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Review: Soundborne |
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Album:
| | HALLUCINATIONS, 2008, Reroute |
Stil:
| | Instrumental Metal, Experimental Metal |
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | M.K., 15.05.2008 |
Review:
| | Bei Soundborne handelt es sich um eine Instrumentalband, die mit HALLUCINATIONS ihr Debütalbum abliefert. Kopf und Songwriter der norwegischen Band ist Gitarrist Stian Dahl, der auch bei Premacy die Klampfe schwingt. Premacy-Drummer Torkil Riiser ist ebenso bei Soundborne aktiv. Desweiteren dabei sind Morten Granheim am Bass, Jørn-Alrid Grefsrud an der akustischen Gitarre und Circus Maximus-Keyboarder Lasse Finbr?ten. Eine Allstarband also. Beim zweiten Album, dass sich derzeit in der Produktion befindet, wird jedoch auch ein Sänger dabei sein.
Im letzten Oktober konnte ich in Norwegen bei der Produktion des Albums über die Schulter Stians schauen und nun liegt das fertige Werk, komplett mit einem schön illustrierten Booklet, vor mir. Gemixt wurde das Album übrigens von In Flames-Hausproduzent Daniel Bergstrand.
Los geht es mit "The Race", ein harter Riff und beckendominiertes Drumming starten den Song. Im weiteren Verlauf folgt ein langes Gitarrensolo von Stian sowie musikalisch zahlreiche Tempowechsel. Auch Stian passt sich dem Tempo mit seinen Soli immer wieder an. Sehr interessant ist die Bridge, die mit spanisch klingenden Akustikgitarren aufwarten kann, danach wird das Tempo jedoch wieder ordentlich angezogen und Dahl holt alles aus seiner Gitarre.
Schleppender beginnt da schon "Detective", hier wird mit sehr obskuren Effekten gearbeitet. Torkil bringt dann Tempo rein und baut einen Spannungsbogen auf, während Stian ein gefühlvolles Spiel an den Tag legt. Das Tempo wird im weiteren Verlauf des Stückes immer wieder variiert, es kommt zu vielen Breaks, der Song kann durchaus als progressiv beschrieben werden und beinhaltet einen langen, langsamen Teil, der durch klassische Instrumente weiter ausgekleidet wird. Abwechslung ist hier das Zauberwort.
"Space" startet ruhig und atmosphärisch, passt damit wunderbar zum Titel des Songs. Im weiteren Verlauf ändert sich an dieser Beschreibung auch nicht viel, das Stück ist ruhig, bietet zwischenzeitlich zwar verspielte Gitarrenmelodien, aber im Gegensatz dazu auch mal Streicher. In der zweiten Hälfte wird der Songs zwar etwas härter, aber nicht schneller. Gutes Stück, das entspannende Wirkung auf den geneigten Hörer hat.
Weiter geht es mit "Unreal", welches wieder ein ordentliches Mid-Tempo fährt und durch ausgiebige Gitarrensoli verschönert wird. Dazu gibt es ein weitreichendes Repertoire an Tempovariationen, von ganz ruhig bis zu treibend ist alles dabei. In der Mitte des Songs ist viel Raum für ein ausgiebiges Gitarrensolo von Stian Dahl gelassen worden, welches überzeugen kann. Der Mann versteht sein Handwerk, aber auch der Rest der Band untermalt stimmig sein Solo.
Nun folgt mit "Creatures of a Fairytale" ein anfangs akustisches Stück, welches vom Folk beeinflusst ist. Dies hört man auch am nachfolgenden Riff. Der Song klingt richtig nach den tiefen, norwegischen Wäldern. Sehr experimentell, teils bedrohlich, aber auch kindlich klingt das Stück. Halt wie ein Märchen, die Band hat das Thema des Songs hier gut umgesetzt. Im Hintergrund gibt es weiblichen Gesang, vorgetragen von Marie Omholt. Das fünfte Stück auf HALLUCINATIONS ist unglaublich vielschichtig und abwechslungsreich ausgefallen, begeisternd!
Das sechste und mit 4:11 Minuten längste Stück nennt sich "Weather" und startet mit einer akustischen Gitarre. Klingt nach nachts am Lagerfeuer, bis eine ruhige, weitere Gitarrenmelodie einsetzt und die Atmosphäre noch unterstreicht. "Weather" lässt sich durchaus als Ballade einstufen und klingt etwas wie Red Hot Chili Peppers ohne Gesang. Im weiteren Verlauf des Songs kommen Violine und Cello hinzu und die Band spielt gemeinsam einen unglaublich atmosphärischen Song, der auch durch den Einsatz der klassischen Instrumente sich zum persönlichen Favoriten auf HALLUCINATIONS mausert.
"Echoes" folgt als siebtes Lied auf HALLUCINATIONS und startet mit Echoeffekten und sehr ruhig. Tribalartiges Drumming folgt und hebt den Song auf die nächste Stufe, in dem etwas Tempo angereichert wird. Nach einer Minute kommen die Keyboards zum Einsatz und ein kurzer, groovender Part startet. Immer mehr Instrumente werden hinzugefügt und ein dichtes Klangbild entsteht, jedoch wirkt der Song nicht überladen und beim Echo geht es dann durch einen Riff etwas härter zu. Im weiteren Verlauf des dreieinhalb Minuten langen Stücks kommt es zum Einsatz von klassischen Streichinstrumenten. Das Songwriting kann sich echt sehen lassen, Langeweile kommt trotz des gemächlichen Tempos nie auf.
