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Review: Conquest
 
END OF DAYS

Album:
 END OF DAYS, 2009, Dark Star

Stil:
 Thrash Metal

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 J.G., 06.02.2010

Review:
 Da sind die Herren Derrick Brumley, Mike Crook, Tony Restivo und Tim Fleetwood aus dem Mittelwesten der U.S.A. genauer aus St. Louis schon zwei Jahrzehnte im Geschäft und haben trotz regelmäßiger Publikationen immer noch nicht mehr als Underground Anerkennung gefunden. Zugegeben mit fünf Alben in 20 Jahren gehören Conquest nicht zu den Bands mit üppigem Output, aber ist das Grund genug? Schon nach dem ersten Höreindruck des Thrash Metals mit seinen unverkennbaren, in der Bay Area Szene liegenden Wurzeln, klingt mehr als vielversprechend. Nach ein paar Recherchen scheint es so, dass die Band Mitte der 90er einige musikalische Experimente unternommen hatte, die vielleicht nicht förderlich waren. Mit der vorliegenden Scheibe END OF DAYS, das bei Dark Star Records sein Label-Debüt feiert, könnte sich das aber schnell ändern. Denn hier wird geklotzt und nicht gekleckert. Nein, das Rad wurde nicht neu erfunden. Muss aber auch nicht, wenn man sein Handwerk versteht.

Keine Gefangenen, so das durchgängige Motto. Aber aufgepasst, wer jetzt denkt, es gibt Vollgas-Kost alá Legion of the Damned am laufenden Meter, der hat sich geschnitten. Thrash ist durchaus vielfältig und das wissen Conquest ganz genau. Aber zuerst muss geklärt werden, wo der Hammer hängt, für Spielereien ist später noch Zeit und deshalb kreist beim Opener "Feel my Pain" zuerst mal die große Keule im Nähmaschinen-Tack.
Als echter Nackenbrecher entpuppt sich sogleich der nachfolgende Kracher "Secrets of Life", der mit abwechslungsreichem stampfenden Rhythmus gnadenlos nach vorne stürmt und vor Kraft nur so strotzt. Egal ob Gesang oder Gitarre, hier wird Gas gegeben.
Auch wenn für "Walk alone" schon mal der Fuss etwas vom Gaspedal genommen wird, so schlägt die vollfette Produktion trotzdem durch und lässt kaum einen Musikfan ruhig sitzen. Am Liebsten würde man sich die Luftgitarre schnappen und es den Jungs auf der Bühne gleich tun.
Conquest beschreiben ist eigentlich ganz einfach. Wer "Killer Machine" gehört hat, weiß, wie Conquest die Thrash-Abrissbirne kreisen lässt, bis sich in den ersten Reihen niemand mehr auf den Beinen halten kann. Mit Metallica's Bissigkeit der frühen Jahre und Judas Priest's Gefühl für Breaks alá "Nightcrawler" sorgt das Quartett noch für genügend eigene Duftmarken. Genau so macht Metal Spaß und schade, dass es immer weniger Bands schaffen, das Thema so auf den Punkt zu bringen, wie hier. Holzspalten am laufenden Meter, ist nur die halben Miete. Erst das Break mit seiner Demonstration der kraftvollen Langsamkeit trennt die Profis von den Hobbycombos.
Ja wo ist er denn? Ja wo denn, der Zeppelin? Nein, so deutlich ist die Anleihe dann doch nicht ausgefallen bei dem stellenweise schleppenden, balladesk angehauchten "It's all over", dass jedoch immer wieder bei Zwischenspurts die messerscharfen Thrash-Krallen ausfährt.
Schluss mit melodischen Gefälligkeiten. Bei "Annihilation Complete" wird sofort ernst gemacht und gleich einmal ein schneidendes Gitarren-Solo an den Anfang gesetzt. Die "totale Vernichtung" macht ihrem Namen alle Ehre, verzichtet jedoch auf allzu schnödes Dauergeshredder, sondern überzeugt mit Abwechslung, unzähligen Soloeinlagen und so mancher Disharmonie.
Der Titel ist Programm und so schmuggeln sich bei "Stoned me" so manche doomlastig walzende und stoner-like abgedrehten Riffs ein, die auch musikalisch genau das liefern, was textlich geboten wird: "you stone me stoned me now... you showed me how my life could be...".
Bevor es noch einmal so richtig zur Sache geht, ist nach gandenlosen und abwechslungsreichen 40 Minuten bei "Empty" das erste mal Verschnaufen angesagt. Unterstützt von Akustikgitarren und einer druckvollen Rhythmnusarbeit, präsentieren die Amis eindrucksvoll, dass man nicht unbedingt nur mit einer Überdosis Schmalz arbeiten muss, um eine Ballade astrein in Szene zu setzen. Trotz flamencoartigem Start und Ende und an ein paar Stellen allzu kuscheligem Refrain, bleiben genügend wohltuende Ecken und Kanten übrig.
Bisher gab es noch keinen Durchhänger und das wird sich auch bis zur letzten Rille nicht ändern. Wie schon angedeutet, lässt es der Titeltrack "End of Days" zum Abschluss noch einmal gehörig krachen und überrollt mit brachialer Gewalt mühelos die ersten Reihen vor der Bühne. Klar, dass man bei so einem Ausstieg sofort in die nächste Runde einsteigen will und was gibt es schon besseres für ein Album?

Fazit: Was soll ich noch mehr sagen? Die-Hard Fans wissen schon längst, das viele wahre Perlen im Untergrund unentdeckt von der breiten Masse ihr Dasein fristen. Thrash-Fans der alten Schule bekommen mit Conquest ein Brett geboten, dass es erstmal zu spalten gilt, bevor man es im Ofen verheizen wird und die Songs wieder ins namenslose Nirvana entschwinden. Ich persönlich hege und pflege das Brett regelmäßig und bisher sind erst ein paar Späne abgehobelt. Es besteht also gute Hoffnung, dass das Brett die nächste vierjährige Schaffenspause gut übersteht. Aber vielleicht ist es endlich Zeit für einen Durchbruch und es gibt viel früher Nachschub? Wer weiß, zu wünschen ist es den Jungs aus dem Mittelwesten allemal.

Anspieltipps:
 Zuerst mal "Killer Machine", der Nähmaschinen-Dampfhammer-Opener "Feel my Pain", und dann wäre da "Killer Machine", das gnadenlos stürmende "Secrets of Life", der explosive Titeltrack "End of Days" und erwähnte ich schon "Killer Machine"?

Tipp:
 Thrash-Fans, die von Schädelspalter bis hin zu melodischen Dampframmen einfach nur Thrash hören möchten, sollten sich dieses Scheibchen nicht entgehen lassen! Beschrieben mit drei Worten: erdig, brachial, authentisch.

Titel-Liste:
 
  1. Feel my Pain
  2. Secrets of Life
  3. Walk alone
  4. Killer Machine
  5. It's all over
  6. Annihilation Complete
  7. Stoned me
  8. Revelation (Soul Keeper)
  9. Forever free
  10. Empty
  11. End of Days

Laufzeit:
 49:48 Min.

Band-Infos:
 
  • www.conquestmetal.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Conquest: End of Days

     
     
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