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Review: Mannhai
 
HELLROAD CARAVAN

Album:
 HELLROAD CARAVAN, 2006, Dockyard 1

Stil:
 Stoner Rock, Doom Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 18.06.2006

Review:
 Für manche Sachen brauche ich einfach noch etwas Gewöhnungszeit. Mit Stoner Rock verbinde ich eben immer noch zu oft Wüste, flimmernde Luft, Hitze, Sand und knarrenden Sound wie aus der Bierdose. Eigentlich sollte ich es mittlerweile besser wissen, denn es gibt schließlich noch andere Bands aus dem eisigen Norden, wie z.B. Spiritual Beggars. Und eisige Rhythmen sind auch bei den Jungs von Mannhai kaum zu erwarten. Hier wird abgerockt, bis die Stimmung kocht, mit einer Mischung aus Stoner und Doom und einer gehörigen Portion Blues.
Nachdem nun mit Pasi Koskinen der dritte ex-Amorphis-Musiker zur Truppe gestoßen ist, würde ich mir an deren Stelle mal langsam Gedanken machen, warum es den Jungs bei Mannhai so gut gefällt. Ich weiß es schon, denn ich habe das neue Album bereits mehrmals in meinem CD-Player rotieren lassen - und denke gerade "Noch 'ne Runde ist drin".

Schon bei ihrem Opener "Shellshock" legen die Jungs einen solch gewaltigen Schnellstart hin, dass man immer noch verdutzt auf die Fußabdrücke im Boden schaut, bevor man merkt, dass der HELLROAD CARAVAN schon fast am Horizont angelangt ist.
Deutlich gebremster im Tempo ab dafür mit ungeheuer intensivem bluesigen Sound walzen die Gitarren von "Fuzzmaster" alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt.
Beim frech-rotzigen "Spaceball" wird dann die Groovemaschine so richtig auf Touren gebracht und das spacige Gitarren-Intermezzo lässt sogar alte Kyuss-Zeiten aufleben. Hier braucht sich niemand wundern, dass die Single-Auskopplung einen Blitzstart an die Spitze der finnischen Charts hingelegt hat.
Noch abgedrehter treiben es die Jungs bei "Better hate Yesterday" wo kein großer Wert auf Hooklines gelegt wird, sondern die Instrumente an der langen Leine gehalten werden. Trotz aller Freiheiten bringt der Refrain wieder alles auf den Punkt und lässt den Song nicht in Chaos ausarten, wie man es von der Chaos-Kyuss-Mannschaft her kennt.
Bei dem etwas ruhigeren "Hall of Dead" kommt sogar ein bisschen Retro-Stimmung kommt auf, wenn Hammond-Orgel Fill-ins die übermächtigen Gitarrenwände mit ein paar Farbtupfern fröhlicher gestalten dürfen.
Zuletzt lauert dann noch "Downer", ein typischer Fall eines Songs mit falschem Titel. "Upper" wäre wohl passender gewesen, aber ich vergaß, es geht ja um den Text und nicht die Musik.
Stille! Schade, schon vorbei?
Nach nicht mal 45 Minuten muss ich leider schon wieder die Play-Taste drücken. Naja, ich will ja nicht undankbar sein. Hätten die Jungs auch nicht verdient.

Fazit: Hier bewegt sich wirklich alles im grünen Bereich. Die Songs knallen, der Rhythmus groovt, die Gitarren erwartungsgemäß tief gestimmt und etwas verwaschen im Sound, Retro-Hammond-Orgel für das richtige 70er-Feeling und ein überzeugender Frontmann, der neben einer dreckig rotzigen Art auch durchaus zu singen versteht. Stoner Fan, was willst Du mehr? Vielleicht noch einen persönlichen Tritt von mir in den Allerwertesten, wenn Du zweifelnd am Verkaufsregal stehst?

Tipp:
 Also Leute, packt euch 'nen Caravan, stopft alles rein, was man für eine Party braucht und dann geht's ab auf die Piste. Egal ob ihr auf Spiritual Beaggars, The Who oder Kyuss steht, hier findet jeder das richtige Futter für die Lauscher.

Titel-Liste:
 
  1. Shellshock
  2. Fuzzmaster
  3. Spaceball
  4. Dambuster
  5. Better hate Yesterday
  6. Back in Red
  7. Mojo Runner
  8. Overdaze
  9. Rock in a Cradle
  10. Hall of Dead
  11. Downer

Laufzeit:
 44:36 Min.

Band-Infos:
 
  • www.mannhai.com 


  •  
     
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