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Report: Gute Musik kommt...
  ... (fast) immer aus Finnland

Datum:
 A.K., 21.09.2012

Beteiligte Akteure:
 Jonsu, (Sängerin, Songwriterin) - Indica
Anzi, (Prodzent, Sänger, Songwriter) - Anzi Destruction
Marko Mäkilaakso, Regisseur
Anne-Mari Pahkala, Designerin

Zur Geschichte:

Minä rakastan sinua, Soumi
Mit einer Gesamtfläche von gerade mal 338.432 km2 ist Finnland kleiner als Deutschland. Dennoch besiedeln, hauptsächlich im südlichen Bereich des Landes 5,4Millionen Einwohner die parlamentarische Republik und deren Hauptstadt Helsinki.
Finnische FlaggeAls eines der nördlichsten Länder liegt gut ein Drittel des "Land der tausend Seen" innerhalb des Polarkreises, was zur Folge hat, dass für die Finnen harte Winter und die Polarnacht etwas ganz gewöhnliches sind.
Wenn man an Finnland denkt, schießen einem zumeist Bilder von schneebedeckten Landschaften und einem sehr bekannten Mobiltelefonhersteller durch den Kopf. Die Sauna gilt als Sinnbild des finnischen Live-Styles und die Trinkfestigkeit spricht für sich. Doch es gibt noch etwas, dass man mindestens ebenso mit Finnland in Verbindung bringt; die Musik!

Spätestens seit dem "Eurovision Song Contest" 2006 haben die Finnen (abermals) bewiesen, dass eine ihrer größten Exportschlager die unzähligen verdammt guten Bands sind, welche in dem Land beheimatet sind und ein Großteil davon Metal-Bands.
Und wenn ich so durch meine CD-Sammlung gehe muss auch ich feststellen, dass mindestens ein Drittel der Bands auf die ich abfahre aus Finnland stammen.
Diese Feststellung hat mich schon des Öfteren zu der Aussage hinreißen lassen, dass gute Musik (bzw. guter Metal) eben (fast) immer aus Finnland kommt.
Aber kann man das so sagen? Ist es tatsächlich so, dass Finnlands Stärke in der Musik liegt? Es schien mir eine Herausforderung zu ergründen was die Bands des Landes so erfolgreich und gleichzeitig so gut machte. Gab es vielleicht etwas, um die scheinbare überdurchschnittliche Talentstärke der Finnen zu definieren? Und wie stehen die Finnen selbst zu der Aussage? Zeit es heraus zu finden!

Okay, der Fairness halber sei gesagt, dass mir bewusst ist, dass auch viele ebenso gute Bands aus anderen Ländern kommen und man die Musik der Künstler nicht wirklich an ihrer Heimat festmachen kann. Bands wie Cradle of Filth aus Großbritannien, Dimmu Borgir aus Norwegen, Hammerfall aus Schweden oder auch aus unserer Heimat stammende Combos wie Accept, Edguy, Blind Guardian oder Equilibrium um nur einige zu nennen, beweisen eindeutig, dass jedes Land über sehr talentierte Musiker und Künstler verfügt. Aber dies nur am Rande den mit diesem Artikel, möchte ich mich auf Finnland konzentrieren.


Geschichte der Musikalität Finnlands

Bei meiner Recherche wollte ich aber nicht nur versuchen die möglichen Faktoren für die musikalische Stärke Finnlands ausschöpfen, sondern auch direkt zur Quelle vorstoßen; den Musikern selbst. Wer sonst müsste eine Antwort auf die Frage haben als diejenigen, die sie erschaffen?

Nightwish, Children of Bodom, Indica, Apokalyptica, Stratovarius oder H.I.M., die Liste an Metal-Bands könnte endlos fortgesetzt werden. Aber auch "nicht-Metal" Bands aus Finnland haben sich einen Namen gemacht und in vielen CD-Regalen der Musikliebhaber werden sich Longplayer von den Synth-Rockern Iconcrash, Reagge-Star Jukka Poika oder den Pop-Rockern von Sunrise Avenue und The Rasmus wiederfinden.

