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Review: Ear-Shot
 
THE PAIN

Album:
 THE PAIN, 2007, Dayrunner

Stil:
 Neo Thrash Metal

Wertung:
 4_5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 M.K., 29.04.2007

Review:
 Ear-Shot stammen aus dem schönen Gaildorf und haben in ihrer, noch recht jungen, Bandkarriere schon einiges vorzuweisen. So erreichte man 2006 den dritten Platz beim Nuclear Blast Bandcontest. Dort haben sich 1500 Bands beworben. Auch wurden schon bekannte Bands wie Ektomorf, Megaherz, Koroded, End of Green oder One Man Army and the Undead Quartet supportet, um nur einige zu nennen. Mit THE PAIN legt die aufstrebende Band ihr Debütalbum vor.

Mit einem Mörderriff startet "Reborn", die Geschwindigkeit wird ordentlich in die Höhe getrieben, und nur kurz darauf regiert der Groove. Sänger Sven erinnert etwas an Burton C. Bell (Fear Factory) in dessen jungen Jahren. Der Refrain ist eindeutig melodischer und mit einer schönen Gesangsmelodie ausgestattet. In der Mitte des Songs kommt es zu einer leicht abgewandelten Bridge, hier sollte live doch einiges gehen. "Reborn" findet die richtige Mischung aus Melodie und Härte, gefällt mir sehr gut.
"Feel" startet mit etwas Sampling sowie einem sich wiederholenden Riff, bis Frontmann Sven etwas growlt und somit einen weiteren, groovigen Part einläutet. In den Strophen wird Clawfinger-artig gerappt, während der Refrain musikalisch wieder etwas seichter ausfällt, das Gespür für Melodie ist der Band im zweiten Song nicht abhanden gekommen. Der Mittelteil beginnt mit einer verzerrten Melodie, unterstützt von interessantem Drumming aus Moe's Schießbude. Kurz darauf kommt es wieder zum Refrain. Solides Songwriting, guter Song.
Der dritte Song des Albums nennt sich "Low" und verfügt zu Beginn über einen einprägsamen Riff, der sich live zum mithüpfen eignen sollte. Erinnert etwas an Ektomorf oder Soulfly. In den Strophen setzt die Band auf Aggression und erhöhte Geschwindigkeit. Der Mittelteil des Songs fällt durch tribalartiges Drumming und melodiösen Riffs auf, bis es mit dem Refrain weiter geht. Ein weiterer, ordentlicher Song.
Mit Samples startet "Five Beers...", bis Ear-Shot einen, an den Metalcore erinnenden, Part starten. Im Refrain erinnert mich Sven stimmlich an Chad Gray von Mudvayne. Der Song ist etwas schneller als seine beiden Vorgänger, im Mittelteil nimmt die Band jedoch Geschwindigkeit raus, um Raum für ein verdammt gutes Gitarrensolo zu schaffen. Mit einem wahren Angriff auf die Nackenpartie geht es weiter, der Mosh hat hier gefälligst zu kochen. Der Refrain beendet das Lied dann, hat mir ebenfalls zugesagt.
Mit einem, leicht an Slipknot erinnernden, Riff beginnt "Bring me down". In den Strophen wird leicht abgehackt gesungen, während im Hintergrund der Riff regiert, unterstützt von vereinzelten, an Industrial erinnernde Sounds. Der Refrain geht wieder etwas mehr in die Mainstream-Richtung, sowohl vom Sound als auch vom guten Gesang. Die Bridge ist da schon wieder etwas heftiger, geht jedoch wieder in den Refrain über. Das schöne an "Bring me down" ist die Tatsache, dass sich der Refrain schon im ersten Durchlauf im Kopf festsetzt.
"Man with the Scissorhands" beginnt mit Sampling, erinnert leicht an die Nu Metaller von Linkin Park. Dieses Spielchen wird jedoch von einem heftigen Riff unterbrochen. In den Strophen ist vor allem das Drumming von Moe sehr interessant gestaltet und baut die Strophen schön auf. Der Refrain kann mich hier nicht allzu sehr überzeugen, die Bridge kommt jedoch mit einer schönen Kombination aus Sampling und Riff zu mehr Gehör bei mir. Zum Ende hin wird es langsamer und ruhiger. Der sechste Song auf THE PAIN interessiert mich nicht allzu sehr.
Weiter geht es mit "My Pain", anfangs erinnert Sven hier an Rob Flynn von Machine Head. In den Strophen wird jedoch mehr auf Sprechgesang gesetzt, welcher in Shouting übergeht. Im melodischen Refrain (inkl. interessanten Breaks) wird dann wieder gut gesungen. Verdammt gutes Songwriting präsentieren Ear-Shot hier. In der letzte Minute des Songs gibt es noch mal den Refrain, dann ist Schluss.
Der achte Song auf THE PAIN nennt sich "Never let go" und beginnt im Mid-Tempo. Relativ simples Songwriting zu Beginn, im Refrain wird wiederum die melodiösere Variante gewählt. Im Mittelteil des Songs gibt es eine längere, instrumentale Phase, in der sich Riff an Riff reiht und sich das ganze auch noch gut anhört. Die Bridge des Songs hätte einfallsreicher gestaltet werden können. Ingesamt kann der Song jedoch gerade eben noch die Hürde des Überzeugens überspringen.
Schneller geht da schon "Mindpollution" zur Sache. Gerade das Schlagzeug drückt hier ordentlich aufs Gaspedal, und der dazu passende Riff gefällt. Der komplette Song ist im Endeffekt schneller als der Großteil der anderen. "Mindpollution" gefällt mir sehr gut, die Bridge macht Sinn, die Riffs knallen ohne Ende, trotzdem mit Groove...wunderbar, so muss das sein.
Mit "Emotions" erwartet man wohl eine Ballade, aber da machen Ear-Shot dem geneigten Hörer einen Strich durch die Rechnung. Einmal mehr werden hier harte Riffs mit tribalartigem Drumming kombiniert, und der Groove regiert. Die Kombination von schnellen Riffs und gefühlvollem, klaren Gesang erinnert an Stone Sour oder auch Slipknot. Der Refrain kommt dann wieder etwas ruhiger aus den Boxen, jedoch immer noch Heavy. Großartiger, mit fünf Minuten Länge relativ langer, Song.
Noch länger ist allerdings "I realize", der Song wird mit einer Länge von 08:55 Minuten angegeben. Und hier haben wir auch die Ballade. Akustik-Gitarren und verdammt guter Gesang starten den Song. Sehr guter Song, der komplett auf Drumming, Bass und Sampling verzichtet, im Endeffekt gibt es hier nur Gesang und zwei Gitarren zu hören. Nach gut vier Minuten ist dann erstmal Ruhe. Die letzten zwei Minuten beinhaltet wieder etwas Musik, aber ich möchte hier nicht zu viel verraten.