Nein, "Lullaby" ist kein The Cure-Cover, sondern startet sehr ruhig und mit gezupften Saiten. Ein Schlaflied, wenn man nach dem Titel geht. In Reviewkreisen nennt man das Ballade und diese erfüllt ihren Zweck in der Mitte der CD ziemlich gut. Auch hier sind die Streicher präsent um einen atmosphärischen Background zu gewährleisten. Mit einer sich wiederholenden Melodie endet das ruhige Stück dann ausfadenderweise.
Mit einem knapp zwei Minuten langen Stück namens "Le Roil Soleil" geht es weiter. Akustische Gitarre, mehr gibts hier nicht. Ein leichter Folkhauch kommt aus den Boxen wenn Stian Dahl an seiner Klampfe zupft. Man kann das Zwischenstück ruhig als Solo-Interlude bezeichnen.
Wieder im Verstärker ist die Gitarre beim nachfolgenden, kraftvoll beginnenden "Chase". Ein Gitarrensolo eröffnet den Song und zieht sich quasi durch die ersten Momente, während im Hintergrund Spannung aufgebaut wird. "Chase" entpuppt sich dann als schneller Rocker, gerade die Drums von Torkil Riiser haben Anteil am Drive des Songs, das aber auch völlig überraschend in ruhigere Teile abdriftet, nur um dann wieder Fahrt aufzunehmen. Dieses Spielchen zieht sich nun durch den Song, macht ihn jedoch nicht vorraussehbar sondern sorgt für willkommene Abwechslung. Wie bei einer Verfolgungsjagd im TV halt, dort will auch niemand sehen wie zwei Autos sich im immer gleichen Tempo hinterher fahren. Nein, es muss krachen und auch Zeit zum verschnaufen bleiben. So wie in diesem Stück.
Noch eine Spur härter und knackiger beginnt "Lava". Dennoch ist auch hier Platz für Keyboards und Streicher, was das Ganze noch besser macht. Platz für ausgiebige Soli ist natürlich immer, aber auch die würzige Zutat eines Riffs ist dabei. Und wie sich die Lava den Vulkan runter rollt, so wuchtig bahnt sich auch das Lied den Weg und reißt alles mit, was im Weg steht. Vielleicht nicht an Brutalität, aber an Dichte und Sound. Aber auch eine ruhige Bridge darf nicht fehlen. Abwechslung wird in Norwegen groß geschrieben. Dann gehts aber wieder rockender zur Sache und ebenso endet das Lied.
"Funky" - der Titel sagt alles. Das zwölfte Stück auf HALLUCINATIONS könnte auch von den Chili Peppers stammen und passt eindeutig zum derzeit herrschenden, sonnigen Wetter. Ein verspieltes Stück, das gute Laune macht und im eher kühlen Norwegen entstand? Man mag es kaum glauben aber Soundborne haben dies hinbekommen. "Funky" halt, nicht mehr und nicht weniger.
Das letzte Stück auf dem Debütalbum des Quintetts nennt sich "Locomotive" und startet ruhig und gemächlich mit einem düsteren Sound. Nach und nach bahnen sich kürze Temposchübe ihren Weg durch den gut vier Minuten langen Song, der auch wieder lange Gitarrensoli beinhaltet. Im Prinzip bleibt es jedoch ein eher ruhiges Stück, im weiteren Verlauf kommt auch wieder recht hoher, weiblicher Gesang im Background zum Einsatz. Mit Klavier endet dann Song und Album.
Fazit: Stian Dahl und seine Mannen haben mit HALLUCINATIONS ein richtig gutes Debütalbum abgeliefert. Ich hatte das Glück, der Band im Tuft-Studio über die Schultern zu gucken. Damals war die Band noch Nebenprojekt von Stian, heute besitzen sie Priorität.
HALLUCINATIONS ist nicht das typische Gitarristensoloalbum, wie man es von Yngwie Malmsteen kennt. Dort werden Soli gespielt bis die Buchse platzt. Bei Soundborne wird jedoch auch den restlichen Musikern und Gästen Platz eingeräumt sich zu entfalten. Eine Einheit entsteht, die dreizehn atmosphärische, dennoch unterschiedliche Stücke fabrizieren konnte. Sollte man definitiv mal reinhören, wenn man etwas für Instrumentalmusik übrig hat. Die Produktion und der Mix von Daniel Bergstrand klingen astrein und machen das Album zu einem Klangerlebnis, das zum Verweilen einlädt. |
Anspieltipps:
| | "Weather" ist grandiose, "Funky" oder "The Race" |
Titel-Liste:
| | - The Race
- Detective
- Space
- Unreal
- Creatures of a Fairytale
- Weather
- Echoes
- Lullaby
- Le Roil Soleil
- Chase
- Lava
- Funky
- Locomotive
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.soundborne.com  |
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