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End of Innocence
 

G e g e n   d e n   S t r o m : Übersicht


Autor:
 A.K., 05.06.2012

End of Innocence oder CSI: Finnland -
der mysteriöse Fall eines Wiederholungstäters


Wenn mich eine Band seit Jahren begleitet, mir in schweren wie auch in guten Zeiten mit Ihrer Musik Beistand geleistet haben und somit erreicht haben, dass ihr Logo als Tattoo-Vorlage von mir „missbraucht“ wurde – und das haben neben dieser Band nur zwei weitere geschafft! – dann kann es sich dabei nur um die finnischen Symphonic-Metaller von Nightwish handeln.

Vermutlich stehe ich mit dieser - nenne wir es mal - Liebe zu der Band und ihrer Musik nicht allein da, was der Erfolg und die Popularität rund um Mastermind Tuomas Holopainen´s Kapelle deutlich macht. Und wie in jeder guten 'Beziehung' hat auch diese gute sowie schlechte Zeiten gesehen. Zuerst traf mich Tarja´s Rausschmiss – der einfach schon zu oft und zu viel diskutiert wurde – ebenfalls wie ein Schlag ins Gesicht. Aber jetzt, zwei Alben nach Wechsel des weiblichen Gesichts der Band, ist es ein ganz anderer Aspekt, welcher mich irgendwie betroffen macht und die Frage aufwirft: Wann war nun wirklich das "Ende der Unschuld"...?

Ohne Frage, für mich persönlich ist und bleibt CENTURY CHILD das eigentliche Meisterwerk Holopainens und konnte selbst vom bis auf die letzte Note durchproduzierte Hammer-Album ONCE nicht getoppt werden. Das lies meine Verbundenheit zur Band aber nicht weniger werden, sondern brachte mich eher dazu mich zu fragen, weshalb wohl alle Folgealben nach ONCE doch mehr oder weniger sehr vorhersehbar wurden und der Lord of Keyboards scheinbar auf Knopfdruck Platin-Alben komponierte.

Eine gewagte These aber versuchen wir mal diese zu belegen, bzw. zu ergründen.

Mit CENTURY CHILD wurde jedem Nightwish-Fan klar, dass es eine logische Entwicklung war das mehr und mehr orchestrale Elemente in die Musik der Band Einzug hielten um den eh schon unglaublich bombastischen Sound nochmals zu pushen. Somit wurde ONCE in seinem Gesamtbild die Perfektion dieser Entwicklung und – so empfand ich es – zur Schablone für nachfolgende Alben.

Warum? Schauen wir doch mal auf die Tracks der letzten drei Alben, so finden wir auf allen dreien Song, welche sich eine Grundidee, bzw. Aufbau teilen. Sicherlich, sind und bleiben es alle für sich geniale Kompositionen, doch ist es recht auffällig wie sehr sich in Ihrer Struktur beispielsweise "Nemo" und "Amaranth" ähneln. Songs wie "Ghost Love Score" und "Poet and the Pendlum" sich ein Konzept teilen oder die Exkursionen in 'fremde Welten', die Pommesgabel in Richtung Country Musik schwenkend mit "Creek Mary's Blood", dem Jazz seine Aufwartung machend mit "Slow, Love, Slow" oder völlig aus dem Konzept fallende Tracks a la "Master Passion Greed" und "Scaretale" – mindern den Überraschungseffekt, den frühere Alben mit sich brachten.

Klaut Tuomas also bei sich selbst? Das mag nur er beantworten, doch am meisten verdutzt hatte mich seiner Zeit der Release von STORYTIME. Knallte uns eine satte Keyboard Melodie um die Ohren gepaart mit Anette´s Hammer Vocals, so ließ mich das Gefühl nicht los als habe ich diese bereits in einem älterem Nightwish-Song gehört. „Klingt irgendwie nach dem Riff von 'Master Passion Greed'“, ging es mir durch den Kopf. Aber was bringt einen Ausnahmekomponisten wie Holopainen dazu, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen und fortan noch nach Schema F – obwohl eher Schema O wie Once – zu arbeiten? War dies ebenfalls eine Entwicklung, die abzusehen war?

