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Review: Seven Thorns
 
Seven Thorns - II

Album:
 II, 2014, Sonic Revolution

Stil:
 Power Metal, Melodic Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 M.D., 24.08.2014

Review:
 Was haben Dornen, Dänemark, Powermetal, angenehme 30C und weiße Puderzucker-Sandstrände inklusive Karibikflair gemeinsam? Nun, auf den ersten Blick sicher nichts. Aber bei genauerem Hinsehen kommt doch die eine oder andere Verknüpfung zum Vorschein.
In meinem Fall lässt sich das ganz einfach aufschlüsseln:

Bis vor wenigen Tagen lag ich noch an eben diesem weißen Sandstrand, konnte die Sonne bei angenehmen 30C genießen und den ganzen Tag im Meer verbringen - kein Wunder, hatten wir doch eine Wassertemperatur von beeindruckenden 27 bis 28C. Und quasi als Urlaubslektüre hatte ich das Album II von Seven Thorns mit im Gepäck.
Der Klimawandel macht freilich auch nicht vor Skandinavien halt - trotzdem ist Dänemark nicht gerade berühmt dafür, üppige Sommertemperaturen jenseits der 20C Marke als Flatrate anzubieten. Ebenso sorgt der Einfluss des Golfstroms zwar für ein mildes Klima, die Wassertemperaturen an der von Nord- und Ostsee umrahmten Küste Dänemarks liegen im Sommer aber nicht höher als bei frischen 18 bis 20C. Das lässt nun wiederum den Schluss nahe, dass mein Urlaubsziel nicht Dänemark war. Um den Kreis zügig zu schließen: Der Bogen zu Dänemark spannt sich natürlich durch die Kopenhagener Powermetaler Seven Thorns rund um Drummer Lars Borup.
Zwar könnte man vermuten, dass durch die geografischen Lage (um 56 nördliche Breite) mit Thorn der Buchstabe aus dem Alphabet der altnordischen Sprache gemeint sein könnte, es handelt sich bei Seven Thorns aber schlicht und ergreifend um Sieben Dornen. Der Name ist ein Kompromiss, da Lars Borup bei der Gründung 1998 die Band "Seven" nennen wollte, während der damalige Gitarrist Dr. No "Thorns" favorisierte.
Passend zum Urlaubsgefühl schwappt bei II eine Welle mit schönen Melodien nach der anderen an den Strand und zieht einen sofort in den Bann, wobei die Sounds und Klänge von Gitarren und/oder Keyboard teils solo, teilweise miteinander und teilweise auch gegeneinander gespielt werden. Da der neue etatmäßige Sänger Gustav Blide erst gegen Ende des Album-Recordings bei Seven Thorns anheuerte, konnte er nur noch die Backing Vocals bei einigen Stücken ausarbeiten. Der Leadgesang mit der knackig rauen Stimme wurde von Erik "EZ" Blomkvist beigesteuert. Seven Thorns ist keine neoklassische Band im eigentlichen Sinn, allerdings merkt man deutlich die klassische Ausbildung bzw. das Interesse an Klassik mehrerer Bandmitglieder.
Das Cover-Artwork erinnert an die Metalloberflächen eines verschrotteten Großtankers: Dunkel, oxidiert und teilweise mit Flechten überzogen. Als Relief eingebunden ist zum einen mehrmals das "Sieben Dornen"-Symbol und zum anderen der Albumtitel II. Darüber prangt in feinstem hochglanzpoliertem Goldschriftzug der Bandname. Das Booklet beinhaltet die Songtexte, individuelle Danksagungen der Bandmitglieder und am Schluss natürlich die obligatorischen allgemeinen Dankesworte. Die Lyrics sind gerade noch gut zu entziffern, während bei den persönlichen Aussagen leider eine recht kleine weiße Schriftart gewählt wurde, die sich dann auf den helleren Hintergrundsegmenten nicht mehr so flüssig lesen lässt. Unterm Strich reißt einen das Design nicht gerade vom Hocker, es ist aber nett gemacht und erfüllt seinen Zweck.
Übrigens trägt der gewählte Titel II etwas zur Verwirrung bei einem Teil der geneigten Zuhörerschaft bei. Es kursiert fälschlicherweise die Auffassung, dass es sich hierbei um das bereits dritte Album handelt. Das ist jedoch ein Irrtum, II ist nach Return to the Past das zweite Studioalbum von Seven Thorns. Ein Solo-Projekt von Lars Borup hatte verblüffenderweise den fast deckungsgleichen Namen 7Thorns und brachte den Longplayer Glow Of Dawn ans Licht der Welt. Zugegeben, die beiden Bezeichnungen Seven Thorns und 7Thorns hören sich schon sehr sehr ähnlich an und man kann das dann bei einer nur kleinen Unachtsamkeit inkorrekterweise leicht zusammen werfen... Das Chaos perfekt macht in diesem Zusammenhang dann allerdings die Band-Webseite, auf der Glow of Dawn völlig unkommentiert ebenfalls in der Discography erscheint. Welcome to babel!

