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Review: Luca Turilli's Rhapsody
 
Luca Turilli's Rhapsody - ASCENDING TO INFINITY

Album:
 ASCENDING TO INFINITY, 2012, Nuclear Blast

Stil:
 Symphonic Neoclassic Bombast Metal

Wertung:
 7 von 7
7 von 7 Punkten
 U.B., 24.09.2012

Review:
 Als Gitarrist und Songwriter Luca Turilli und Keyboarder Alex Staropoli 1993 die Band Rhapsody gründeten ahnten sie wahrscheinlich nicht, dass sie Metal Geschichte schreiben würden. Als 1997 das erste Album LEGENDARY TALES erschien schufen sie mit ihrem epischen Neoclassic Bombast einen neuen Musikstil, Film Score Metal oder später von Kritikern der Band auch geringschätzig als Hollywood Metal bezeichnet. Im Jahre 2003 war man aus rechtlichen Gründen gezwungen den Namen in Rhapsody Of Fire zu ändern da ein Musikportal den ursprünglichen Namen für sich beanspruchte. Mit dem zehnten Album FROM CHAOS TO ETERNITY brachten die Italiener 2011 die Fantasy Geschichte der Dark Secret Saga zum Abschluss und das Erfolgsduo Turilli- Staropoli erklärten von nun an getrennte musikalische Wege zu gehen. Beide Seiten beteuerten der Split sei in aller Freundschaft erfolgt. Da natürlich keiner von beiden auf den bekannten und gut zu vermarktenden Bandnamen verzichten wollten, einigte man sich darauf, dass Staropoli weiter unter dem Banner “Rhapsody Of Fire” firmieren werde und Turilli seine neue Formation unter “Luca Turilli`s Rhapsody” ins Rennen schicken würde. Das bekannte Rhapsody Logo dürfen übrigens beide Bands verwenden. Man kann mir ja viel erzählen aber, dass die Trennung so friedlich verlaufen ist, kann ich mir echt nicht vorstellen. So lautet der neue Turilli Output ASCENDING TO INFINITY und ähnelt vom Titel dem letzten gemeinsamen Werk From CHAOS TO ETERNITY sicher nicht zufällig. (infinity= Unendlichkeit, eternity= Ewigkeit) Auch das Cover gleicht dem von FROZEN TEARS OF ANGELS sehr stark. Wenn man dann noch die Äußerung von Alex Staropoli betrachtet der erklärt, Rhapsody Of Fire fühle sich nach der Neuformation stärker als je zuvor, so kann man darin schon eine Kampfansage in Richtung Turilli sehen. Bassist Patrick Guers wechselte mit Turilli die Seiten, Drummer Alex Holzwarth wollte bei beiden Bands die Sticks schwingen ist aber nach den Aufnahmen zu ASCENDING TO INFINITY inzwischen aus Termingründen bei Turilli ausgeschieden und nur noch für Rhapsody Of Fire tätig, wo sein Bruder Oliver am Bass steht. Alex Landenburg hat die Stelle an den Drums eingenommen. Bliebe da nur noch die wichtige Frage nach dem neuen Sänger bei Turilli. Fabio Lione hielt nämlich Staropoli die Treue. Wahrlich nicht leicht für Turilli für einen adäquaten Ersatz zu sorgen. Eine Aufgabe die er aber brillant gelöst hat. Alessandro Conti ein Mann mit abgeschlossenem Tenor Studium an der Corale Lirica Rossini, der Musikschule die bereits Pavarotti hervor gebracht hat, übernahm die Vocals. Auch beim Mix gibt es Neues zu vermelden, war bisher Sascha Paeth dafür zuständig so fiel diese Aufgabe nun Sebastian Roeder zu. Roeder nahm in seinem Backyard Studio in Kempten auch Bass, Drums und Vocals auf. Gitarre und Keyboards erledigte Turilli im eigenen Studio. Aus eins mach zwei kann man Im Fall von Rhapsody sagen. Wer in Zukunft die Nummer 1 ist, wer weiß, dass Rennen um das erste Album nach der Trennung geht mal klar an Turilli.

