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Review: Waltari |
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Album:
| | RELEASE DATE, 2007, Dockyard 1 |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | J.G., 19.02.2007 |
Review:
| | Man sollte nicht gerade erst Messer und Gabel nach einem üppigen Mahl aus der Hand gelegt haben, will man die Achterbahn der Gefühle unbeschadet überstehen. Das bedeutet nicht, dass man während des Musikkonsums Übelkeitsgefühle unterdrücken muss. Im Gegenteil, die Crossover-Profis aus Finnland lassen sich mit leerem Magen einfach besser geniesen und man kann auch schneller auf jede erdenkliche Richtungsänderung reagieren. Dass es in den nächsten 70 Minuten nicht nur bei einer handvoll Ups and Downs bleiben wird, dafür bürgt schließlich der Name Waltari.
Harte, fette Industrial Metal Beats bei "Get Stamped" eröffnen die flotte Berg- und Talfahrt quer durch eine Vielzahl verschiedenster Stilrichtungen. Hinter jeder Ecke lauert eine Überraschung und das ist auch genau das, was die Fans von Waltari erwarten. Screams, Akustikgitarren, Tempowechsel und trotzdem eine gehörige Portion Melodik lassen einem schon den Opener kaum vergessen.
"Big Sleep" ist überwiegend traditioneller Heavy Metal, jedoch veredelt mit so manchen Double Bass-Attacken, Growls und diesmal darf auch der Synthie mitspielen. Der Refrain ist trotz des turbulenten Drumherums jederzeit wieder zu erkennen und hinterlässt einen angenehmen Eindruck.
Wir steigern die Geschwindigkeit heißt es bei "Let's puke together". Sicherlich keine große Herausforderung für eine Band, die auch die Gefilde des Grindcore sattelfest durchreitet. Nach 2 Minuten ist man dann endlich warmgelaufen und mit jeder Menge Screams begleitet wird der Core-Takt erhöht. Wer jedoch annimmt, dass dies aller war der sollte noch das Gitarrensolo abwarten und sich von einem Hauch Extreme Metal alá Dragonforce überraschen lassen.
Wild und animalisch soll das Album sein. Nun bis jetzt wurden keine leeren Versprechungen abgegeben.
Mit über 36 Minuten Spieldauer ist das folgende "Cityshamaani" ein Brocken mit echter Doppel-Rahm-Stufe. Unterteilt in die fünf Abschnitte "Night Flight", "Morning", "Colgate Country Showdown", "The Incarnation Party" und "Sympathy" knüpft die Band an die guten alten Zeiten an, als man mit der Death Metal Opera "Yeah! Yeah! Die! Die! große Erfolge feierte.
"Cityshamaani" ist auch viel zu schade, um sekundengenau analytisch zerlegt zu werden. Hier sollte man sich wirklich Zeit nehmen und jede noch so abgefahrene musikalische Ideen auf sich wirken lassen. Piano-Läufe, Thrash Gitarren, Hardcore-Refrains, wilde Richtungs- und Tempowechsel prägen die gute halbe Stunde Spielzeit und hinterher stellt man sich die Frage: Was ist das faszinierenste an Musik?
Selten ist es so gut gelungen mit den Emotionen des Zuhörers zu spielen und ihn in ein klangliches Paralleluniversum zu entführen. Dabei ist die Ideenvielfalt und absolute Instrumentensicherheit die treibende Kraft. Hier wird nicht mit Bombast und Klangfülle "erschlagen", wie es viele Progressive Bands versuchen sondern eine zu Musik gewordene "Geschichte" in Perfektion erzählt.
Da wären z.B. Mid-Tempo Rock bei "Morning" angereichert mit Thrash Metal und Kinderlied-ähnlichen Intrumentalisierungen. Harte Techno-Beats bei "The Incarnation Party" mit Synthie Bläsern, die auch einen Dancefloor-Abstecher nicht scheuen und durchaus für so manche Disco-Szene in einem Spielfilm geeignet wäre. Eine 12-minütige Power-Ballade "Colgate Country Showdown", die neben einem Ohrwurm-Refrain und gewissem Mick Jagger-Flair noch so manche Überraschung bereit hält. Crazy, funky und absolut tauglich für jedes abgefahrene Fest. "Sympathy" macht den Acid Rock Rhythmen von Bands wie Monster Magnet alle Ehre.
Ziemlich hart ist danach der Übergang zum flotten Punk Rocker "Hype", der Bands wie Misfits ins Gedächtnis holt. Hier passt alles, sogar die genretypische Spieldauer von knapp 2 Minuten.
"THD" ein richtiger Heavy Metal Brocken erinnert besonders bei den Chören des Refrains eindeutig an die guten Accept. Lediglich Udos Rockröhre könnte man etwas vermissen. Dass es nicht bei trockenem Heavy Metal bleibt muss ich wohl hier nicht extra erwähnen.
Und was man sich noch bei "Sex in the Beergarden" und "Wish I could heal" einfallen hat lassen, will ich ausnahmsweise hier nicht verraten, also lasst euch überraschen und verliert für den Bonus-Track nicht zu schnell die Geduld.
Fazit: Wenn auch der Vorgänger BLOOD SAMPLE schon durch seine schiere Menge eine gehörige Schlagkraft gezeigt hatte, so waren es doch für sich abgeschlossene einzelnen Titel. Bei RELEASE DATE haben es die Finnen jedoch geschafft trotz der stilistischen Vielfalt eine Einheit zu schmieden. Dabei waren sie auch moderneren Elementen gegenüber, wie Dance und Techno nicht abgeneigt.
Spätestens mit RELEASE DATE wird es für alle anderen Crossover-Bands ziemlich schwer werden, Waltari vom Thron des "King of Crossover" zu stürzen. |
Tipp:
| | Waltari-Fans erleben ihre Jungs in Höchstform und auch für Neueinsteiger ist die Mischung perfekt. Wer jedoch schon beim Wechsel von Hardrock auf Hardcore einen mittelschweren Herzinfarkt riskiert, der sollte doch lieber bei solider Dieter Bohlen-Kost bleiben. |
Titel-Liste:
| | - Get Stamped
- Big Sleep
- Let's puke together
- Cityshamaani
a) Night Flight b) Morning c) Colgate Country Showdown d) The Incarnation Party e) Sympathy
- Hype
- THD
- Sex in the Beergarden
- Wish I could heal
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Laufzeit:
Weitere Reviews:
Band-Infos:
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