Jonsu - IndicaJohanna Salomaa besser bekannt als Jonsu und Frontfrau der finnischen All-Girl Band Indica, erklärt sich den Erfolg finnischer Musiker wie folgt:
Jonsu: "Es gibt einige gute Musikschulen in Finnland und ich glaube dass die musikalische Ausbildung überaus gut ist. Einige Genres, wie Heavy Metal und Rockmusik sind sehr populär in Finnland und das mag ein Grund dafür sein, dass so viele gute Metalbands aus unserem kleinem Land kommen."

Da hat sie nicht unrecht! Die musikalische Früherziehung ist in Finnland ein wichtiger Aspekt an finnischen Schulen. So besucht ca. jeder hundertste Finne eine der Musikschulen des Landes, zu denen auch die EMO - "Espoon musiikkiopisto" (Das Espoo Musikinstitut) gehört. Als größtes und ältestes Institut in der zweitgrößten Stadt Finnlands und hat bereits Talente wie Sirkku Karvonen (Pianistin bei Indica), Jazzpianist Lenni-Kalle Taipale oder Vocalistin Mirja Mäkelä hervorgebracht.
So sind die Finnen in vielerlei Hinsicht nicht nur mit ihrem Bildungssystem den meisten europäischen Ländern voraus, sondern auch im künstlerisch- bzw. musikalischem Bereich.

Anzi Destruction - Anzi DestructionAnzi Destruction, Sänger-/Songwriter und Kopf der musikalisch mannigfaltigen, gleichnamigen Combo erklärt es sich wie folgt:
Anzi: "Es scheint als wenn alle skandinavischen Bands mehr als nur ein Trend waren und ja, einen eigenen, einzigartigen Sound haben. Es gab schon immer tolle Bands in Finnland. Auch wie viele von ihnen die Chance bekommen in die Welt hinaus zu gehen. Im Vergleich zu unserem an sich kleinen Land gibt es Tonnen von Bands. Vielleicht entwickelt man sich schneller wenn man von vielen Menschen umgegeben ist, die ein Instrument spielen. Der kalte, dunkle Winter muss auch etwas mit dem skandinavisch, melancholischem Sound zu tun haben. Finnen denken oft, dass jemand anderes besser wäre, was aber nicht wahr ist, aber dadurch versucht man es umso mehr."

Da scheint Anzi den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. Der angesprochene "melancholische" Sound ist allgegenwärtig in der Musik der Finnen und möglicherweise ein Garant für den Erfolg. Aber auch das allgemeine Interesse an der Musik und insbesondere dem Metal macht Finnland zu einem der musikalischsten Länder unserer Erde.
Der "Eurovision Song Contest" erfreut sich in Finnland besonderer Beliebtheit. So ist es auch kein Wunder, dass selbst renommierte Bands stolz auf ihre Teilnahme sind. Im Gegensatz zum deutschen Pendant tummeln sich in den Vorentscheiden auch gerne bereits bekannte Bands, wie die Synthie-Rocker Iconcrash oder Stig.

Lordi - Eurovision Song Contest 20061961 nahmen die Finnen erstmals am Eurovision Song Contest teil, waren aber lange Zeit dazu verdammt die hinteren Ränge zu belegen, bis schließlich 2006 Monster-Rocker Lordi einschlugen wie eine Bombe und trotz oder gerade erst recht wegen ihres skurrilen Auftritts und Musik der härteren Gangart den Eurovision Song Contest für Finnland entschieden. Damit erreichten sie die dritthöchste Punktzahl seit Gründung des Contests mit 292 Punkten.

Dabei Blicken die Finnen auf eine jahrtausendalte Tradition der Musikgeschichte zurück, deren Ursprung auf zwei Quellen zurückzuführen ist.
Zum Einem wäre da die Kalevala-Musik. Diese Volksweisen berichteten bereits in vorchristlicher Zeit von den Mythen und Sagen der Finnen. Mündlich überliefert, überstand diese traditionsbewusste Musik die Generationen und war selbst im 19. Jahrhundert noch in Ostfinnland lebendig.
Die zweite musikalische Traditionslinie, Pelimanni-Musik genannt, kam im 17. Jahrhundert über Schweden nach Finnland. Diese traditionelle Volksmusik bediente sich gerne der Kantele einem traditionell finnischem Instrument sowie dem Akkordeon und der Klarinette. Wiederzufinden in Songs traditionsbewusster Bands wie Korpiklaani oder Finntroll, ist ein Teil der Musikgeschichte noch heute in der Musik finnischer Bands lebendig. Aber auch Ausnahmebands wie Apokalyptica beweisen, dass die Finnen es verstehen klassische Instrumentierung mit modernem Metalsound zu kombinieren und den dadurch eigenen Sound zu erschaffen.