Mit dem etwa zwei minütigen Intro "Quantum X" stimmen uns die Italiener ein auf was im weiteren Verlauf des Albums noch folgt. Nach sehr orientalisch anmutenden Klängen wird ein stark Klassik ausgeprägter Stil mit viel Chorunterstützung serviert.
Der Titelsong "Ascending to Infinity" ist ein typischer Rhapsody Track, Power Metal angefüllt mit Klassik Elementen und epischen Männerchören. Hier regiert der geniale Turilli Größenwahn. Neben neoklassischen Gitarrensoli finden sich breite Keyboard Teppiche, bevorzugt in gehobenen Geschwindigkeits- Regionen. Die Stimme von Alessandro Conti überrascht mit erstaunlichem Tonumfang und brillanten Höhen. Der Mann ist die perfekte Besetzung.
"Dante`s Inferno" ist bestimmt vom Katastrophenfilm Dante`s Peak inspiriert. Düstere Bratschen und allerlei sonstige Streicher tragen zur dramatischen Stimmung bei. Auch hier finden wir die Bombast Chöre.
Mit mittelalterlichen Tönen von Laute und Flöte gibt es eine kurze Folk Einlage auf "Excalibur". Dann entwickelt sich der Song in Richtung Symphonic Power Metal. Zwischen den mächtigen Chören schmettert Conti seinen Tenor bis in höchste Höhen, eine souveräne Vorstellung. Turilli brilliert mit wunderbarem Gitarrensolo. Durch die aufwändige Instrumentierung klingt alles sehr opernhaft, gefällt aber selbst Leuten wie mir, die um Klassik sonst einen weiten Bogen machen. Der Refrain geht einfach unter die Haut. Geschickt treibt das Stück dem musikalischen Höhepunkt zu bis die gemischten Chöre den Track sanft ausklingen lassen.
Mit "Tormento E Passione" dürfen wir einer Ballade in Italienisch lauschen und mir wird wieder einmal bewusst wie toll diese Sprach phonetisch zur Musik passt. Nach einer Einleitung mit dezentem Piano stoßen die Gitarren und Drums dazu, halten sich aber deutlich zurück. Contis Vocals sind besonders emotional und erhaben, wow was kann der Mann singen, da ist für wohlige Gänsehaut gesorgt. Der Refrain ist mehr als ergreifend. Für eine Ballade recht flotte Gitarren und Keyboard Parts fügen sich harmonisch in das Stück ein.
Bei "Dark Fate of Atlantis" scheint der Power Metal wieder stärker durch. Der Start ist erneut ziemlich orientalisch ausgefallen dann wirbeln Gitarren und Keyboards vor einem orchestralen Hintergrund. Conti zeigt abermals wie vielseitig er ist und schaltet blitzschnell zwischen klassischem Tenor und Metal Sänger um.
"Luna" ist der einzige Song, außer dem Bonus Track, der nicht aus der schöpferischen Feder von Turilli stammt, er wurde von Romano Mussumara einem bekannten italienischen Komponisten geschrieben. Auch dieses Stück ist in italienischer Sprache. Als Gastsängerin hat die Deutsche Sassy Bernert (Leiterin einer Gesangsschule in Kempten) hier einen Auftritt. Mal Solo, mal im Duett mit Conti weiß sie mit ihrem engelhaften Gesang auf der Ballade zu gefallen. Alessandro Conti lässt hier seinen Gefühlen freien Lauf. Das Lied muss man gehört haben um zu ermessen wie viele Emotionen darin stecken.
"Clash of the Titans" fällt aus dem Rahmen, das geht schon mit den militärischen Funksprüchen zu Beginn los. Zwar haben wir es hier mit der bekannten Mischung aus Klassik und Power Metal zu tun aber die Atmosphäre ist doch anders, schärfer, bedrohlicher und deutlich Metal lastiger.
Mit "Of Michael the Archangel and Lucifer`s Fall" treibt Turillis Rhapsody seinen musikalischen Gigantismus auf die Spitze, nicht nur was die Länge von über 16 Minuten betrifft. Ein finales Opus was noch mal alle Facetten aufzeigt, seinen es die komplexen nahezu ausufernden klassischen Elemente aus denen die Power Elemente aggressiv hervor blitzen oder die mitreißenden Melodien mit beispielloser Soundtrack Dramaturgie. Frau Bernert bereichert erneut diesen Song mit ihrem Gesang. Das wirkt beim ersten Hören vielleicht alles überladen aber gewinnt mit jedem Durchlauf. Ich kann mich einfach nicht satthören, ganz großes Kino.
Der Bonus Track "March of Time" ist ein Cover vom Helloween Song der einst auf einem der legendären Keeper Alben vertreten war. Ist die Einleitung schon im Original pompös ausgefallen, setzt Rhapsody mit Klavier und Orchester noch einen oben drauf. Der Meodic Power Metal bewegt sich nicht weit von Helloween und Conti gelingt es sogar im Refrain wie Michael Kiske zu klingen, gelungene Interpretation eines bekannten Songs.

