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Review: Boarders
 
THE WORLD HATES ME

Album:
 THE WORLD HATES ME, 2007, Quam Libet

Stil:
 Heavy Metal, Thrash Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 S.J., 11.06.2007

Review:
 Woran denkt der geneigte Musikkonsument wenn er eine CD entdeckt die den Titel THE WORLD HATES ME entdeckt? Seien es Pseudo-düstere Gothic Schnulzen oder einfach eine weitere Band die auf der großen Emocore Welle mitsurfen möchte - falsch liegt man in beiden Fällen. Von Modeerscheinungen und Melancholie sind Boarders meilenweit entfernt. Man bekommt traditionellen Heavy Metal geboten, mit einer ordentlich wuchtigen Thrash-Schlagader und vielseitigen Vocals.

"True Rebellion" klärt schon von Beginn an die Fronten. Ein eher Hardrock taugliches Riff eröffnet den Song, und so hält er sich auch weiterhin: energiegeladen, mitsingtauglich und mit einem einprägsamem Refrain ausgestattet der durch die kräftige Stimme zusätzlich Zündstoff erhält. Der Vocalist, der selbst auf der Band Homepage namentlich nicht genannt wird, versteht jedenfalls sein Handwerk und ist auch in extrem hohen Tonlagen sicher und kann überzeugen.
Boarders haben schon jahrelange Erfahrung als Megadeth-Coverband sammeln können, und "Baptized with Fire" ist ihre eigene Umsetzung. Mal schnell, mal Midtempo, aber thrashige Riffs die ordentlich drücken sind an der Tagesordnung, und auch die Stimme ist der Dave Mustaine's nicht unähnlich. Abgesehen natürlich von dem extrem hoch gesungenen Refrain, ich bezweifle dass Herr Mustaine zu solchen Tönen in der Lage ist.
"Schmertzgarten" ist eine gefühlvolle Ballade, in der offenbar auch auf weibliche Vocals zurückgegriffen wurde.
"Never alone" ist deutlich traditioneller angehaucht, zwar teilweise auch ruhig und ausgeglichen, aber der wuchtige Refrain bringt die nötige Heaviness mit hinein so dass sich der Song zu einem klassischen Heavy Metal Machwerk entpuppt, wie es auch über 20 Jahre früher schon hätte geschrieben werden können.
Als nächstes folgt dem eigentlichen Album "In my darkest Hour", also ein Megadeth Cover, welches auf der mir vorliegenden Promo-CD aber leider fehlt. Dafür geht's es bei mir gleich weiter mit "Jump for Joy", welches mit schleppenden Riffs eröffnet wird, und auch an sich sehr doomig ausfällt.
In "For what it's worth" kann man nun endlich bestaunen, warum Boarders mit Megadeth und Testament verglichen werden. Das ist der tatsächliche Old-School Thrash-Metal der hier geboten wird, samt knüppelnder Riffs und zweistimmigen Leadgitarren. Und wieder die Vocals, die wie von Mustaine klingen, nur halt vielseitiger.
"Deliver you back to Hell" schlägt in die selbe Kerbe. Kräftige Double-Bass, und wieder ordentlich drückende Riffs. Hinzu kommt ein besonders auffallendes Solo, und hier meint man auch einen deutlichen Friedmann-Touch herauszuhören, zumindest was Aufbau und Melodieführung anbelangt.
Ähnlich ist in dieser Hinsicht "W.P.D.", nur insgesamt ein wenig ausgeglichener. Die Leadgitarrenarbeit jedenfalls lässt nicht zu Wünschen übrig.
"'Till Life do us one" ist ein uralter Hardrock Song, gepaart mit Thrash Elementen. Absolut vorhersehbar, aber doch groovend und auf jeden Fall spaßig. Eigenartig nur, dass der Refrain ein mehrfach weiderholtes "Jump for Joy" beinhaltet - ob da jemand die Titelreihenfolge falsch angegeben hat?
Als letztes ist der Titeltrack an der Reihe: "The World hates me" ist eine Akustik-Ballade die keineswegs langweilig oder uninspiriert klingt, wohl aber als letzter Track des Albums nach dem beinharten Thrash-Geriffe ein wenig deplatziert wirkt.

Fazit: Boarders schaffen es Heard-Rock, Heavy Metal und Thrash Metal auf einem Album geschickt zu vereinen, bestechen durch Vielseitigkeit und sind auch technisch nicht zu verachten.

Tipp:
 Alle Traditionalisten und Thrasher, die auch vor gelegentlichen Ausflügen in höhere Tonlagen keine Angst haben, sollten mal reinhören.

Titel-Liste:
 
  1. True Rebellion
  2. Baptized with Fire
  3. Schmertzgarten
  4. Never alone
  5. In my Darkest Hour (Megadeth Cover)
  6. Jump for Joy
  7. For what it's worth
  8. Deliver you back to Hell
  9. W.P.D.
  10. Till Life do us one
  11. The World hates me

Laufzeit:
 47:11 Min. (ohne Cover)

Band-Infos:
 
  • www.boarders.it 


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