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Review: Vision Divine
 
Vision Divine - DESTINATION SET TO NOWHERE

Album:
 DESTINATION SET TO NOWHERE, 2012, Ear Music

Stil:
 Melodic Power Metal

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 U.B., 06.09.2012

Review:
 Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Das trifft auch auf Vision Divine zu. Ursprünglich war die Band nur als Nebenprojekt von Gitarrist und Songwriter Olaf Thorsen gedacht, außerhalb seiner Stammformation Labyrinth. Inzwischen ist es um Labyrinth sehr still geworden, in 2010 gab es ein letztes Aufflackern mit dem guten Album RETURN TO HEAVEN DENIED PART II, die einstige Homepage existiert inzwischen nicht mehr. Thorsen, der eigentlich Carlo Andrea Magnani heißt, konzentriert sich voll auf Vision Divine. In der Geschichte der Melodic Power Metaller aus Italien gab es einige Besetzungswechsel. Nun ist kein Ausscheiden eines Musikers so gravierend wie wenn der Sänger der Band den Rücken kehrt. Aber genau das ist bei Vision Divine passiert, nach dem Album THE 25th HOUR verließ Michele Luppi die Truppe. Luppi, einer der besten Sänger in diesem Genre, hatte den Sound auf drei Alben entscheidend mit geprägt und ein adäquater Ersatz erschien fast unmöglich. Und doch hat man es geschafft. Mit Fabio Lione kehrte der ehemalige Sänger der ersten beiden Alben zu Vision Divine zurück. Lione hatte einst zusammen mit Thorsen bereits Labyrinth gegründet und das Duo versteht sich offensichtlich ausgezeichnet. So nahm man 2009 den Nachfolger 9 DEGREES WEST OF THE MOON auf. Lione der natürlich noch bei Rhapsody Of Fire am Mikro steht und der erst jüngst den mit gesundheitlichen Problemen belasteten Frontmann von Kamelot für eine Tournee ersetzte, ist (neben Luppi) einfach die optimale Besetzung. Mit Andrea Torricini am Bass ist ein weiteres ehemalige Mitglied wieder mit an Bord. Federico Puleri an der zweiten Gitarre, Alessio Lucati Keyboards und Alessandro Bissa Drums vervollständigen die Besetzung. Mit DESTINATION SET TO NOWHERE, der inzwischen siebten Scheibe und neuem Label im Rücken, haben wir es mit einem Konzeptalbum zu tun. Die Story handelt von einem Mann der mit einer Gruppe von Menschen der Erde, die von verlogenen, machthungrigen Politikern immer weiter zu Grunde gerichtet wird, mit einem Raumschiff entflieht. Das Raumschiff, eine Art Weltraum Arche Noah, trägt den Namen Elpis, griechisch für Hoffnung. (Elpis war der einzig positive Bestandteil der Büchse der Pandora). Jahre vergehen auf der Suche nach einem bewohnbaren Planeten. Endlich ist die Suche erfolgreich und es wird ein wahres Paradies gefunden. Doch innerhalb nur eines Jahres haben Gier, Missgunst und das Streben nach Macht den Geist der Menschen abermals vergiftet. Ein einzelner Mann kehrt dem Planeten den Rücken, mit unbestimmtem Ziel- DESTINATION TO NOWHERE, fliegt er mit dem Raumschiff hinaus ins All. Ein Science Fiction Thema ist bei Vision Divine nicht neu. Auf dem Album THE PERFECT MACHINE ging um es um die Erfindung eines Wissenschaftlers der die perfekte Maschine kreiert hat, die dem Menschen ein unendliches Leben beschert.