Wie den eingefleischten NW Fans bekannt ist, verbergen sich in Tuomas Texten nicht gerade wenig autobiographische Elemente. "Bye Bye Beautiful" als Nachruf an Tarja, "Slaying The Dreamer" seine Art der Industrie und dem Mammon mal gehörig die Meinung zu geigen oder "Dead Boys Poem" als Danksagung an jene die ihm lieb und teuer sind. Aber stand bzw. steht vielleicht noch viel mehr zwischen den Zeilen?

Ich denke da insbesondere an Aussagen aus dem ONCE Album wo er in seinem Song "Dead Gardens", welcher wie ein in Worte gemaltes Bild die Trostlosigkeit umschreibt und die Aussage mit sich bringt: "Time to lay this weary Pen aside" ('Es ist an der Zeit den müden Stift zur Seite zu legen'). Ebenfalls aus dem ONCE Album stammend der Track "Romanticide" in welchem er abermals die fehlende Tiefe der Musik beklagt.

Sicherlich, lassen seine Texte auch viel Spielraum für Interpretationen, aber in Anbetracht der Blässe seither erschienener Releases, geht mir die Frage nicht aus dem Kopf: War das Ende einer Ära die Geburt einer auf Bestellung gelieferter Alben ohne den 'wahren' Geist Holopainens?

Ich bin mir bewusst, dass ich mit meinen Aussagen vielen NW´lern den Wunsch aufkeimen lasse, mir mal gehörig die Leviten zu lesen, aber andererseits glaube ich das sich viele Andere ebenfalls mit dieser Frage die (neue) Musik Nightwish´s anhören und sich wünschen, dass Tuomas die 'Unschuld' wiederfinden würde – welche er laut eigener Aussage der END OF INNOCENSE DVD bereits nach WISHMASTER verloren hatte und wieder zu der Stärke zurück findet, welche Nightwish seinerzeit zu einer der herausragenden Bands des Genres machte.

Ich vernehme bereits die 'Tarja fehlt!' rufe. Aber nein. Meiner Meinung nach, war nicht dies der ausschlaggebende Grund für die Wandlung der Musik. Schließlich lag die Magie nicht in den Stimmen der Frontfrauen, sondern in Holopainens Gabe Musik zu komponieren.

Vielleicht ist es der Leistungsdruck, als Aushängeschild des Labels und Garant für Platinalben IMMER Musik zu erschaffen, welche dem selbstgeschaffenen Meilenstein – in diesem Falle ONCE – in nichts nachsteht.

Möglicherweise auch der Fakt, dass die Musikindustrie – nehme man nun die Charts oder auch den Metal-Bereich - ausnahmslos auf Profit setzen und der Faktor Talent nicht mehr ausschlaggebend ist.

Der Teufel steckt im Detail und den wirklichen Grund werden wir wohl nie erfahren.

Bemerkenswert ist es dennoch, dass man vielleicht eben trotz der mittlerweile mäßigen Erwartungshaltung, den Release eines neuen Albums kaum erwarten kann – oder um es aktuell zu halten der Start des Films IMAGINAERUM. Und so erwische ich mich selbst immer wieder dabei, auf der Jagd nach neuen „Trophäen“ für meine NW Sammlung zu sein, welche vom Label geschickt mit endloses Releases und Re-Releases – da Jagd ein Tour-Edition Album das nächste Special Edition Album gefolgt vom Super-Sonder Fan-Edition Album – genutzt wird um den kommerziellen Aspekt des Phänomens Nightwish weiterhin auszuschlachten. Die Kuh wird halt nicht mehr nur gemolken… und leider werden immer mehr Bands rücksichtslos dem Schlächter zum Ausweiden vorgesetzt.

Was bleibt also abschließend zu sagen? Wirkliche Antworten auf die Fragen sind kaum zu geben. So bleibt uns nichts anderes übrig als den Dingen seinen Lauf zu lassen, in Erinnerungen zu schwelgen und sich bewusst zu machen, das nichts bleibt wie es war. Das „Ende der Unschuld“ verschollen im Seegang einer erbarmungslosen Industrie.

Beenden wir das ganze ´mal mit einem Zitat aus einem Nightwish Song:
"It is the end of all hope
To lose the child, the faith
To end all the innocence
To be someone like me..."
 
 
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