Dann verlassen wir mal Sonne und Strand, die Geografievorlesung und die Wirrungen der erschienen Alben und wenden uns dem musikalischen Inhalt zu.
Das "Intro" entwickelt sich spannend aus den tiefsten Tiefen des Off. Es wartet mit richtig schweren Metal-Gitarren auf, deutet schon die Richtung mit Hang zu schicken Melodien an und leitet zielsicher auf den Opener hin. Nebenbei bemerkt erinnert es stark an Helloween-Intros aus den guten alten Zeiten (wie "Invitation", "Initiation" oder wie sie alle hießen).
"Eye of the Storm" fängt rockig mit einer attraktiven Gitarrenmelodie an, die dann brachial von der Doublebassdrum unterstützt wird. Der ausgezeichnete, raue, rockige Gesang ist maßgeschneidert und gut eingebettet, während das Keyboard die neoklassische Note einbringt. Der Song klingt trotz der heavy Ausrichtung unwahrscheinlich luftig, Melodien wechseln sich virtuos ab, fliegen rein, verklingen wieder, andere Melodien kommen von einer anderen Seite... die Gitarren lösen sich gegenseitig ab und das Keyboard unterstützt, wobei es selbst edle Klangfolgen aussendet.
Ähnlich geht es weiter mit "Revelation". Wieder merkt man deutlich die neoklassische Prise, der Anfang wird von Orgeln fast im Bach-Stil geprägt. Der Song geht dann abermals richtig nach vorne, wiederum steht das gute Rhythmus-Grundgerüst aus Bass und Drums wie ein Fels in der Brandung. Auch "Revelation" hat trotz des heavy Charakters eine sehr euphonische Ausrichtung, die Gitarren und das Keyboard haben erneut viele exquisite Melodien auf Lager. Einzig der Keyboard-Sound ist wie auch im Song davor etwas zu flötenartig ausgefallen.
Bei "Queen of Swords" ist der Sound des Keyboards offenkundig besser: Ein klassicherer Klang mit einer richtig barocken Nuance, der einfach hervorragend passt. Die Rhythmusgruppe breitet ein starkes Fundament aus, die Gitarren und die Tasten werden hier richtig von der Leine gelassen und dürfen sich melodiös mit- und gegeneinander austoben. Die Gesangsmelodie ist einfach überragend und hat schon Ohrwurmcharakter, gegen Ende wird der gesangliche Nachbrenner Richtung Überstimme gezündet - jetzt wird's schon fast legendär ;-) Nur gut, dass dieser Song noch reinkam: Er lag wohl jahrelang in einer Schublade herum und schaffte es auf der letzten Rille noch auf dieses Album, vermeintlich war ursprünglich ein anderer Song dafür vorgesehen.
Bei "Justice" finden wir sozusagen business as usual vor: Der Song beginnt wieder heavy mit Schwermetallgitarren und Doublebass und dreht dann zu starker Melodieorientierung. In den Anfang eingeflochten sind gefällige Ah-ah-ah-Chöre, die geradewegs zum Mitmachen auffordern. Während die Gitarren filigrane Melodien spielen, ist das ebenfalls sehr virtuose Keyboard sehr prägnant mit seinen typisch neoklassischen Ansätzen. Nach einem erstklassig modulierten Gitarrensolo folgt eine herrlich verspielte Keyboardmelodie. Der Gesang ist wie gehabt rockig rau angesetzt, hier wird aber auch mal fast der volle Stimmumfang ausgenutzt. Auffallend ist erneut der flötenartige Keyboard-Sound, welcher stark an das Disney-Imperium erinnert.
"Night of Temptation" liefert weiter volle Power ab. Die Gesangslinie ruft sofort Helloweens Keeper-Zeiten ins Gedächtnis zurück. Im Gegensatz dazu klingen die Gitarren etwas verspielter, auf die Tasten wird in diesem Titel weitestgehend verzichtet.
Und wieder geht die Post ab: "Redemption" kommt als flotter Powermetalsong mit Doublebass und spaßigem Glittersound im vorderen Drittel daher. Leider fällt auch hier aufs Neue der flötenmäßig Sound des Keyboards auf, dieser dürfte einfach kerniger kommen. Der Gesang, der teilweise in höhere Höhen vordringt, erinnert erneut an Helloween. Bei den Lead Vocals wird Erik Blomkvist diesmal noch von David Henriksson unterstützt.
Ich kann leider nicht mit Sicherheit bestätigen, dass mir die Ballade "You're not Brave (if You're not Scared)" auch so gut gefallen hätte, wenn ich sie nicht im Urlaub zum ersten Mal gehört hätte. Aber so am Strand mit Sonne und Wind um die Nase, das war schon legendär, so richtig schön zum Träumen geeignet. Aber ja, doch, ich denke schon, dass der Titel zu den guten Balladen gehört. Sehr prägnant kommt das schicke Grand Piano, das mit einem sphärischen Keyboard-Flächensound unterlegt ist. Nach einem Break mit Piano-Solo setzt brachial das Schlagzeug ein und die Gitarren dürfen ebenfalls ein Solo zum Besten geben.
"A Jokers Game" schlägt wieder in die Kerbe der ersten Tracks: Powermetal vom Feinsten! Hier wird die durch die Ballade etwas beruhigte See abermals sichtbar aufgewühlter und schickt große, raue Wellen Richtung Strand.
Das kurze Outro "After the Storm" bietet nichts Neues und ist deshalb auch nicht wirklich nötig - vielleicht bis auf die angedeutete Überleitung zum folgenden Bonus Track.
Und dieser fängt ziemlich düster und interessant an, da dachte ich schon: Nicht schlecht, die Jungs haben da aber eine hübsche ABBA-Hookline eingebaut. Leider hatte ich mich da offensichtlich zu früh gefreut, denn dann kam's echt ganz dicke: Das Stück wird wirklich komplett als "Mamma Mia" Coversong durchgezogen. Live mag das ja noch dem einen oder anderen Fan zum Mitgrölen gefallen. Aber das gleich auf einen Longplayer zu pressen, scheint schon eine etwas fragwürdige Vorgehensweise zu sein, durch die in diesem Fall die Viskosität von Wasser drastisch unterschritten wird, die Tendenz zu überflüssig ist deutlich erkennbar! Aber nicht erst Seven Thorns sind an ABBAs kristallklarem Sound gescheitert, solche Versuche haben auch bereits andere Bands vorher ebenfalls kräftig in den Sand gesetzt.