Ein kurzes Intro "S`I Fosse Focco" (wäre ich Feuer) mit gesprochenem Text dient als Einstieg in die Sci-Fi Story die uns Vision Divine erzählt. Mit "The Dream Maker" hebt das Raumschiff musikalisch ab. Flotter Power Metal mit reichlich Keyboard Untermalung, treibende Drums und Fabio Liones markante Stimme prägen dieses Stück. Lione interpretiert den Song wunderbar mit weichen Vocals in den leisen Passagen und viel Dampf auf den Stimmbändern in den härteren Abschnitten. Ein klasse Gitarrensolo rundet alles ab. Ausdrucksstarken Gesang liefert Lione auch auf "Beyond the Sun and far away". In diesem emotionalen Midtempo Stück liegt viel Hoffnung und Sehnsucht. Musik und Lyrics bilden eine Einheit. In den langsamen Teilen kann Andrea Torricini am Bass glänzen. Der melodische Refrain klingt ein bisschen wie eine schnellere Version von Primal Fears "Seven Seals". Futuristische Keyboards eröffnen "The Ark". Der Song ist recht Prog geschwängert mit häufigen Tempowechseln. Im beinahe poppigen, fröhlichen Chorus gefällt mir der mehrstimmige Gesang. Nach einem getragenen Abschnitt mit Keyboards und akustischer Gitarre setzen die wild los schreddernden Gitarren ein akustisches Ausrufezeichen. "Mermaids from their Moon" lautet der ungewöhnliche Titel. Die Weltraumfahrer fühlen sich auf ihrer Reise an die lange Irrfahrt des Odysseus erinnert, der vom Gesang der Sirenen (Meerjungfrauen) beinahe ins Verderben gelockt wurde. Sehr sanfte, lockende Piano Klänge und Liones samtweiche Stimme bilden den Auftakt, der Lockruf der Meerjungfrauen, bis die Drums und Gitarren machtvoll los donnern und die Damen mit dem Fischschwanz ihr wahres Gesicht zeigen. Das Stück hat deutliche Rhapsody Of Fire Gene was nicht nur am selben Sänger beider Bands liegt. Lione brilliert mit viel Vibrato in den hohen Stimmlagen. Die Gitarren und Keyboard Intermezzi sind geradezu schwindelerregend. Auch "The Lighthouse" besitzt ein gewisses Rhapsody Flair was an der aufwändigen Instrumentierung liegt. Nach langsamem Start spielen die Gitarren wie entfesselt mit wilden Riffs. Die super schnell dreschenden Drums steigern das Tempo noch bis sich Gitarren und Keyboards furios gegenseitig jagen. Vollgas Metal ala Vision Divine. "Message to Home" ist eine etwas schwermütige Power Ballade. Das Raumschiff hat einen bewohnbaren Zielplaneten gefunden. Unter die Freude über die Entdeckung mischt sich Wehmut die Erde nie mehr wieder zu sehen. Ein Mann schickt nach Seemanns Tradition eine Flaschenpost in Richtung Erde, als symbolischen Akt wohl wissend, dass die Botschaft niemals ankommt. Das Stück hat eine tolle Melodie und in den phantastischen Vocals stecken gleichzeitig Freude, Sehnsucht und Schmerz. Besser kann man die Story stimmlich einfach nicht interpretieren. Wer hier keine Gänsehaut bekommt ist gänzlich schmerzbefreit. Im hinteren Drittel wird das Tempo kurz angezogen um in einem rasanten Gitarrensolo zu gipfeln. Das langsame Fade Out am Ende passt sehr gut. Großes Gefühlskino. "The House of the Angels" ist eine harte Uptempo Nummer. Lione wechselt mit seiner Stimmfärbung fleißig zwischen weich und spürbarer Aggressivität. In der zweiten Hälfte wird der Track zunehmend progressiver. "The Sin is you" hat erneut eine mitreißende Melodie. Die hellen Keyboard Töne stehen im Kontrast zu dem düsteren Drum und Gitarren Gewitter. Vom Text her ist es eine Anklage an die Menschen die auf dem neuen Planeten in die alten Fehler zurück gefallen sind und das Paradies in eine Hölle verwandeln. Die ungewohnt dunkle Stimmfärbung in Liones Gesang trifft den Charakter des Stückes zu 100%. Mit Monster Gitarren Riffs wartet "Here we die" auf. Ein paar Abschnitte klingen richtig nach Thrash Metal was die unruhige, unheilschwangere Atmosphäre noch verstärkt. Die Vocals sind ein wütender, manchmal auch verzweifelt klingender Versuch die Menschen aufzurütteln. Der Titelsong "Destination set to nowhere" ist der Aufbruch eines desillusionierten Menschen der in die Weiten des Weltraums aufbricht ohne bestimmtes Ziel. Wie Odysseus der allein, nachdem er alle Gefährten verloren hatte, nach Itaka zurück kehrte. Die Musik ist dem Thema entsprechend leise und nachdenklich. Lione steht hier mit seinem Gesang im Mittelpunkt, anfangs nur von einer Akustikgitarre begleitet. Nur im mittleren Teil spielen Keyboards und E-Gitarren in gemäßigtem Tempo. Das Ende bilden langsam verhallende Keyboards so als wenn das Spaceship allmählich aus dem Blickwinkel entschwindet. Ein stimmungsvoller Abschluss

