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Review: Tervingi
 
Tervingi - GOTENSAGA

Album:
 GOTENSAGA, Source Of Deluge, 2013

Stil:
 Pagan Metal

Wertung:
 3 von 7
3 von 7 Punkten
 W.W., 05.04.2013

Review:
 Die Geschichte der Westgoten will Sänger, Sänger und Bandkopf Johann Frey auf dem Album GOTENSAGA seiner Band Tervingi (eine alte Bezeichnung für eben jene Westgoten, wörtlich: Waldleute) also nacherzählen. Ein hehrer Anspruch. Allerdings frage ich mich die ganze Spielzeit über, ob der Gute das Ganze ernst meint oder ob das eher ein wenig in die Satire hineinspielt. Ich habe indes die Befürchtung, dass die ganze Chose keineswegs lustig sein soll.

Das Intro "Aufbruch zur großen Wanderung" weckt tatsächlich noch Hoffnung, weil es bombastisch ist, weil es schöne Melodien trägt, die Großes erwarten lassen. Ja, es stört mich nicht nur nicht – weil Intros…, ihr wisst schon -, im Gegenteil, es gefällt mir.
Doch gleich mit dem ersten echten Song "Der Goten Eid" wird klar, dass hier nicht wirklich viel groß ist. Sicher, bei den Instrumenten ist soweit alles in Ordnung – Frey kann seine sechs Saiten ebenso prima bedienen, wie sein Sidekick Aria Keramati Noori, Basser Todd Goldfinger spielt so unauffällig gut, das man ihn wohl vermissen würde, wäre er nicht da. Drummer Tomasz „Nefastus“ Janiszewski (ex-Belphegor, ja, auch ein wenig Namedropping schadet hier nicht) ist ein ordentliches Arbeitstier, die Keyboards von Julian Pesek sind manchmal etwas zu schwülstig-dick, im Großen aber songdienlich und gut. Sobald aber der Meister himself mit dem Singen anfängt, rollt es einem nicht nur die Zehen- sondern auch die Fingernägel auf. Gut, tiefen Klargesang mit rollenden Buchstaben – das kennt man natürlich, das hat man auch schon ein bisschen besser gehört, aber auch schon weit schlechter. Es ist vielmehr das, was Frey singt, das den Fremdschämmodus gleich per Kickstart auf 200 fahren lässt. Billigste Hilfsschülerlyrik, die vermutlich anspruchsvoll sein soll, aber doch nur peinlich ist. Da helfen auch die eingestreuten "Vocals in gotischer Sprache", so das Infoblatt, nix mehr, meine Herren. "In ihrem Zelt" auf "gefesselt" zu reimen, das klingt nicht nur doof, das ist es auch.
So geschehen in "Reka", einem Lied über ein "einsames, schönes Hunnenweib", das von den wilden "Gotenmännern" als Beute gefangen gehalten wird – richtig, in dem bereits erwähnten "Zelt". Ansonsten wird munter nach dem "reim-dich-oder-ich-fress-dich"-Prinzip schwadroniert, es wird die Ehre, die Tapferkeit und der Mut der gotischen Horden besungen. Und zwar so innig und mit Herzblut, dass es einem um die politische Gesinnung der Herrschaften fast Angst und Bange werden muss… Nein, hier soll niemandem irgendwas unterstellt werden, ich mag dieses Vokabular nur nicht, dieses "Treue bis zum Tod", jenes "der Boden ist getränkt von Lebenssaft" undsoweiter.
Darüber täuscht auch die teilweise hörspielartige Aufmachung des Albums nicht weg, wenn es etwa in "Der Abschied" beinahe wie im Soundtrack zugeht. Auch die eingängigen Songs, die man quasi nach dem ersten Mal schon mitpfeifen kann, lassen – zumindest mich – die Texte nicht ignorieren.
Eingängigkeit ist ein schönes Stichwort, ist sie doch eigentlich etwas Gutes. Wenn aber eine Band die Geschichte der Westgoten erzählt und dann in einem Song wie "Töchter schnellen Wassers" eine Kinderliedmelodie auspackt, die so klebrig-süß und simpel-doof ist, wie alle frühen Helloween-Alben als Gesamtpaket, dann bekommt das Ganze einen derart unfreiwillig komischen Anstrich, dass es mit Anspruch wirklich endgültig nix mehr ist. Vom „grandiosen“ lyrischen Erguss will ich jetzt gar nicht anfangen. Und letztlich hat Frey einfach auch keine gute Stimme. Das, was er macht, ergibt im Gesamtkontext der Band vielleicht sogar noch Sinn, aber da gibt es sicher viele, viele andere Sänger, die das so viel besser hinbekommen.

Fazit: Irgendwie bin ich froh, wenn die letzten Töne des letzten Songs "Epilog" erklungen sind. Und ich habe mir GOTENSAGA wirklich oft angetan. Warm geworden bin ich damit nicht. Obwohl gute Ansätze vorhanden sind – und es vermutlich genug Black Metal/Pagan Metal-Kiddies da draußen gibt, die auf solche Musik völlig steil gehen.

Anspieltipps:
 Zum Lachen: "Töchter schnellen Wassers". Danach wird man das Album aber wohl eher in seltenen Fällen auch tatsächlich kaufen wollen. Deswegen vielleicht lieber "ufbruch zur großen Wanderung". Aber dann sind die Erwartungen zu hoch. Dann vielleicht die beiden Songs hintereinander – dann hat man Hoch- und Tiefpunkt und damit das qualitative Spektrum gut ausgelotet.

Tipp:
 Ob Historiker die Klientel sind, sich an der GOTENSAGA zu erfreuen, das müssen letztlich Historiker entscheiden. Heißt, ob es historisch akkurate Lyrics gibt – wer weiß. Musikalisch werden vermutlich viele Mittelater-Metal-Fans ihre Freude an dem Album haben. Oder zumindest theoretisch. Ich glaube nach wie vor, dass das Album an den Ansprüchen seines Machers gescheitert ist. Beziehungsweise die Ansprüche den Fähigkeiten nicht gerecht werden können. Wie auch immer: Es wird natürlich viele Hörer geben, für die die GOTENSAGA das geilste seit geschnitten Brot ist – wo die zu finden sind? Keine Ahnung.

Titel-Liste:
 
  1. Aufbruch zur großen Wanderung
  2. Der Goten Eid
  3. Die Seherin
  4. Töchter schnellen Wassers
  5. Der Hörner Ruf
  6. Reka
  7. Der Abschied
  8. Alewars Schmiede
  9. Wiltrichs Recken
  10. Stadt aus Asche
  11. Epilog

Laufzeit:
 40:14 Min.

Band-Infos:
 
  • www.facebook.com/Tervingi 
  • www.tervingi.bandcamp.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Tervingi: GOTENSAGA


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