Rund um die finnische Musikindustrie

Petrax Studio
Petrax Studio
Petrax Studio
Eine wichtige Rolle beim Entstehen der Alben finnischer Bands spielt das legendäre Petrax Studio im Süden Finnlands, genauer gesagt in Hollola.
Die seit 1577 existierende ursprüngliche Farm namens Rappula, wurde seit 1993 nach und nach in eines der am besten ausgerüsteten Studios Finnlands umgewandelt und bietet auf drei Räume verteilt alles was das Musikerherz begehrt. Der eigentliche Aufnahmeraum mit ca. 120 m2, einer ehemaligen Garage für Traktoren und Mähdrescher, ist hier Dreh- und Angelpunkt. Viele namhafte Bands haben sich hier bereits eingefunden um ihre unvergesslichen Alben zu produzieren. Darunter Nightwish, Korpiklaani, Indica, Apokalyptica und viele mehr.
Aber nicht nur equipment-technisch wurde hier rangeklotzt. Neben der Möglichkeit selbst zu kochen, sind Übernachtungsmöglichkeiten, Freizeitbeschäftigung und sogar fürs religiöse Wohl gesorgt, in Form einer kleinen Kirche in unmittelbarer Nähe des Studios.
Da wundert es nicht, dass man das Studio in hohen Tönen lobt und die eine oder andre skurrile Geschichte damit verbindet. So berichtete Jonne Järvelä davon, dass sich wären der Aufnahmen zu Korpiklaanis MANALA ein Lamm in den Kontrollraum des Studios verirrt hatte.

Kumu ShopDoch nicht nur was das Angebot an Produktionsmöglichkeiten anbelangt, hängt Finnland die Messlatte hoch. Auch landeseigene Instrumenten-Fabrikanten wie zum Beispiel die traditionsträchtigen Schlagzeug-Hersteller Kumu, welche seit 1984 Schlagzeuge nach Kundenwünschen anfertigen, tragen zum Glanz bei.
Finnische Drummer wie Laura von Indica oder Janne Sivunen von Collarbone schwören auf die "Schießbuden" aus der Heimat, aber auch Drummer aus unserer Heimat Deutschland, fahren auf die Custom Made Schlagzeuge aus 100%iger finnischer Birke ab.

Pekka Helanen, seines Zeichens Eigentümer von Kumu hat seine eigene Meinung zum finnischen Erfolg in der Musikbranche: "Nun, ich glaube das finnische Musiker ehrliche und hart arbeitende Menschen sind die eine Menge Mut haben. Vielleicht ist es an der Zeit für diese Werte... Und wir haben eine starke Verbindung zu den Wäldern und der Erde. Wir sind sehr naturverbunden. Es muss einen Einfluss auf die Musik haben."

Marko MäkilaaksoEs versteht sich von selbst, dass auch in Bezug auf die Musikvideos die finnische Musikindustrie ihre Helden hat, welche mit erfolgreichen Videos bekannter (auch nicht-finnischer Bands) von sich reden machen. Einer davon ist Spielfilm- und Musikvideo-Regisseur.