Fazit: Ob DESTINATION SET TO NOWHERE jetzt das beste Werk von Vision Divine ist oder nicht, da möchte ich mich nicht festlegen. THE 25th HOUR war bereits extrem gut. Ich wage aber zu behaupten, die Weltraumreise der Italiener gehört mit zum Stärksten was je aus dem Hause Vision Divine kam. Alle Songs sind überaus eingängig und brillieren mit tollen Melodien. Fabio Lione verleiht den Stücken mit seinem Gesang einen unverwechselbaren Anstrich. Pflegte man in der Vergangenheit schon immer einen verhalten progressiven Stil so ist es hier nicht anders. Während viele Prog Alben beim ersten Hören sperrig sind und sich dem Hörer die Musik erst nach und nach erschließt war es bei mir mit DESTINATION SET TO NOWHERE andersrum. Beim ersten Durchlauf nahmen mich die harmonischen Stücke dermaßen gefangen, erst nach und nach fiel mir auf, dass einige Tracks schön progressiv sind mit markanten Stilwechseln und scharfen Zäsuren bei den Tempi. Die Prog Elemente kommen aber hauptsächlich von den Keyboard Melodien und sorgen für Abwechslung ohne den Fluss der Songs zu stören. Schon länger scheint es en vogue zu sein bei Melodic Power Metal aus Italien die Nase zu rümpfen. Da fallen dann Kommentare wie: mir zu cheesy, klingt alles gleich, viel zu glatt poliert. Ich kann das oft nicht nachvollziehen, schon gar nicht bei Vision Divine. Hier wird erstklassiger Metal geboten, große Gefühle: ja, Kitsch und weiches Gesülze: eindeutig nein. Leute diese Mucke hat ordentlich Eier in der Hose. Alle Musiker strotzen vor Spielfreude, die Bandbreite reicht von sanften, melancholischen Stücken bis zu Double Bass befeuerten flotten Krachern mit schwirrenden Gitarren. Fabio Lione besitzt genau die wandelbare Stimme um samtweich bis energisch aggressiv zu klingen. Prima auch das Lione doch anders singt als bei Rhapsody und damit Vision Divines Klang eigenständig bleibt. Der Mann liefert erneut eine ganz starke Vorstellung ab. Es gibt kaum einen Sänger der so viel Emotionen in seine Stimme packen kann. Als neugierigen Menschen würde es mich trotzdem brennend interessieren wie das Album mit Michele Luppi klingen würde, sicher anders aber garantiert auch interessant. Ich empfehle sich mit der Sci-Fi Geschichte die im Booklet erzählt wird zu befassen, erst dann merkt man wie großartig die eingefangene musikalische Stimmung zur Story passt. Ein Beispiel mit wie viel Liebe zum Detail die Italiener vorgegangen sind liefert das kurze Intro "S`I Fosse Focco", hier handelt es sich um ein Sonett aus dem 14. Jahrhundert von Cecco Angiolieri. Der Text in Deutsch lautet: „Wäre ich Feuer würde ich die Welt verbrennen, wäre ich Wind würde ich über sie fegen, wäre ich Wasser würde ich sie ertränken“. Selbst beim Cover hat man nichts dem Zufall überlassen. Das Raumschiff wurde von Dirk Schulz, einem Künstler der sich auf Sci-Fi Motive spezialisiert hat, gezeichnet. Die Produktion ist dem oftmals bombastischen, teils symphonischen Sound von Vision Divine angemessen und überzeugt. Und so irrt nun der einsame Astronaut an Bord der Elpis durch das All, auf der Suche nach einer neuen Heimat, Vision Divine hingegen sind voll auf Kurs und steuern musikalisch souverän. Da könnte sich der italienische Kapitän der Costa Concordia mal eine Scheibe von abschneiden.

Anspieltipps:
 Bei einem Konzept Album sollten alle Songs auf den Hörer als Ganzes wirken. Muss ich mich auf einzelne Tracks festlegen so wären das "The Dream Maker", "Beyond the Sun and far away", "Mermaids from their Moons", "Message to Home" und "Destination set to nowhere".

Tipp:
 Wer bisher schon auf Visine Divine stand kann sich freuen, hier wartet ein starkes Album. Rhapsody Of Fire Fans kann ich auch nur empfehlen: zugreifen. Wer generell Progressive Melodic Metal mag darf genauso jubeln.

Titel-Liste:
 
  1. S`I Fosse Foco
  2. The Dream Maker
  3. Beyond the Sun and far away
  4. The Ark
  5. Mermaids from their Moon
  6. The Lighthouse
  7. Message to Home
  8. The House of Angels
  9. The Sin is you
  10. Here we die
  11. Destination set to nowhere

Laufzeit:
 51:10 Min.

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