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Review: Wig Wam
 
NON STOP ROCK & ROLL

Album:
 NON STOP ROCK & ROLL, 2010, Frontiers

Stil:
 Glam Rock

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 J.G., 04.02.2010

Review:
 Eigentlich sind die Norwegischen Song-Contest-Teilnehmer aus dem Jahre 2005 bei mir schon fast aus dem Fokus verschwunden. Warum? Na ja, am schrillen Outfit hat es wohl nicht gelegen, denn einmal gesehen, kann man die Glam Rock Poser der Haarspray-Anhänger mit ihren schrillen Lederklamotten und Plateauschuhen kaum mehr aus dem Gedächtnis verbannen. Es liegt wohl vielmehr daran, dass Wig Wam in früheren Jahren regelmäßig jedes Jahr ihre Fans mit neuem Stoff versorgt haben und diesmal mehr als drei Jahre gedauert hat, bis der Neuling NON STOP ROCK & ROLL die Startfreigabe bekommen hat. Manchmal tut es sicherlich gut, eine schöpferische Pause einzulegen, um nicht zu schnell auszubrennen. Immerhin muss man sich inzwischen mit einiger Konkurrenz messen lassen, die beileibe nicht schläft, man denke nur an das letzte Album von The Poodles.
Nach drei Jahren Pause hat sich nicht sehr viel geändert. Wig Wam schaffen es immer noch radio- und partytaugliche Songs zum Besten zu geben und das Rezept blieb unverändert. Übersichtlich strukturierte eingängige Riffs, gepaart mit sleazy Anleihen und gefälligen Refrains. Spötter mögen behaupten, kennt man eines, kennt man sie alle.

Ungeachtet dieser Kritik, macht es trotzdem Spaß einfach abzufeiern, bei Songs wie dem mitreißenden Opener und Partyfeger "Do Ya wanna taste it", dem soliden und gitarrenlastigen Poserüberflieger "Walls come down", dem geradlinigen Rocker "Rocket through my Heart" mit seinem Dauerbrenner-Refrain oder dem extrem eingängigen Bonus-Track "Gotta get it on".
Gut in Szene gesetzt, aber beileibe nicht neu präsentieren sich Songs wie "Wild One", die mit ihrer Spielart zum Standardprogramm von Highschool-Feten-Filmen gehören. Auch "C'Mon Everybody" kann sich kaum von bereits bekannter Partymusik absetzen, was besonders beim Mitsing-Refrain recht deutlich wird. Gleichauf bewegt sich "Still I'm burning", das rockt, aber schon nach wenigen Riffs vorhersehbar ist.
Etwas zwiespältig begegne ich der Ballade "Man in the Moon", die durchaus zu überzeugen weiß, aber bedingt durch die recht frühe Position wieder mächtig Dampf aus der gerade anlaufenden Partymaschine nimmt.
Noch unglücklicher bin ich dann bei dem Weichspüler "From here", der so gar nicht in die Reihe der Spaßmusik passen will, und nahezu alle Gute Laune, die sich beim flotten und mitreißenden Titelsong "Non stop Rock 'n' Roll" aufgebaut hat, auf den Nullpunkt zurück fährt. Heiß und kalt mag den Kreislauf unter der Dusche anregen, hier ist es einfach nur eine Spaßbremse pur.
Schlimmer geht's nimmer? Doch doch, einen hab ich noch... Bei "Chasing Rainbows" hat man dann doch ein paar Register zu viel gezogen, was gerade der Chorus zu spüren bekommt und mit seinen Kinderstimmen dann doch dem Partyfass den Boden ausschlägt.

Fazit: Es hat sich nicht viel geändert bei Glam, Teeny, Flash und Sporty, wie sich die Skandinavier nennen. Noch immer ist Party angesagt und dabei bedient man sich aller Klischees, denen man habhaft werden kann. Die meisten Songs sind gut vorhersehbar, eignen sich prächtig zum Mitsingen, aber leider auch etwas kurzweilig und unterscheiden sich nur marginal von den Hits der Vorgänger-Alben. Dauerpartygänger freuen sich bestimmt, ab und an etwas neues auf dem Plattenteller vorzufinden und trotzdem nicht großartig umdenken zu müssen. Unter dem Strich erfüllt das Album genau diese Bedürfnisse. Gewohntes neu verpackt und auf den Punkt gebracht. Nicht überragend, aber durchaus überzeugend, und die paar kleinen Durchhänger sind auch zu verschmerzen.

Tipp:
 Wig Wam-Fans Freunde fetter mehrstimmiger Chöre und Partygänger werden sicherlich nicht enttäuscht.

Titel-Liste:
 
  1. Do Ya wanna taste it
  2. Walls come down
  3. Wild One
  4. C'Mon Everybody
  5. Man in the Moon
  6. Still I'm burning
  7. All you wanted
  8. Non stop Rock 'n' Roll
  9. From here
  10. Rocket through my Heart
  11. Chasing Rainbows
    - - - Bonus Track - - -
  12. Gotta get it on

Laufzeit:
 44:10 Min.

Band-Infos:
 
  • www.wigwam.no 

  • Probehören und Kaufen:
    Wig Wam: Non Stop Rock and Roll

     
     
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