Fazit: Unter Palmen am weißsandigen Meeresufer zu liegen, Möwen am strahlend blauen Himmel zu beobachten und dabei "Eye of the Storm" oder die Ballade "You're not Brave" zu hören - das hat schon was. Und unabhängig von den sicher wohlwollenden Urlaubsgefühlen kann die Scheibe bis auf den etwas flötenhaften Keyboardsound, den generellen Patzer mit dem ABBA-Cover und die nicht gerade üppig ausgefallene Spieldauer (wenn man den deplatzierten Bonus Track abzieht) schon überzeugen.
Der Gesang kommt kernig rockig und liefert auch bei den teilweise etwas höheren Passagen immer noch genügend Druck. Er ist stets gut in ein solides Rhythmus-Fundament aus Bass und Schlagzeug eingebettet. Die Gitarren und das Keyboard interagieren sehr gekonnt. Sie spielen sich den Klang-Ball kompetent zu, oder sie fighten heftig um den Ballbesitz. Dabei gehen sie schon fast verschwenderisch mit hübschen Melodien um.
Das Album ist zu einer überaus exklusiven Mischung aus Power metal mit progressiven Einflüssen, Melodic Metal und einer erlesenen Portion Klassik heran gewachsen.
Kurz und knapp: Danish Dynamite!
Der eine oder andere Nörgler kommt wahrscheinlich wieder mit der Plattitüde um die Ecke, dass mit II das Powermetal Genre sicher nicht neu erschaffen oder revolutioniert wurde. Das mag ja richtig sein, aber jetzt mal im Ernst: Wer will das denn auch?
Seven Thorns liefern ein inhaltlich und technisch sehr gelungenes und ausgereiftes Album ab, welches viele Metal-Herzen höher schlagen lässt - und dafür muss das Rad ja nicht jedes Mal neu erfunden werden!

Anspieltipps:
 "Eye of the Storm", "Queen of Swords", "Justice", "Redemption".

Tipp:
 Wen einmal die Richtung Yngwie Malmsteen als Teamplayer plus eine Portion Helloween garniert mit einem Happen Stratovarius interessiert, der sollte sich die II einfach mal näher anschauen. Frei nach dem Seven Thorns Credo: Metal is your destiny!

Titel-Liste:
 
  1. Intro
  2. Eye of the Storm
  3. Revelation
  4. Queen of Swords
  5. Justice
  6. Night of Temptation
  7. Redemption
  8. You're not Brave (if You're not Scared)
  9. A Jokers Game
  10. After the Storm
    - - - Bonus Track - - -
  11. Mamma Mia

Laufzeit:
 47:30 Min.

Band-Infos:
 
  • www.seventhorns.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Seven Thorns: II


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