Fazit: Für Freunde von Melodic- Bombast- Epic- Neoclassic- Power- Opera Metal (sorry, aber so lässt sich der Musikstil am besten beschreiben) war Mitte Juni zum Verkaufsstart schon Weihnachten. Super Songwriting, perfekt inszenierter Bombast, Pathos im Überfluss, pompöse Chöre, Gänsehaut am laufenden Band, was für ein Album! Luca Turilli`s Rhapsody hat als Motto “Born To Sound Cinematic” auf der Homepage stehen und das Ziel wurde erreicht. Over the top, larger than life, not out of this world, das sind passende Tribute für ASCENDING TO INFINITY. Turrili, ein bekennender Kino Fan, trachtet stets danach seine Musik so imposant wie möglich zu gestalten mit ordentlich Soundtrack Dramatik. Eine zunehmende Klassik Ausrichtung war schon bei Rhapsody Of Fire spürbar und wurde hier noch weiter voran getrieben, opulenter Barrock meets Symphonic Metal. Die kompositorischen Fähigkeiten und der Eifer von Turilli sind mehr als beeindruckend. Er hat nicht nur sämtliche Songs (außer „Luna“) geschrieben plus alle Lyrics, sondern auch alle klassisch orchestralen Arrangements erstellt und war Produzent. Für das 16 minütige monumental Epos "Of Michael the Archagel and Lucifers Fall" wurden 180 Keyboard Tracks und 90 für den Chor verarbeitet. Sebastian Roeder der alles gemixt hat dürfte angesichts dieser Dimensionen gehörig ins Schwitzen gekommen sein. Gemastert hat Christoph Stickel. Das Ergebnis spricht für sich, ich will keine Superlative inflationär verwenden, doch die Produktion ist überragend. Das Album schreit nach einer guten Anlage mit qualitativ hochwertigen Boxen. Alessandro Conti fasziniert als Sänger in allen Tonlagen. Seine volle, vielseitige Stimme mit klassischer Gesangsausbildung ist wie geschaffen für die Songs. Ich bin ein großer Fan von Fabio Lione aber Conti ist für diese opernhafte Art von Musik noch besser. Bei den Lyrics hat Turilli jetzt mehr Freiheiten, er löst sich zwar nicht komplett vom Fantasy wie "Excalibur" deutlich macht, aber auf "Clash of the Titans" wird zum Beispiel ein drohender Atomkrieg behandelt. Was einst mit "Bohemian Rhapsody" von Queen begann, die Verschmelzung von Rock mit operettenartigen Einlagen, hat auf ASCENDING TO INFINITY den (vorläufigen) Höhepunkt gefunden. Die Laufzeit von über einer Stunde und das grafisch aufwändige Booklet, Cover Artwork von Felipe Machado Franco, runden alles ab. Ich überlege, ob ich eine Elektroheizdecke nach Italien zu Rhapsody Of Fire schicke, die Jungs müssen sich nämlich richtig warm anziehen wollen sie mit ihrem kommenden Album auch nur ein bisschen an Turillis Thron kratzen. Da hat der gute Luca gewaltig vorgelegt. Wie stark sich Turilli für die neue Formation engagiert sieht man auch daran, dass er keine Solo Alben mehr produzieren will und auch sein Projekt Dreamquest nicht weiter verfolgt. Das gesamte Schaffen gilt nur noch Luca Turilli`s Rhapsody.

Tipp:
 Für alle Anhänger von Rhapsody Of Fire spreche ich eine klare Kaufempfehlung aus. Wer sich für die Verbindung von Klassik und Metal interessiert kann ebenso bedenkenlos zugreifen. Für mich DAS Album des Jahres 2012!

Titel-Liste:
 
  1. Quantum X
  2. Ascending to Infinity
  3. Dantes Inferno
  4. Excalibur
  5. Tormento E Passione
  6. Darf Fate of Atlantis
  7. Luna
  8. Clash of the Titans
  9. Of Michael the Archangel and Lucifer`s Fall
     I. In Profundis
     II. Fatum Mortalis
     III. Ignis Divinus
    - - - Bonus Track - - -
  10. March of Time

Laufzeit:
 63:18 Min.

Band-Infos:
 
  • www.ltrhapsody.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Luca Turilli's Rhapsody: ASCENDING TO INFINITY


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