Fazit: Auf THE PAIN erwartet den Hörer ausgereiftes Songwriting. Hat mich sehr positiv überrascht, die Jungs von Ear-Shot machen hier quasi nichts falsch. Die Refrains sind quasi in jedem Song verdammt gut. Der Nachteil an der Sache ist jedoch, dass die Songs deshalb vorraussehbar werden.
Gesanglich gibt es hier nichts zu meckern, Fronter Sven erinnert ab und zu an Genregrößen wie Phil Anselmo oder Burton C. Bell, ohne jedoch einen eigenen Stil zu verlieren. Musikalisch können die Riffs, das Sampling, der groovende Bass und die Drums allesamt überzeugen. Ein durchaus überzeugendes Album, nur leider etwas voraussehbar.

Tipp:
 "Feel", "Mindpollution" und das abschließende "I realize" gefielen mir am besten und repräsentieren die Band in meinen Augen sehr gut.

Titel-Liste:
 
  1. Reborn
  2. Feel
  3. Low
  4. Five Beers…
  5. Bring me down
  6. Man with the Scissorhands
  7. My Pain
  8. Never let go
  9. Mindpollution
  10. Emotions
  11. I realize

Laufzeit:
 47:23 Min.

Band-Infos:
 
  • www.ear-shot.de 


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