Marko Mäkilaakso: "Hahaha! Schön zu hören, dass deine Affinität für Finnland so stark ist. Gute Musik kommt tatsächlich aus Finnland! Aber auch von unseren Nachbarn den Schweden. Aber wenn es um Metal und Rock geht, ist Finnland ganz vorne dabei! Ich denke es ist das Klischee, dunkle endlose Winternächte die den Finnen eine extra Portion an Touch gibt und wir müssen dies durch unsere Musik ausdrücken. Ebenso bei mir als Regisseur. Wenn ich so auf meine Werke schaue, sind sie überwiegend in sehr düsteren tönen gehalten und um ehrlich zu sein, lege ich es nicht drauf an. Es kommt von innen, also scheint in unserem nordischen Blut ein dunklerer Farbton zu sein als bei vielen anderen Ländern. Das ist auch ein guter Kontrast zu dem skandinavischen Blondchen-Image! Hinsichtlich der Komponisten, gibt es eine Menge starke Komponisten und Poeten in der finnischen Historie und dass setzt sich in der modernen Musik fort. Wir haben eine Menge talentierter Komponisten und Texter und heutzutage ist es einfacher für sie ihre Werke der Welt zu präsentieren als es noch, ich sag mal, in den 80ern war. Damals waren es viele Songs die vom Saufen handelten, wie mies das Leben doch ist so dass die Leute in den Bars mitsingen konnten wenn die Winter lang und düster waren. Auf Finnisch natürlich. Jetzt sieht das ganz anders aus. Und ich kann mich noch gut erinnern als die Wende kam und plötzlich die Finnen auch Außerhalb bekannt wurden und schon fast Mainstream wurden. Es wurden englischsprachige Songs gemacht und Heavy Metal Bands hatten ihren internationalen Durchbruch. Bands wie H.I.M. und der gleichen dominierten die Charts auf der ganzen Welt. Ich lebe nun fast vier Jahre in Deutschland und es ist toll zu beobachten, wie finnische Bands auch hier immer populärer werden. The Rasmus und Sunrise Avenue sind hier sehr beliebt, wie ich sehe."

Was in Anbetracht der unzähligen, international erfolgreichen Combos aus der Heimat der Kantele keinen verwundert.

Anne-Mari PahkalaAber auch stylingtechnisch, steht man in nichts nach. Den das Auge "hört" bekanntlich mit und die optische Präsenz der Künstler wird tatkräftig unterstützt.
Ausnahmedesignerin Anne-Mari Pahkala, welche u.a. schon die Bühnenoutfits für Acts wie Indica, Iamx (UK), Tuvalu, und Rosa entwarf, trägt seit vielen Jahren maßgeblich zum unverkennbaren Look bei.

Anne-Mari Pahkala: "Ich war schon immer von der Bekleidungskunst und dem Designen selbiger begeistert, sowie von Fantasy und auch Musik. Ich denke das sind die Dinge, welche mich am meisten beeinflusst haben und die Entscheidung zu meinem Designstudium. Seit nun mehr fünf Jahren bin ich selbstständig als Designerin tätig. Mein erstes Projekt für eine Band war meine Abschlussarbeit für die Universität für angewandte Wissenschaften. Es waren die Outfits für die finnische Band Indica zu dem bekannten Elämä Lapselle- Konzert 2007. Dies war gleichzeitig das erste live übertragende Konzert, für das ich die Kostüme entworfen habe. Das war schon sehr aufregend."
Anne-Mari Pahkala - AMP Designs

Vielen Fans der Band Indica zu denen ich selbst gehöre ist dieses besagt Konzert sowie die Outfits der Band ein Begriff und somit steht Anne-Mari's Talent außer Frage. Dabei hat sie ein klares Bild vor Augen.

"Exklusivität ist das Zauberwort. In Stichpunkten ausgedrückt würde ich meine Philosophie mit den Worten Qualität, Ethik, verträumt und "Finnisch-haft" beschreiben. Ich spiele mit Kontrasten, Vorstellungskraft, weiblichen als auch männlichen Merkmalen, die eine große Rolle in meiner Designphilosophie ausmachen. Wenn ich diese Dinge im Herzen behalte, werden meine Entwürfe echte AMP", meint Anne-Mari.

Bezüglich der Aussage, dass insbesondere aus Finnland überdurchschnittlich viele gute Bands kommen, hat Anne-Mari ihre eigene Meinung: "Schon ein lustiger Gedanke. Meiner Meinung nach, gibt es sehr viel unterschiedliche Musik auf der Welt und es liegt im Auge des jeweiligen Betrachters wie er die Musik wahrnimmt. Was den finnischen Metal anbelangt, ich denke der Grund für den düster und harten Stil der Musik ist der Fakt, dass wir fast sechs Monate in eine dunklen kalten Umgebung leben. Das müsstet ihr mal ausprobieren. Ich glaube die Natur ist Maßgeblich dafür verantwortlich, dass unsere Vorstellungen mehr in die dunkle Regionen der Fantasy gehen als es zum Beispiel in Spanien der Fall wäre. Es ist eine Frage der Umgebung, welche die Menschen in ihrer Kreativität beeinflusst. Wie der Einzelne dies aufnimmt, liegt an der jeweiligen Person. Finnland ist mein Zuhause, mein Herz. Vier Jahreszeiten, Magie der Natur, Schnee, Herbst und Farben. Individuelle, ehrliche Menschen, Design und Metal-Musik."


