut auf dem Rücken. Du hast den Song Hannelore und Herwig gewidmet. Vor einer Weile ist einer deiner Freunde gestorben und du hast den Song auf Facebook hochgeladen in Erinnerung an deinen Freund. Daher muss dir klar sein wie traurig und emotional er ist.

Wie ich bereits erwähnte ist Hannelore meine Schwester. Wir haben oft zusammen mit meiner Schwester und meinem Bruder den Trickfilm angeschaut als wir jung waren. Für mich ist das ein Blick in die Vergangenheit. Die Melodie hat was ganz Besonderes, melancholisch oder sogar traurig aber sie zeigt auch die innige Seite in uns. Es ist auch für mich die schönste Melodie aller Zeiten und das perfekte Beispiel dafür, dass Musik eine Geschichte besser erzählen kann als Worte. Ich benutzte das von mir bevorzugte Arrangement von Celtic Woman aber mit der Melodie gespielt auf der Gitarre, das war richtig stressig den richtigen Sound auf der Gitarre zu finden aber ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, es ist einer meiner Favoriten auf der CD.

Ich bin bestimmt kein großer Jazz Fan aber "Red Sun" und "Glassy Sky" die Jazz Stücke auf STARDUST REQUIEM sind so lebendig und besitzen eine elegante Leichtigkeit, dass selbst das Auge eines alten Rock und Metal Fans wie ich einer bin leuchtet. Ich glaube es war eine gute Idee keine überkomplizierten Jazz Stücke auf das Album zu packen. Was meinst du?

Ja, im Jazz und bei progressiver Musik können die Dinge für den Hörer zu kompliziert klingen. Ich habe versucht die richtige Balance zu finden und mich auf die Melodie zu konzentrieren. Anfangs glaubte ich das die Vermischung so vieler verschiedener Stile nicht funktionieren würde. Ich meine es spiegelt die Art wieder wie ich Musik höre aber wie würden andere Leute darauf reagieren? Zum Schluss bin ich glücklich damit, die meisten Leute scheinen die andere Zielrichtung zu schätzen und es überrascht mich besonders so positive Reaktionen von Metal orientierten Magazinen zu bekommen wie ihr eines seid, das zaubert ein dickes Lächeln auf mein Gesicht.


"Still got the Blues" war einer der bekanntesten Stücke von Gary Moore. Nachdem ich "Hans`Blues gehört habe weiß ich, du bist auch vom Blues infiziert. Der Song ist eine Art Jam Session mit acht Gastmusikern. Bist du von Gary Moore beeinflusst? Ich wette drauf. Im Booklet sind zwei Fotos auf denen du so eine Uniform trägst. Gary Moore trug so eine ähnliche in den Videos zu seinem Album OVER THE HILL AND FAR AWAY.

Ich liebe alles von Gary Moore, er war ein Genie. I sah ältere Videos auf denen er so Sachen machte wie Joe Satrini Jahre später. Er inspirierte viele Leute und war ein größerer Pionier als den Menschen heute bewusst ist. OVER THE HILL AND FAR AWAY war ein wirklich gutes Album. Es klingt vielleicht überraschend aber eines meiner bevorzugten Alben von Gary Moore ist DARK DAYS IN PARADISE, nur wenige Leute kennen es anscheinend. Ich glaube es war kommerziell kein großer Erfolg aber es ist eines der stark inspirierenden Alben von ihm und sein Gitarrenspiel ist fantastisch.


"To the Stars", ein weiteres melancholisches Meisterstück, hast du deiner Frau gewidmet. Wie waren ihre Reaktionen als sie das Lied zum ersten Mal hörte und erfuhr, dass es für sie ist?

Der Song war ursprünglich eine Weihnachtsmelodie die ich für sie geschrieben hatte, zum Glück für mich mag sie es sehr!


"Song for Ewena" der Titel sagt es bereits, ist für deine kleine Tochter. Man kann sie im Hintergrund hören. Hast du diesen Song für sie gewählt weil er doch recht sanft ist?

Es begann alles an einem Tag in den Ferien ich hatte noch keine Melodie für sie und sie hatte gerade jede Menge Spaß. Ich entschloss mich 4 Minuten aufzunehmen als sie so richtig Spaß hatte und habe dann die Melodie für sie geschrieben. Erneut mag es als deutlicher Kontrast zu den anderen Stücken klingen aber ich denke es passt gut auf die CD und das Spaßigste daran ist, dass ihre lustige Stimme nun weltweit gehört wird!


Ich habe darauf hingewiesen, STARDUST REQUIEM vereinigt viele musikalische Stile. Stell dir vor du arbeitest in einem Plattenladen, in welche Kategorie würdest du das Album einordnen, Rock, Metal, Instrumental Guitar? Das ist ganz schön schwer.

Ich würde sagen, das ist beinahe unmöglich und das hat mir auch schon Kopfzerbrechen bereitet im Hinblick auf die Vermarktung und ebenso bei den Auftritten mit diesem Projekt. Das Problem heutzutage im Musikgeschäft ist, dass jeder deiner Musik einen Stil Stempel aufdrücken will. Ich glaube das ist echt traurig und mit Beschränkungen verbunden. Sie erwarten erst gar nicht, dass da noch andere Stile auf der CD sein könnten oder, dass ein Musiker die Möglichkeit besitzt auch andere Musikstile zu erkunden. Zum Glück wird die CD unter dem vielschichtigen Label BP12 veröffentlicht.


Du hast als Gitarrenlehrer gearbeitet, welchen Rat gibst du jungen Schülern? Was sollte man machen und was vermeiden?

Den wichtigsten Rat den ich überhaupt geben kann ist der, an erster Stelle sollte man für alles aufgeschlossen sein! Beschränke dich nicht selber indem du dir nur einen Stil anhörst. Manche Musik wie Jazz oder experimentelle Musik benötigt vielleicht mehr Zeit wie andere bevor man sie zu schätzen weiß, aber sobald sich die Ohren an den neuen Sound gewöhnt haben öffnet es dir so viele Türen. Der Zweite ist, lerne von deinen Lehrern, übertrage so viel wie möglich in die fortgeschrittene Technik, Arrangements und Musiktechniken, dann erkunde deinen eigenen Horizonte, viele bekannte Komponisten haben das in der Vergangenheit schon so gemacht. Und drittens, habe keine Angst davor auch mal die Regeln zu brechen.


Nun Hans, wir haben das Ende des Interviews erreicht und ich möchte dir danken für deine Geduld und die gute Zusammenarbeit. Wie immer gehören die abschließenden Worte dir.

Danke für das Interview Ulf, deine Zeit und für die Möglichkeit mich selber hier auf HardHarderHeavy zu artikulieren. Es ist nicht immer leicht für uns noch nicht so bekannte Musiker die Botschaft unters Volk zu bringen und daher bin ich dankbar für die Gelegenheit.


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