Die Kehrseite der Medaille

Trauriger Weise macht der melancholische Touch der Musik nicht bei den Songs halt.
So ist die Suizid-Rate Finnlands eine der höchsten in Europa, was oft auf psychische Probleme in Verbindung mit übermäßigem Alkoholkonsum in Verbindung gebracht wird. Was nicht heißen soll, dass die Finnen ein von Natur aus depressives Folk sind. Doch die Melancholie ist beinahe als ein Kulturgut zu sehen, welches gerne ausgelebt und gepflegt wird und somit leider viel zu häufig zum Freitod führt.
Man mag annehmen, das die Nähe zum Polarkreis lange dunkle Winter und Kälte im krassen Gegensatz zu Zeiten in denen die Sonne 24 Stunden am Stück am Himmel steht seinen Teil dazu beträgt, wie eine Studie des Stockholmer "Karolinska-Institut" in Grönland herausfand. Die extremen Zyklen wirken sich auf den Hormonhaushalt der Menschen aus, können zu Schlafstörungen führen und erhöhen das Suizid-Risiko immens.
Desweiteren wird oft über die Trinkfestigkeit der Nordländler sinniert. Doch auch hier haben Studien ergeben, dass der Alkoholkonsum der Finnen entgegen der allgemeinen Annahme - unterhalb des europäischen Durchschnitts liegen und "Saufgelage" eher die Ausnahme sind.


Die spinnen die Finnen aber mit Stil

Selbst wenn man als Finne dann mal nicht in der Lage ist ein Instrument zu spielen oder in einer der unzähligen Garagenbands aktiv ist, ist man dennoch in der Lage seine Liebe zur Musik der härteren Gangart zu zelebrieren. Den Luftgitarre spielen, kann nun wirklich jeder.
Hierzu finden seit 1996 die offizielle Luftgitarren-WM in Oulu im Rahmen des Oulun Musiikkivideofestivaalit (Oulu Music Video Festival) statt.
Verrückt? Wie man's nimmt, aber wenn man bedenkt, dass man laut Satzung sogar einen Roadie für seine Luftgitarre mitbringen kann wird klar, wie ernst man diese WM nimmt.
Was bleibt also abschließend zu sagen? Das 11. Gebot der Finnen ist: "Du sollst Musik machen."


Unter'm Strich

Wie schon eingangs erwähnt ist es natürlich unmöglich es als pauschalen Fakt in Stein zu meißeln, dass ein Land allein als Ausgangspunkt für gute Musik betitelt werden kann. Nichts desto trotz kann man ungestraft behaupten, dass unsere Freunde vom Polarkreis ein außergewöhnliches Talent in Bezug auf Heavy Metal an den Tag legen und somit Finnland zu einer der Heimatstädte für Musik der härteren Gangart macht, gewürzt mit einem unverkennbar teil melancholischen Sound den wohl nur die Finnen so hinbekommen.
Und so wie jedes andere Land Deutschland, Großbritannien, Brasilien, Norwegen um nur ein paar Beispiele zu nennen legendäre Bands hervorgebracht haben, kommt es im Endeffekt nicht darauf an woher die Band oder der Künstler stammt, sondern wie verbunden er mit der Musik ist, die er erschafft.
Ich für meinen Teil und dass ist eine rein persönliche Meinung kann meine Affinität zu finnischen Bands nicht leugnen, was sicherlich nicht für eine objektive Sichtweise spricht. Aber nichts desto trotz hoffe ich, ein wenig der Faszination für das Land an Euch weiter gereicht zu haben.

Besonderer Dank
Mein Dank geht an: Jonsu, Anzi Destruction, Marko Mäkilaakso, Anne-Mari Pahkala, Pekka Helanen, Petrax Studios
Bilder des Petrax Studio © Petrax Used with permission.
Bilder Kumu Store © Kumu Used with permission.
Bilder Anne-Mari Pahkala Designs - © Heli Hirvelä & AMP used with permission. www.annemaripahkala.fi


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